Güterbahnhof Hammer ist Geschichte

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:
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Der Standort wird heute von „Kaufland“ genutzt.
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In der 1970er Jahren fuhren hier noch Güterzüge und Personenzüge ab.

Stolberg. In unserer Serie „Gleich und doch anders - Ansichten über Jahrzehnte“ geht es diesmal um einen Bereich der Zweifaller Straße. Auf dem historischen Vergleichsfoto ist der an der Zweifaller Straße liegende Güterbahnhof Hammer in den frühen 1970er Jahren abgebildet.

Das links liegende zweigeschossige Verwaltungsgebäude und der rechts liegende eingeschossige, in Fachwerkbauweise errichtete Güterschuppen sind 1914 entstanden.

Bereits 33 Jahre zuvor hatte man auf der gegenüber liegenden Seite, an der Brauereistraße, den Personenbahnhof Hammer errichtet. Vermutlich hatte das große Fracht- und Güteraufkommen dazu geführt. Im Umfeld des Bahnhofs lagen wichtige Industrie- und Handwerksbetriebe, so dass später ein eigener Güterbahnhof und ein Personenbahnhof erforderlich wurden.

Die Bahnstrecke ist 1881 entstanden. Acht Jahre später wurde die Strecke in Richtung Walheim und Ostbelgien verlängert, um von dort aus auch Luxemburg erreichen zu können.

Großes Gleisnetz

Der Güterbahnhof war von einem umfangreichen Gleisnetz umgeben: Allein fünf Gleisstränge führten direkt zu Laderampe und Güterschuppen.

Zu den Nutzern des Güterbahnhofes gehörten unter anderem die Brauerei Ketschenburg, die Firma Leonie-Kerpen und eine Schrotthandlung. Sie besaßen keine eigenen Gleisanschlüsse.

Eine besondere Art der Zulieferung kennzeichnete das Kabelwerk Leonie-Kerpen. Es bekam die Güterwaggons direkt über die Straße angeliefert. Dazu mussten die Waggons an der Zweifaller Straße auf einen besondern Unterbau montiert werden, der als Straßenroller beziehungsweise „Culemeyer“ bezeichnet wurde.

Der Güterbahnhof war seinerzeit eine öffentliche Einrichtung. Das heißt, dass auch jedes in der näheren und weiteren Umgebung liegende Gewerbe den Bahnhof für sein Frachtaufkommen nutzen konnte.

Unterteilt war der Güterbahnhof in mehrere, unterschiedlich große Räume. So gab es dort auch einen Raum für „herrenlose“ Güter.

In der Folgezeit verlor die Strecke nach Stolberg-Hammer (heute Stolberg-Altstadt) immer mehr an Bedeutung. Personen- und Güterverkehr erfolgen seit Jahren zunehmend über die Straße. Demzufolge wurde auch der Güterbahnhof entbehrlich. 1975 siedelte sich dort die aus Bremerhaven stammende Handelskette „Nordsee“ an, welche die Gebäude als Umschlagplatz und Lager für ihre Fisch-, Gemüse- und Wildprodukte nutzte. Aber auch lebende Fische in speziellen Behältern gehörten zu den angelieferten Produkten, die per Schiene in Kühlwaggons in Stolberg eintrafen.

Wie lange die Nordsee den ehemaligen Güterbahnhof für ihre Zwecke genutzt hat, ist nicht bekannt. Jedenfalls war sie 1985 noch dort ansässig, wie aus der im Stadtarchiv vorhandenen Bauakte hervorgeht.

Der Standort des früheren Güterbahnhofs wird heute für den Verbrauchermarkt „Kaufland“, die Haltestelle Altstadt der Euregiobahn und für das Einzelhandelszentrum „Burgcenter“ genutzt. Die Haltestelle entstand 2001 als man die im 19, Jahrhundert entstandene Bahnstrecke für den Personenverkehr reaktivierte. Der Verbrauchermarkt wurde sieben Jahre später errichtet, und das Einzelhandelszentrum nahm 2009 seinen Betrieb auf.

Felswand zu sehen

Auf dem historischen Foto ist im Hintergrund eine Felswand zu sehen. Die Felswand gehört zum Steinbruch Rotsch. Als „Büsbacher Kalkwerk“ ist der Steinbruch Rotsch 1863 entstanden. Dort wurde Kalkgestein abgebaut und an Ort und Stelle zu Rohkalk verarbeitet.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Betrieb dort allerdings eingestellt. 1950 siedelte sich dort die Firma Klüttgens an, die anfänglich in der Schrottverwertungsbranche tätig war und sich später dem Transportwesen über Autokrane und ähnliche Fahrzeuge zuwandte.

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