Grundschulen: Suche nach einem Konzept

Von: Michael Grobusch
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Balance-Akt: Für die zehn Stolberger Grundschulen soll bis zum Herbst ein konsensfähiger Plan erarbeitet werden, der die Zahl der Eingangsklassen festlegt. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Die bis dato recht emotional geführte Diskussion über die Festlegung von Zügigkeiten an den Stolberger Grundschulen soll versachlicht werden. Das ist ein wesentlicher Punkt des Auftrages, den die Stadt dem Bildungsbüro der Städteregion in Absprache mit CDU- und SPD-Fraktion sowie den Leitern der zehn betroffenen Einrichtungen erteilt hat.

 In der kommenden Woche wird es ein erstes Treffen mit allen Beteiligten geben, dann soll der zeitliche Rahmen, aber auch die inhaltliche Vorgehensweise abgestimmt werden.

Die von mehreren Schulleitern geforderte externe Beratung und Begleitung ist also beschlossene Sache. Und das ist auch gut so, unterstreicht Willi Seyffarth. „Schließlich haben wir es angesichts der geografischen Situation und der unterschiedlichen Sozialraumstrukturen in Stolberg mit einem schwierigen Prozess zu tun.“

Am Ende dieses Prozesses soll ein tragfähiges Konzept zu der Zahl und Größe der Eingangsklassen an de Grundschulen stehen. „Wir hätten das natürlich nach den rechnerischen Vorgaben des Landes am grünen Tisch festlegen können. Doch wir halten es für besser und sinnvoller, die Schulen von Beginn an zu beteiligen“, betont der zuständige Fachbereichsleiter.

Damit ist er auf einer Linie mit den schulpolitischen Sprechern der großen Koalition. Das Land räumt der Kommune mit dem „8. Schulrechtsänderungsgesetz“ erstmals einen gewissen Spielraum, aber damit verbunden auch eine große Verantwortung zu. „Dieser können wir nur gerecht werden, wenn am Ende der Gespräche ein Konzept steht, das von allen Grundschulleitern unterstützt wird“, ist Jochen Emonds (CDU) sicher.

Sein SPD-Kollege Patrick Haas spricht von einem „neuen Instrument“, das es im Sinne einer Schulentwicklungsplanung richtig zu nutzen gelte. Ziel des Anfang November vom Landtag beschlossenen Gesetzes ist unter anderem die Angleichung der Schülerzahlen in den Eingangsklassen verschiedener Schulen sowie eine mögliche Einflussnahme auf die Zusammensetzung der Klassen. „Benachteiligungen und Ungerechtigkeiten“, wie sie die Landesregierung in vielen Fällen festgestellt haben will, sollen auf diesem Weg für die Zukunft vermeiden werden.

In Stolberg fokussiert sich die Aufmerksamkeit vor allem auf die Innenstadt. Während die Grundschule Höhenstraße seit Jahren einen Zulauf verzeichnet, der die Zahl der wohnortnah lebenden Kinder deutlich übersteigt, beklagen die Grundschulen Hermannstraße und Grüntalstraße erhebliche Rückgänge, die wiederum ebenfalls im Widerspruch zur Bevölkerungsstruktur in ihrem unmittelbaren Umfeld stehen. Die einzige Möglichkeit, diesem Prozess entgegenzuwirken, scheint in der Begrenzung der Zügigkeit an der Höhenstraße auf zwei Klassen zu bestehen.

Soweit will Willi Seyffarth allerdings derzeit noch nicht gehen. Er fordert einen „ergebnisoffenen“ Dialog mit Hilfe des Bildungsbüros, an dessen Ende ein belastbares Konzept für die nächsten Jahre stehen soll. „Dazu bedarf es in jedem Fall der Kompromissbereitschaft der Grundschulleiter“, unterstreicht Patrick Haas.

Bis zu den Sommerferien werden „erste verwertbare Ergebnisse“ (Seyffarth) vorliegen. Spätestens im Oktober und somit pünktlich zur Anmeldungsphase für das Schuljahr 2014/15 soll es dann verbindliche Richtlinien geben.

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