Grundschulen: Beratungen gehen in die nächste Runde

Von: Michael Grobusch
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Stolberg. Auch sechs Wochen nach Ablauf der Anmeldefrist ist nicht klar, wie sich die vorliegenden Zahlen auf die Bildung der Eingangsklassen an den zehn Stolberger Grundschulen auswirken werden.

Zwar hatte der Schulausschuss diesbezüglich einen Grundsatzbeschluss gefasst. Weil die tatsächlich erfolgten Einschreibungen aber zum Teil erheblich von den Prognosen abweichen, gibt es einen erneuten Gesprächsbedarf.

Und offenbar auch einen weiteren Moderationsbedarf. Denn wenn sich die Schulleiter Ende kommender Woche mit dem schwierigen und brisanten Thema befassen, wird das Bildungsbüro auf vielfachen Wunsch wieder am Tisch sitzen. Schon seit dem Sommer begleiten Mitarbeiter der städteregionalen Einrichtung den Veränderungsprozess in Stolberg, der durch das 8. Schulrechtsänderungsgesetz bedingt ist. Demnach muss die Stadt als Schulträger festlegen, wie die Eingangsklassen, deren Zahl sich aus der Gesamtzahl der jeweiligen Erstklässler eines Jahrgangs ergibt, auf die zehn Einrichtungen im Stadtgebiet verteilt werden. Und gerade darin liegt aktuell die große Herausforderung.

So steht die Grundschule Hermannstraße mit zum Stichtag 50 Schülern nicht nur deutlich besser dar als im Vorjahr (36). Weil sie zudem mit zahlreichen Kindern rechnen muss, die auf dem Donnerberg zwar angemeldet worden sind, aber dort abgewiesen werden, könnte nun selbst die beschlossene Aufstockung auf zweieinhalb Klassen pro Jahrgang nicht ausreichen. Eine ähnliche Situation könnte auch in der zweizügigen Grüntalschule eintreten, die ebenfalls von „Rückläufern“ der Höhenstraße betroffen sein dürfte – genauso wie von 25 Kindern, die bis zum 18. Oktober noch an keiner Stolberger Schule angemeldet worden waren.

Im Gegenzug liegen einige Schulen außerhalb der City unter den Erwartungen und ihren bisherigen Schülerzahlen. In Gressenich (28) und Mausbach (33) werden nach aktuellem Stand keine zwei Eingangsklassen gebildet werden können, in Büsbach sind die geplanten drei Klassen angesichts von 61 Anmeldungen in Frage gestellt. Im Rathaus wird derzeit intensiv überlegt, wie man mit der Situation umgehen kann. „Erst wenn alle Zahlen geprüft und auch mit den Schulleitern erörtert worden sind, werden wir entscheiden, wie die 30 Eingangsklassen für das nächste Schuljahr auf die zehn Schulen verteilt werden“, kündigt Willi Seyffarth an. Eine Änderung der gerade erst neu festgelegten Zügigkeiten hält der Fachbereichsleiter nicht unbedingt für notwendig.

„Wir könnten beispielsweise im Sommer in Mausbach und Gressenich nur eine Klasse bilden, ohne gleich die Zahl der Eingangsklassen grundsätzlich zu reduzieren.“ Im Umkehrschluss könnten auch die Kapazitäten in der Hermannstraße erweitert werden, ohne dass dies in einer nochmals erhöhten Zügigkeit zementiert wird. Das liegt auch deshalb nahe, weil nach Informationen unserer Zeitung der mittelfristige Schulentwicklungsplan, den die Bonner „Biregio“ mit ihrem Leiter Wolf Krämer-Mondeau vor zwei Jahren im Auftrag der Stadt erstellt hatte, einen Rückgang der Schülerzahlen für die Innenstadt prognostiziert. Somit könnte sich die Situation allein schon aufgrund der demografischen Entwicklung wieder entspannen.

Inwieweit das auch auf Mausbach und Gressenich zutrifft, bleibt abzuwarten. Immerhin besagt die Prognose, dass die Zahl der Kinder in den kommenden Jahren auch dort eher rückläufig sein wird. Dem Vernehmen nach hat das in Schulleiter-Kreisen zu der Frage geführt, ob die beiden Einrichtungen in Zukunft im Verbund und mit einem Teilstandort weitergeführt werden könnten – eine Option, von der die beiden betroffenen Leiterinnen nach eigener Aussage bis dato nichts gehört haben. „Da wir noch weitere Gespräche unter den Schulleitern führen werden, möchte ich zum jetzigen Zeitpunkt nichts zu diesem Thema sagen“, erklärte Hildegard Lüttecke (Gressenich) auf Anfrage. Ähnlich äußerte sich ihre Mausbacher Kollegin Meike Groppe: „Ich möchte zunächst die Schulleitersitzung abwarten.“

Geduld ist also gefragt, und das gilt auch für die angehenden Erstklässler und ihre Eltern. Derzeit sieht es danach aus, dass die verbindlichen Aufnahmebescheide frühestens Ende Februar verschickt werden.

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