Grundschüler werden fit in Sachen Fahrradsicherheit

Von: Doris Kinkel-Schlachter
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Linke Hand ausstrecken: Zusammen mit Polizist Jürgen Steffens üben die Grundschüler Fahrradfahren im Straßenverkehr. Foto: D. Kinkel-Schlachter
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Kommt ein Auto? Schulterblick, danach kann es losgehen.

Stolberg. Schulterblick, linke Hand ausstrecken, losfahren, einmal um den Block. Und wieder von vorne. Jürgen Steffens ist zufrieden. Die elf Mädchen und Jungen sowieso. Joshua fühlt sich nach dem intensiven Training richtig sicher auf dem Drahtesel, Miguel kannte schon vorher alle Regeln und Carolin und Anastasia finden Herrn Steffens einfach nur richtig nett.

Dem kann sich Dorothea Krieger, das ist die Klassenlehrerin der Viert- und Fünftklässler, nur anschließen. „Herr Steffens“ ist Polizeioberkommissar (POK) in der Dienststelle Eschweiler. Aber zurzeit ist der 42-Jährige vor allem eins: Verkehrssicherheitsberater. An den Stolberger Grundschulen sorgt er dafür, dass die Schüler ihre Radfahrausbildung absolvieren. Zuletzt war er an der Grundschule Hermannstraße, demnächst sind die Kinder in Breinig dran, und gerade sorgt er an der Talstraße dafür, dass die Kinder sicher in die Pedalen treten können.

Die Förderschule Talstraße ist mit ihren drei Schwerpunkten – Lernen, emotionale und soziale Entwicklung und Sprache – eine Verbundschule „Das ist natürlich hier anders als an Regelschulen. Die Kinder gehen zur Förderschule, und die genießt bei mir ein besonderes Programm“, sagt Steffens und zwinkert. Drei Jungs, die schon fit auf dem Fahrrad sind, lässt der Polizist allein ihre Fahrt um den Block machen, bei der nächsten Gruppe fährt er mit. „Bei uns ist die individuelle Förderung wichtig, und das hat Herr Steffens sehr gut erkannt. Es ist auch wichtig, mit den Kindern besonders intensiv zu üben“, betont Krieger. Die Zehn- und Elfjährigen haben Koordinations- und Konzentrationsschwierigkeiten, Probleme mit der Wahrnehmung.

Bevor es auf die Straße geht, hat Jürgen Steffens einen Parcours auf dem Schulhof aufgebaut und dort mit den Kindern das Regelverhalten im Straßenverkehr spielerisch geübt, „das war der Schonraum, in dem ich mir jedes einzelne Kind genau anschauen konnte“, so der Verkehrssicherheitsberater. Weiter ging es mit Unterrichtseinheiten in der Klasse, bei der „Lehrer“ Steffens den Schülern die Vorfahrtsregeln sowie die Verkehrsschilder erläuterte und dies mit Bildern veranschaulichte.

Am Montag geht es zum dritten Mal auf die Straße. Wie verhält man sich als Radfahrer richtig im Straßenverkehr? In den letzten Tagen und Wochen haben die jungen Radfahrer viel darüber gelernt, jetzt gilt es das Gelernte in die Praxis umzusetzen. „Ständiges Wiederholen ist ganz wichtig“, sagt Steffens. „Der Miguel, der ist ganz schnell“, ruft Yussuf noch, und schon ist Miguel abgebogen, ohne auf seine Mitschüler zu warten. Ruckzuck ist er wieder zurück am Start- und Zielpunkt, da nimmt Jürgen Steffens sich den Elfjährigen vor. Nett und doch mit der nötigen Strenge, beim nächsten Mal fährt das Trio wieder vernünftig hintereinander.

Gerne arbeitet der Polizist auch mit Anreizen. Da gibt es zum Beispiel als zusätzliche Motivation kleine Mitbringsel wie Reflektoren, „da haben die Kinder Freude und entwickeln eine Gruppendynamik“. In der Regelschule läuft die Radfahrausbildung ein wenig anders ab, dort müssen die Kinder, ähnlich wie in der Fahrschule, Radfahrbögen ausfüllen. Am Ende steht die Fahrradprüfung auf dem Programm, die mit Punkten bewertet wird. Und doch ist laut Jürgen Steffens es an jeder Schule unterschiedlich. „Ich mache es immer von den Kindern abhängig, wie viele Einheiten nötig sind.“

Grundsätzlich sei die abgelegte Fahrradprüfung natürlich keine Berechtigung fürs alleinige Fahren im Straßenverkehr. Die jungen Fahrer sollten vor allem anfangs von den Eltern oder einem Erwachsenen begleitet werden. „Mir liegt die Verkehrssicherheit der Kinder sehr am Herzen“, betont Jürgen Steffens.

Georg Hermanns hat „mit großen Augen beobachtet, wie strukturiert und selbstverständlich die Kollegen das Radfahren begleiten“, als er letztes Jahr den Posten des Schulleiters an der Talstraße übernommen hat. Es sei schon richtig, dass die Mobilitätserziehung ein Schulauftrag sei. Das sei auch ein Grund, warum die Schule dank Förderverein einen Fahrrad-Fuhrpark besitze. Sicherheitsgefühl und Orientierung, darauf komme es beim Radfahrtraining an, „die Schüler lassen sich sehr gut darauf ein und sind natürlich mit der Präsenz von Herrn Steffens besonders motiviert“.

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