Stolberg - Grundschüler sind sine Woche als Reporter im Einsatz

Grundschüler sind sine Woche als Reporter im Einsatz

Von: Dirk Müller
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Die Frage nach der Lieblingseissorte bewegt die Nachwuchsreporter besonders. Antworten bekommen sie an der Quelle im Eiscafé. Foto: Dirk Müller
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Mit Stift, Papier und vielen Fragen ausgestattet führen die Grundschüler der Grüntalstraße ihre Interviews.

Stolberg. Die Sommerferien sind lang, dass aber die Kinder des Offenen Ganztags der Grundschule Grüntalstraße keine Langeweile hatten, wird bald schwarz auf weiß bestätigt. Denn die Sechs- bis Neunjährigen bringen ihren eigenen OGS-Ferien-Kurier heraus.

„Darin steht, was wir in der Ferienbetreuung alles erlebt haben“, beschreibt Alisha, und Laura nennt Beispiele: „In der ersten Woche war unser Thema der Wald. Wir haben Ausflüge, Picknick und eine Schnitzeljagd gemacht, und bei der rollenden Waldschule viel gelernt.“ Weiter sei es mit der Indianer-Woche gegangen. „Da haben wir echte Pfeile selbst geschnitzt und bemalt und dann mit dem Bogen geschossen“, erklärt Bach-Tumk, und der Junge wirkt immer noch begeistert von dem Abenteuer.

Auch Indianer-Tänze standen auf dem Programm der OGS, und „wir haben einen Film geguckt“, berichtet Elisabeth. Es folgte die dritte Woche der Ferienbetreuung unter dem Motto „Zeitung“. „Wir haben in den ersten beiden Wochen Fotos bei den Aktionen gemacht und Stichworte notiert, um dann unseren Ferien-Kurier selbst erstellen zu können“, erläutert Martina Hoven, pädagogische Leiterin des Offenen Ganztags der Grüntal-Schule. So weit der Plan – allerdings war dies den Kindern nicht genug: „Sie wollten unbedingt auch selbst als Reporter aktiv werden“, sagt Hoven.

Also stehen die Kleinen jetzt mit Stiften und Papier ausgerüstet auf dem Kaiserplatz – noch ein wenig zaghaft, aber das wird sich gleich ändern. „Wir haben uns schon vorher einige Fragen ausgedacht, die zum Thema Ferien passen“, beschreibt Chayenne, und schon sprudeln die anderen los: „Was machen Sie in den Ferien“, „Fahren Sie in Urlaub?“, „Nehmen Sie Ihre Haustiere mit, oder was machen Sie mit Ihnen?“, „Essen Sie in den Ferien viel Eis, und welche ist Ihre Lieblingssorte?“, „Lesen Sie in den Ferien viele Bücher und welche?“.

Die Kinder haben noch manche weitere Frage in petto, doch grau ist alle Theorie, und in der Praxis zeigt sich, dass es ein bisschen Überwindung benötigt, mögliche Interviewpartner anzusprechen. Aber das Glück ist auf der Seite der Grundschüler, denn gleich der erste Erwachsene, der sich als Gesprächspartner zur Verfügung stellt, gibt freundlich und bereitwillig Auskunft – und es ist der Stolberger Bürgermeister Tim Grüttemeier, was die Kleinen besonders freut. Der erste Bürger der Kupferstadt staunt indes nicht schlecht, als die Kinder wissen wollen, ob er in den Ferien öfter einkaufe.

„Wo wohnen Sie, und ist da ein Spielplatz in der Nähe?“, zeigt, dass den Kindern beim Live-Interview noch mehr Fragen einfallen, als sie vorbereitet haben. Jetzt ist das Eis gebrochen, wobei Eis nicht nur sprichwörtlich noch eine Rolle spielt. Die Nachwuchsreporter befragen Eis schleckende Kinder auf dem Kaiserplatz, notieren Namen und Alter, Hobbys, Reiseziele und mehr. Die Frage nach der Lieblingseissorte wird an einem denkbar gut geeigneten Ort – dem Eiscafé „Rovere“ am Kaiserplatz – gleich mehreren Leuten gestellt, während ein anderes Reporterteam dem Leseverhalten in den Ferien auf den Grund geht.

Ebenfalls an der Quelle, denn die Kleinen erfahren in der „Bücherstube am Rathaus“, dass die Ferienzeit sowohl für viele Erwachsene, als auch für viele Kinder Lesezeit ist. Das Reporterleben macht den Grundschülern sichtlich Spaß, doch hinter dem Projekt „Ferien-Kurier“ stecke noch viel mehr, betont Hoven: „Die Kinder üben spielerisch den Umgang mit Sprache und Schrift und trainieren ihr Gedächtnis. Besonders geübt werden dabei auch mehrere soziale Kompetenzen.“ Angefangen, bei der Überwindung, fremde Menschen anzusprechen und sich ordentlich als Reporter des „Ferien-Kuriers“ vorzustellen.

„Und sie lernen auch, mit kleinen Enttäuschungen umzugehen, da nicht jeder, den sie ansprechen, auch interviewt werden möchte.“ Außerdem haben die jungen Reporter ganz schnell eine wichtige Lektion verinnerlicht: freundlich und höflich sein. Und zwar nicht nur zu Beginn, sondern bis zum Ende jedes Interviews. Nach artiger Vorstellung und den Fragen zum Thema Ferien folgen stets Formulierungen wie: „Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für uns genommen haben.“

Wahlweise wird dann noch ein schöner Tag, ein schönes Wochenende oder ein schöner Urlaub gewünscht. Mit vielen interessanten Antworten geht es zurück in die „Redaktion“ an der Grünstalstraße, und der Ferien-Kurier kann entstehen. Die Wartezeit, bis er gedruckt vorliegt, wird übrigens passend zum Thema überbrückt – mit einem Besuch des Zeitungsmuseums in Aachen.

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