Stolberg - Grundgedanke Europa: Leben in Frieden und Freiheit

Grundgedanke Europa: Leben in Frieden und Freiheit

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„Europa ist ein schönes Land“, sangen die Fünftklässler des Goethe-Gymnasiums gestern im Rathaus-Foyer. Nächstes Jahr möchte Philipp Pletsch, Sprecher des Arbeitskreises Europaschule, den Besuch bei der Stadt noch größer aufziehen. Foto: D. Kinkel-Schlachter

Stolberg. Vor 65 Jahren wurde die europäische Idee zum ersten Mal vorgetragen. Daraus ist die Europäische Union entstanden. Seitdem gibt es Frieden. Kurz zusammengefasst. Europa ist der Kontinent, auf dem wir leben. Europa steht aber auch für eine Idee: Nämlich dafür, dass die Länder in Europa zusammen arbeiten müssen, wenn wir dauerhaft Frieden in Europa haben wollen.

Diese Idee hat ein französischer Minister, Robert Schuman, am 9. Mai 1950 zum ersten Mal öffentlich ausgesprochen. Und weil damit die Grundidee für die Europäische Union geboren wurde, wird in dieser Woche auch an vielen Schulen gefeiert. Heute wird also wieder der Europatag gefeiert.

Grenzen überwinden

In Stolberg wurde dieser vorgezogen. Freitagmittag eilten rund 75 Mädchen und Jungen der Jahrgangsstufe fünf des Goethe-Gymnasiums ins Stolberger Rathaus, stellten sich im Foyer auf und legten los. Beethovens Ode „An die Freude“ verknüpft das Freudenthema „Freude, schöner Götterfunken“ mit dem Solidaritätsgedanken „Alle Menschen werden Brüder“. Die Europahymne, welche die Big Band vom „Goethe“ vortrug, ist ein Aufruf an die Menschen, sich im Zeichen der Freude zu vereinen, Grenzen zu überwinden und sich gegenseitig zu unterstützen. In Zeiten wachsender Fremdenfeindlichkeit ist die Europahymne aber auch ein Aufruf zu Versöhnung und Völkerverständigung.

Beim Europalied besangen die Schüler Europa als schönes Land, „vom Nordkap bis nach Griechenland..., und wir sind mittendrin“. Musiklehrerin Mathilde Kick zeigte sich über die Textsicherheit ihrer Schützlinge ebenso begeistert wie Tim Grüttemeier. „Das habt Ihr toll gemacht“, freute sich der Bürgermeister und spendierte nach der Aktion Eis für alle – wiederum ganz zur Freude der Schüler, die jubelnd zur gegenüberliegenden Eisdiele rannten.

„Letztes Jahr haben wir das mit zwei Klassen gemacht, dieses Mal sind wir mit noch mehr Kindern angetreten und sind zuversichtlich, es nächstes Jahr noch größer aufzuziehen“, sagte Philipp Pletsch, Politiklehrer am Goethe-Gymnasium. „Europa ist wichtig, gerade jetzt, in Gedenken an das Kriegsende vor 70 Jahren, und natürlich auch in Zeiten der Eurokrise“, so der Sprecher des Arbeitskreises Europaschule.

Internationale Begegnungen

So darf sich das „Goethe“ übrigens seit 2009 nennen, das heißt, dass die Schule nachweislich den europäischen Gedanken als einen Schwerpunkt ihrer Arbeit aufgenommen hat. Dazu zählt insbesondere die Förderung der Mehrsprachigkeit. Die interkulturelle Kompetenz der Schüler wird durch vielfältige, internationale Begegnungen gestärkt, sei es durch Austauschprogramme mit Frankreich, den Niederlanden und Belgien oder durch Comeniusprojekte mit internationalen Partnerschulen. In vielen schulischen Veranstaltungen werden die Schüler auf das Leben im vereinten Europa vorbereitet. Dazu gehört auch die derzeitige Europawoche und der gestrige Auftritt im Stolberger Rathaus, „eine der vielen Aktionen unserer Europawoche“, so Philipp Pletsch.

So hat ein Experte der Bundesbank über die Europäische Zentralbank sowie die Geldpoltik in Zeiten der Eurokrise gesprochen, ein anderer über die politische Arbeit in Berlin. EU-Parlamentarierin Sabine Verheyen wird der Oberstufe einen Besuch abstatten, und es wird ein Planspiel zur europäischen Geschichte und Politik angeboten. Philipp Pletsch: „Wissen über Europa vermitteln und emotional greifbar machen, mit solchen Aktionen wird Europa erfahrbar, und die Kinder finden es natürlich toll, wenn Stolbergs Bürgermeister das zu würdigen weiß.“

Der Lehrer hat nach seinem Politik-Studium noch einen Master drangehängt, indem er Europäische Politik in Brügge studiert hat. Warum er die Idee von Europa so schön findet? „Europa verbindet Völker. Wir leben in Frieden und Freiheit zusammen!“

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