Grüne wollen Mahnmale für jüdische Naziopfer platzieren

Von: Lars Brepols
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Die Stolpersteine haben etwa eine Kantenlänge von zehn Zentimetern und sind mit Messing überzogen. Foto: ddp

Stolberg. Aachen hat es vorgemacht, nun will die Stadt Stolberg nachziehen. Zumindest wenn es nach dem Willen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen geht. Die Partei hat den Antrag gestellt, durch Verlegen so genannter „Stolpersteine” zwischen Burg- und Sonnenthalstraße der einst in Stolberg lebenden jüdischen Bürger zu gedenken.

Der Hauptausschuss muss nun entscheiden, ob der Rat die Verwaltung mit dem Vorhaben beauftragen soll. „Ich unterstütze und begrüße diesen Antrag voll und ganz. Jedoch sind wir in die konkrete Planung noch nicht eingestiegen”, erklärte Bürgermeister Ferdi Gatzweiler.

Durch die „Stolperstein-Initiative” sollen die Namen und Wohnungen der durch die Nazis ermordeten Juden dauerhaft gedacht werden. „Die Ermordeten sollen aus der derzeitigen Anonymität herausgeholt werden und zugleich soll die Unmenschlichkeit der Nazidiktatur vor Augen geführt werden”, erklären die Grünen in einer Mitteilung.

Problembewusstsein geschärft

Bereits Anfang der 90er Jahre hatten die Bündnisgrünen der Antrag gestellt, eine große Plakette mit den Namen der Stolberger Opfer der Nazidiktatur am Rathaus zu befestigen.

Seinerzeit wurde dieses Vorschlag abgelehnt. Heute, so hoffen die Grünen, sei das Problembewusstsein deutlich geschärfter. Die „Stolperstein-Initiative” wurde bereits in vielen Städten umgesetzt. Sie sind ein Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig.

Die Mahnsteine haben die Größe eines Pflastersteins, sind mit Messing überzogen und meist mit Name, Geburts-, Flucht-, Deportations- oder Todesdatum versehen.

Vor den ehemaligen Wohnhäusern der NS-Opfer werden sie niveaugleich im Gehweg verlegt. Die Steine können auch im Verbund gelegt werden, wenn beispielsweise an eine ermordete Familie erinnert werden soll.

Ein Stein kostet etwa 95 Euro. In anderen Städten haben Spender, Sammlungen, Patenschaften von Bürgern, Zeitzeugen, Schulklassen sowie Berufsgruppen die Finanzierung der Steine größtenteils übernommen.

Inzwischen wurden in Deutschland mehr als 13.000 „Stolpersteine” installiert. Im Januar vergangenen Jahres hatte Demnig die ersten neun Steine in Aachen verlegt. Noch in diesem Jahr sollen neun weitere in Brand folgen.
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