Grüne: Leitlinien zur Sportlerehrung überdenken

Von: kol
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Ist gesprächsbereit: Günther Severens. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Welche Sportler sollen von der Stadt für ihre Leistungen ausgezeichnet werden? Politiker von SPD und Grünen sehen Diskussionsbedarf bei den Leitlinien für die Nominierung von Sportlerinnen, Sportler und Mannschaften für die jährliche Ehrung durch den Bürgermeister.

Nach bisheriger Handhabe, die von der Politik so gebilligt ist, werden Sportler zur Ehrung vorgeschlagen, deren Leistungen „der Sportart entsprechend überregional die Stadt Stolberg als Sportart darstellen”, so die Definition in den Leitlinien, die der Stadtsportverband als Verfahrensträger ausgearbeitet hat. Vorschlagsrecht haben neben dem Stadtsportverband alle ihm angehörenden Vereine sowie die gesamte Stolberger Bevölkerung.

Die eingegangenen Vorschläge - Einsendeschluss für die kommende Ehrung war der 31. Dezember 2009 - werden vom Stadtsportverband auf ihre Eignung überprüft, Voraussetzung ist neben der guten Leistung, dass die Sportler oder Teams in Stolberg zu Hause sind oder einem Vereine angehören, der Mitglied des Stadtsportverbands ist.

Nun aber fehlen auf der Liste für die diesjährigen Ehrungen einige Sportler, deren Leistungen aus dem vergangenen Jahr unzweifelhaft geeignet gewesen wären, sie zu nominieren (wir berichteten). „Ich vermisse zum Beispiel Stefanie Manfrahs”, sagte Uschi Küpper (Grüne) am Dienstag im Sportausschuss mit Blick auf die auf Bundesebene erfolgreiche Stolberger Judoka. „Wer ergänzt denn diejenigen, die nicht vorgeschlagen wurden?”

Sinnvoll sei, die Richtlinien so zu ergänzen, dass Namen, die von Vereinen nicht genannt werden, bei Bedarf durch den Stadtsportverband hinzugefügt werden, so Küpper.

Günther Severens, der in der Ausschusssitzung anwesende scheidende Vorsitzende des Stadtsportverbands, verwies dagegen auf gültige Leitlinien und das Neutralitätsprinzip seines Verbandes. „Wir halten uns aus Gründen der Neutralität zurück”, erklärte Severens auf Anfrage unserer Zeitung.

Das sollte auch die Politik tun, befand der Ausschussvorsitzende Axel Wirtz (CDU). „Wir haben in der Vergangenheit bewusst den Beschluss gefasst, dass nicht die Politik entscheiden soll.” Die Auswahl der Sportler sollen Fachleute treffen, fand auch Ludwig Hahn. „Genau deshalb wollen wir uns heraushalten”, so der CDU-Ratsherr.

Ein Einmischen der Politik in die Auswahl will auch Uschi Küpper nicht, der Patrick Haas beisprang. Es gehe um eine Ergänzung der Leitlinien, damit zum Beispiel Sportler, deren Vereine nicht in der Kupferstadt angesiedelt sind, nicht durchs Raster fallen sondern auch in den Genuss einer Ehrung kommen.

Dass zu entscheiden sei aber eben nicht Sache der Politik, fand Axel Wirtz, der die Debatte demnach auch im Ausschuss nicht fortführen wollte. „Der Stadtsportverband könnte ja sagen, wir nehmen diesen oder jenen Sportler noch dazu”, so Wirtz. Zu Gesprächen zeigte sich Günther Severens jedenfalls bereit: „Wir sind ja beweglich im Stadtsportverband.”

Unzweifelhaft sind die nun auf der Liste für die Ehrung am 11. Juni stehenden Sportler- und Mannschaftsnamen. Ausgezeichnet werden in diesem Jahr für ihre Verdienste aus dem vergangenen Jahr 19 Sportler und vier Mannschaften aus zwölf Sportarten (wir berichteten). Die Einzelsportler sind: Siemon Beckers, Nele Luffy, Nienke Luffy (alle Turmspringen), Laura Oidtmann (Tanzen), Pia Emonts, Philipp Emonts, Sven Dohmen, Susan Dohmen, Marvin Christ (alle Mororrad-Trial), Veronika Takascova (Judo), Jackie Quadflieg (Springreiten), Katharina Meier, Silke Klüppel, Florina Löhrer (alle Geräteturnen), Rita Lambertz (Leichtathletik), Heike Nägeler, Klaus Peter Schröter (beide Sportkegeln), Marcel Meisen (Radcross), Markus Ganser (Triathlon).

Als Mannschaften werden geehrt: BSG Mausbach Jugend (Poolbillard), VfB Stolberg Damen (Sportkegeln Behinderte), RSC Stolberg/Team Kuota Indeland (Radsport), Stolberger TG weibliche A-Jugend (Volleyball).
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