Großturnier mit familiärem Charakter

Von: Lee Beck
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Jacky Quadflieg mit ihrer Stut
Jacky Quadflieg mit ihrer Stute Udina: Zusammen waren sie schon mehrmals Kreismeister, beim L-Springen in Büsbach erreichten sie Platz 4. Foto: L. Beck

Stolberg. Strahlender Sonnenschein und strahlende Reitergesichter versprachen schon am Freitag ein tolles Turnierwochenende auf Gut Hassenberg in Büsbach. 450 Reiter, 680 Pferde und 1200 Starts brachten die konkurrenzfreudigen Dressur- und Springreiter aus der gesamten Region aufs Pferd.

Für dieses besondere, jährliche Sportevent gab sich der austragende Reitverein Stolberg-Büsbach mit Turnierleiterin Dunja Reul an der Spitze nicht nur besonders viel Mühe bei der Organisation, sondern auch beim Rahmenprogramm. Süßigkeiten, Pommes und Eis ließen die Heißhunger-Herzen höher schlagen, und auch am Bierstand und an der Cocktailbar kam niemand zu kurz.

Dunja Reul, Vorsitzende des Vereins, zeigte sich denn auch mehr als zufrieden. „Man muss schon sagen, dass der komplette Vorstand das Turnier alleine organisiert hat, aber wir sind ein eingespieltes Team”. Vor allem bei der Platzpflege geben sich die Organisatoren jedes Jahr aufs neue Mühe, denn dieser wird ausschließlich einmal im Jahr als Turnierplatz verwendet. „Wir arbeiten eigentlich immer auf dieses Sommerturnier hin, es gilt jedes Jahr, Dinge zu verbessern, um optimale Bedingungen für Pferd und Reiter zu schaffen”, berichtet Reul.

Trotzdem habe man ohne die Unterstützung der vielen freiwilligen Helfer im Parcours und rund herum ein solches Turnier nicht auf die Beine stellen können, betont sie. Ihr Fazit: „Das schöne Wetter, die vielen Zuschauer, ein guter Ablauf - es ist wird schon ein schönes Flair geboten”.

Flohmarkt zugunsten der Jugend

Um die Jugendkasse auf Vordermann zu bringen, organisierten die Jugendwarte Silke Kurth und Birgit Thelen-Krott mit den Mitgliedern der Jugendabteilung einen Flohmarkt, dessen Erlös zu zehn Prozent der Jugendkasse zugute kam. „Wir verkaufen auf Kommission, 90 Prozent des Erlöses erhält der Eigentümer und zehn Prozent die Jugendkasse”, erklärt Silke Kurth. Außerdem haben die Kinder und Jugendlichen auch den Waffel- und Cocktailstand betreut.

Später plant die Jugendabteilung einen Ausflug rund ums Pferd zu machen. „Außerdem wollen wir ein Geschicklichkeitsturnier veranstalten, wo auch die Jugendlichen ohne eigenes Pferd teilnehmen können”, so Kurth. Denn die Jugendwarte legen ihr Augenmerk darauf: mit Lehrgängen und Aktionen auch die jungen Reiter zu fördern, die keinen eigenen Vierbeiner im Stall stehen haben.

Am Freitag begann das Turnier mit den Dressurprüfungen für die jungen Pferde zwischen vier und sechs Jahren. Hier dominierte die Aachenerin Jana Kun, eine der bekanntesten Dressurreiterinnen der Region. Doch auch im internationalen Viereck ist sie zu Hause: Insgesamt sieben Mal holte die heute 31-Jährige Gold bei den Pony- und Junioreneuropameisterschaften und sammelte unzählige Platzierungen und Siege bis zur schweren Klasse und im Grand Prix. Mit 15 Jahren hatte sie schon genügend Erfolge parat, um das Goldene Reitabzeichen zu erlangen.

„Pumuckl ist der Beste”

Beim Turnier des RV Stolberg- Büsbach sattelte sie für die Dressurpferde-A den Rappen „Vancouver” und wurde mit einer 7,5 Dritte. In der Dressurpferde-L ritt Jana Kun ihren fünfjährigen Kohlfuchswallach „Clement V”, der im Stall auf den Namen „Pumuckl” hört. Das elegante Paar ließ mit einem souveränen Ritt die Konkurrenz hinter sich. Die Richter vergaben hierfür die Wertnote 7,8 - das war der Sieg. „Pumuckel ist einfach der Beste”, freute sich Jana Kun nach der Aufgabe. „Er war sehr, sehr konzentriert und hat versucht, so weit wie er es kann, alles gut zu machen”, lachte sie. Verbesserungswürdig sei nur der Mitteltrab. Und dabei ist Pumuckl wahrlich ein schlauer Fuchs: „Er ist sehr gelehrig”, lobte seine Reiterin.

Vier Prüfungen, zwei Platzierungen und zwei Siege, so lautet die Erfolgsquote. Doch der Fokus liegt eher auf Pumuckls Ausbildung. Getreu der Weisheit „Wer einmal Grand Prix reitet, reitet immer Grand Prix” soll Pumuckl später auch die Lektionen der Königsklasse beherrschen. „Das Ziel ist ihn zum Grand-Prix-Pferd auszubilden, und bis dahin soll er noch ab und zu aufs Turnier”, betonte Jana Kun.

Im Parcours zeigte sich Lokalmatadorin Jacky Quadflieg am Samstag mit ihrer Stute Udina in sehr guter Form. Im Punktespringen der Klasse L erreichten die beiden mit einem fehlerfreien Ritt und einer Zeit von 48,45 Sekunden den vierten Platz. Im M-Springen unterlief dem Paar jedoch ein Fehler. Fest im Blick hat Jacky Quadflieg auch in diesem Jahr den Titel der Kreismeisterin, den sie bis dato schon drei Mal gewonnen hat. „Deswegen starte ich auch nicht im M-Springen, man muss es ja nicht übertreiben.” Und: „Seit sechs Jahren sind wir ein Dreamteam, ich würde sie niemals abgeben”, schwärmt die 19-Jährige von ihrer braunen Stute Udina.

Das falsche Gebiss oder Verletzungen: Damit auch im sportlichen Rahmen alles mit rechten Dingen zugeht, ist auf dem Vorbereitungsplatz immer ein Richter positioniert, der das Vorgehen und Reiten kontrolliert. Bei der Punktespringprüfung Klasse L war dies Joachim Metzer aus Viersen. „Im Rheinland ist vorgegeben, dass wir noch zwei Pferde pro Prüfung kontrollieren”, erklärt er. Seit 20 Jahren werde das so gehandhabt. „Und das ist auch gut so. In anderen Landesverbänden werden weniger Pferde kontrolliert”, so Metzer, der seit 1966 als Richter tätig ist.

Bei der Sichtkontrolle schaut Turnierarzt Doktor Friedrich-Wilhelm Hanbücken dann ganz genau hin. Nicht nur überprüft er die Sattellage und Gamaschen, sondern er schaut auch nach, ob das Pferd das richtige Gebiss hat. „Vor allem das Maul ist oft problematisch”, betont Joachim Metzer. „Manchmal geben wir den Reitern auch Rat, zum Beispiel andere Gamaschen zu benutzen”, fügt Hanbücken hinzu. Die Reiter sind selbst für die richtige Ausrüstung und den optimalen körperlichen Zustand ihrer Sportpartner verantwortlich. Aber: Bei Verletzungen oder nicht zugelassenen Hilfsmitteln folgt die Disqualifikation.
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