Großer Ansturm auf den Dorfladen in Vicht

Von: juko
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„In unserem Dorfladen ist es schön“ sangen die Mädchen und Jungen der Kita Mäuseburg vor laufenden Kameras. Foto: juko
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Nachdem er das rote Band durchschnitten hatte, betrat Bürgermeister Tim Grüttemeier als erster Kunde den neuen Dorfladen. Foto: juko

Stolberg-Vicht. Äpfel, Knäckebrot, Nutella, haltbare Milch – das packte Stolbergs Bürgermeister Tim Grüttemeier in sein Einkaufskörbchen. Er war der erste, der im am Samstag eröffneten Vichter Dorfladen einkaufen durfte.

Zuvor hatte er auch das rote Band, das die zahlreichen Eröffnungsgäste davon abhielt, das Ladenlokal zu stürmen, unter Mithilfe von Erika und Hans Graff sowie den Kindern der Kita Mäuseburg, zerschnitten.

Nach drei Jahren Planungszeit trägt das gemeinnützige Vorzeigeprojekt jetzt Früchte, und jeder kann sich während der Öffnungszeiten selber ein Bild machen: Aus dem ehemaligen Reisebüro, Friseursalon und Schreibwarenladen von Erika und Hans Graff an der Eifelstraße 79 ist ein kleiner, moderner Lebensmittelladen für Vicht entstanden. Ein Café als kommunikativer Treffpunkt und verschiedene Dienstleistungen runden die Nahversorgungsmöglichkeit ab.

Bei der feierlichen Eröffnung resümierten die Hauptplanungsverantwortlichen die letzten Jahre von der Idee, der Beratung durch das Kompetenzteam der DORV Zentrum GmbH (die Ideengeber der multifunktionalen, nicht-gewinnorientierten Nahversorgung), der Akquise von Bürgeranteilen sowie ehrenamtlicher Unterstützung, der Bedarfsanalyse bis hin zur Gründung des Vereins Vichter Dorfladen und Café zur Unterstreichung der Gemeinnützigkeit.

Der Laden mit Café diene nicht nur den Bürgern, er habe auch nur durch ihre Hilfe realisiert werden können und könne nur mit ihrer Unterstützung dauerhaft Bestand haben, fasste Jochen Emonds vom Planungsteam zusammen. Die meisten Arbeiten werden auf den Schultern zahlreicher Ehrenamtler verteilt, nur eine hauptamtliche Kraft, Iris Baumann, ist im Laden angestellt.

„Der Dorfladen kann nur existieren, solange er von den Vichtern und den Bewohnern der angrenzenden Orte angenommen wird“, betonte der Vereinsvorsitzende Hartmut Kleis in seiner Eröffnungsrede. Das Sortiment lasse mit seinen Frischetheken keine Wünsche offen, die Produkte kommen aus der Region, und die Einrichtung des Cafés lade durch moderne und dennoch gemütliche Gestaltung kombiniert mit individuellen Akzenten, wie Bildern aus der Vergangenheit Vichts, zum Verweilen ein. Die Bestuhlung sei ebenso neu wie die Frischetheken, da die Energiebilanz gebrauchter Elektromöbel einfach zu schlecht sei, wusste Rudolf Vanderhuck vom Planungsteam zu berichten.

Auch die Kinder der Kita Mäuseburg riefen in ihrem Lied „In unserem Dorfladen ist es wunderschön“ zum täglichen Einkauf in diesem auf, während Bürgermeister Tim Grüttemeier die Initiativkraft lobte: „Innerhalb kürzester Zeit konnten 40.000 Euro Bürgeranteile aufgebracht werden, um den Laden zu realisieren. Es ist ein Projekt mit Modellcharakter, weil hier nicht gejammert, sondern angepackt wurde.“ Schließlich werde durch den Dorfladen die Infrastruktur des Ortes gestärkt und somit nicht nur älteren, nicht mehr so mobilen Einwohnern ein Stück Selbstständigkeit geschenkt, sondern auch der Wohnort Vicht noch ein bisschen attraktiver.

Am Eröffnungstag zumindest musste sich niemand Sorgen um die Umsätze machen. Der Laden war der Laden so voll, dass es weder Vor noch Zurück ging – und alle wollten es dem Bürgermeister nachtun und wenigstens eine Kleinigkeit kaufen.

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