Großer Andrang beim mobilen Prüfdienst des ADAC

Von: Dirk Müller
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Die gelbe Platte testet die Stoßdämpfer, und auf den roten Rollen werden die Bremsen geprüft beim mobilen Prüfdienst des ADAC. Foto: D. Müller
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„Die Batterie ist schwach“: Georg Sommer vom ADAC wertet die Messdaten einer Prüfung aus.

Stolberg. Um die Mittagszeit schließt Georg Sommer das große Prüfdienst-Mobil des ADAC für kurze Zeit und macht eine verdiente Pause. Bei der ersten Gelegenheit, erklärt er: „Seit heute Morgen reiht sich Auto an Auto. Mitunter standen acht Wagen in der Warteschlange“, beschreibt der für Technik und Umwelt zuständige Prüfer des Allgemeinen Deutschen Automobil Clubs (ADAC).

Der Andrang ist groß – trotz regelrechten Schmuddelwetters mit Wind und Schneeregen. Schon will der nächste Fahrer wissen, wie es um die Stoßdämpfer und Bremsen seines Kfz bestellt ist.

Sommer fährt den Wagen auf den mobilen Prüfstand, positioniert dabei die Reifen zunächst auf gelben Platten, die bald tüchtig rütteln und den Zustand der Stoßdämpfer testen. Danach steuert Sommer die Reifen auf rote Rollen, um die Funktion der Bremsen zu überprüfen. „Die Stoßdämpfer sind noch absolut in Ordnung“, sagt der ADAC-Mann nach den Tests, und dem Fahrer eines älteren Wagens fällt ein Stein vom Herzen, denn er will seinen Gebrauchten mindestens noch einmal über den TÜV bringen. Schlechtere Nachrichten überbringt Sommer ihm jedoch in puncto Bremsen: „Die Bremsscheiben haben Schlag.“

Botschaften für Werkstätten

Eine wichtige Botschaft für den Fahrer und dessen Werkstatt, wie der Prüfer betont. „Es nutzt meist wenig, die Scheiben und die Belege zu erneuern, wenn die Scheiben Schlag haben. Solange die Ursache nicht beseitigt ist, tritt das Problem schnell wieder auf.“

Verschleiß oder Fehler an Radaufhängung oder Lenkgestänge, falsch angezogene Räder oder nicht gängige Bremsteile könnten Gründe für Schlag an Bremsscheiben sein. Viele der Autofahrer, die die kostenlosen Prüfungen des ADAC auf dem Parkplatz des E-Centers in Münsterbusch nutzen, lassen auch die Batterien testen, die im Winter gerne „schlappmachen“.

Zustand der Reifen, Kühlsystem-Frostschutz, Ladekapazität der Lichtmaschine und mehr werden von Sommer geprüft. Wenn Probleme aufträten, handele es sich meist um die Bremsen und schwache Batterien. Während letzteres lediglich unangenehm für die Kfz-Besitzer sei, würden schlechte Bremsen oder Reifen unmittelbar die Verkehrssicherheit gefährden. „Und damit auch Menschen in Gefahr bringen“, betont Sommer, wie wichtig es sei, das Auto überprüfen zu lassen.

Wer glaubt, die Männer würden ihre Autos auf den Prüfstand fahren, während ihre Frauen im Supermarkt einkaufen, irrt übrigens. „Rund ein Drittel der getesteten Wagen werden von Frauen gezielt zum Prüfmobil gesteuert“, erklärt Georg Sommer. Den großen Teil der Fahrzeuge würden gebrauchte und ältere Autos ausmachen, denn „Neuwagen haben Garantie, und neuere Fahrzeuge werden meist regelmäßig Inspektionen unterzogen“. Sowohl für ihn als Prüfer, als auch für seine Kollegen, die „Gelben Engel“ der Pannenhilfe, wie für unabhängige Werkstätten würden modernere Autos allerdings manchmal auch Herausforderungen darstellen.

„Neuere Modelle sind oft mit so viel Technik bestückt, dass wir schneller an die Grenzen dessen stoßen, was nur Vertragswerkstätten machen können.“ Dennoch sei es auch für die Fahrer von modernen Autos durchaus sinnvoll, das Angebot der mobilen Prüfstation wahrzunehmen, meint Sommer. „Bei einem älteren Fahrzeug merkt man zum Beispiel, dass eine Seite schlechter bremst als die andere, denn das Auto zieht beim Bremsen nach links oder rechts. Viele moderne Fahrwerke gleichen dieses Warnsignal mit ausgeklügelter Technik automatisch aus, so dass der Fahrer das Problem gar nicht bemerkt – es sei denn der Wagen kommt auf den Prüfstand.“

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