Große Freude über Babyboom im Bethlehem

Von: Sarah-Lena Gombert
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Stolze Mama: Ramona Borghans hat am 17. Januar ihre beiden Zwillingstöchter Alina und Isabella in Stolberg zur Welt gebracht. Foto: Sarah-Lena Gombert

Stolberg. Friedlich schlummernd liegen Alina und Isabella nebeneinander, eingewickelt in ihre flauschigen Schlafsäckchen. Niemand käme in diesem Moment auf die Idee, dass die beiden ihre stolze Mama Ramona in der vergangenen Nacht ganz schön lange wach gehalten haben. Die beiden Mädchen sind Zwillinge, zwei Tage alt, wiegen kaum 2,5 Kilogramm und sind im Bethlehem Gesundheitszentrum zur Welt gekommen.

Damit liegen sie voll im Trend, denn die Bilanz der Geburtenstation des Bethlehem-Gesundheitszentrums für das Jahr 2016 kann sich sehen lassen. 1501 Kinder haben im vergangenen Jahr im Stolberger Krankenhaus das Licht der Welt erblickt, das sind 13,2 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Und mehr als in jedem anderen Krankenhaus in der ganzen Region (siehe Infobox).

Mehr Kinder, mehr Arbeit

„Das hat nicht nur mit der Kooperation mit dem Krankenhaus Eschweiler zu tun“, erklärt Ansgar Cosler, leitender Oberarzt und Sektionsleiter in der Stolberger Geburtshilfe. Vielmehr sei die steigende Anzahl von Geburten ein bundesweit spürbarer Trend, „und darüber freuen wir uns natürlich sehr“, so der Mediziner.

Mehr Kinder bedeuten für das Team des Krankenhauses natürlich auch mehr Arbeit: „Wir haben im vergangenen Jahr deutlich aufgestockt“, sagt Cosler. So gibt es auf der Station pro Schicht eine Schwester mehr und eine Hebamme mehr. Auch mehr Ärzte sind jetzt für die Patientinnen da. „Das ist notwendig, um allen Ansprüchen gerecht zu werden“, erklärt Cosler. So gebe es beispielsweise vier hell und freundlich eingerichtete Elternzimmer, in denen sich rund um die Geburt beide Elternteile gemeinsam zurückziehen können.

Auch wenn der „Eschweiler-Effekt“ auf die Gesamtstatistik keinen besonders großen Einfluss hat: Besonders viele Kinder wurden im vergangenen Jahr im Oktober in Stolberg geboren, also genau in dem Monat, in dem das „Regionetzwerk für die Frau“ an den Start ging. „Alleine in diesem Monat hatten wir 162 Geburten“, sagt Cosler. Die zweitstärksten Monate waren Mai und September mit jeweils 140 Geburten.

Eng war es seinerzeit nicht nur im Kreißsaal, sondern auch beim städtischen Standesamt im Rathaus. So konnten einige Familien nicht sofort einen Termin beim Amt bekommen, sondern mussten Tage oder Wochen nach dem Krankenhausaufenthalt noch einmal in die Stadt – besonders ärgerlich für alle, die nicht in Stolberg wohnen. Doch auch hier wird in Kürze Abhilfe geschaffen.

„Wir richten gerade unsere Standesamt-Servicestelle im Krankenhaus ein“, erklärt Willi Esser, Kämmerer und zuständiger Amtsleiter bei der Stadtverwaltung. Neues Mobiliar ist bereits bestellt, auch die Fragen zur nötigen EDV seien geklärt, sagt Esser. Vermutlich ab Ende Februar wird es in einem Büro im Foyerbereich des Krankenhauses eine regelmäßige Sprechstunde für junge Familien geben. Wenn alle notwendigen Unterlagen dabei sind, muss Papa nicht mehr ins Rathaus: „Dann wird die Mitarbeiterin die Unterlagen im Krankenhaus vorbereiten, sie nachmittags hier im Rathaus fertigstellen und am kommenden Morgen zurück ins Krankenhaus bringen“, erklärt Esser.

Auch mit dem Neubau der Kreißsäle geht es voran: Das Krankenhaus rechnet in der nächsten Zeit mit der Baugenehmigung. Im vierten Quartal des laufenden Jahres sollen die neuen Säle in Betrieb sein. 1,5 Millionen Euro steckt die Klinik in den Neubau, 200000 Euro Fördermittel hat die Stolberger Stadtverwaltung organisiert.

Gut besuchte Kreißsaalführungen sind für Ansgar Cosler ein Zeichen dafür, dass auch in diesem Jahr wieder viele Frauen in Stolberg entbinden möchten. „Bei meiner letzten Führung durch die Kreißsäle waren 60 interessierte Teilnehmer.“ Für viele Mütter sei die Kinderklinik des Krankenhauses ein wichtiges Argument dafür, ihr Kind in Stolberg auf die Welt zu bringen, sagt Ansgar Cosler. „Gerade für Mütter, bei denen eine Risikoschwangerschaft vorliegt, ist der Aspekt Kinderklinik wichtig“, sagt Cosler. Und tatsächlich sei auch in beinahe jedem fünften Fall eine Überweisung in die Kinderklinik nötig. Warum?

Viele Risikoschwangerschaften

„Zu den häufigsten Gründen, warum ein Kind bei uns in die Kinderklinik kommt, gehört beispielsweise die Schwangerschaftsdiabetes“, erläutert Cosler. Das kann dazu führen, dass ein Neugeborenes erst einmal unterzuckert sei.

Auch Anpassungsstörungen oder Atemstörungen des Neugeborenen können ein Grund für einen Aufenthalt in der Kinderklinik sein. Generell gebe es immer mehr Risikoschwangerschaften, weil viele Frauen heutzutage ein gewisses Alter überschreiten, bevor sie ihr erstes Kind bekommen. Bereits ab 35 gilt eine Mutter als alt. „Die ältesten Mütter, die wir im vergangenen Jahr hatten, waren 46 Jahre alt“, sagt Cosler. Aber auch besonders junge Mütter, also Mädchen im Alter von 13 bis 18, gehören in die Kategorie Risikoschwangerschaften: Hier kann es schnell passieren, dass die Kinder zu klein und zu leicht auf die Welt kommen.

Aber auch Zwillingsgeburten gehörten per se in den Bereich Risikoschwangerschaft, selbst wenn alles in Ordnung ist. So wie beispielsweise bei Ramona Borghans und ihren beiden Töchtern Alina und Isabella: „Ich hatte schon vor der Geburt meines ersten Kindes mit dem Gedanken gespielt, in Stolberg zu entbinden, doch dann haben mein Mann und ich uns wegen der Nähe zum Wohnort für ein anderes Krankenhaus entschieden“, sagt die junge Mutter aus Alsdorf.

Das ist nun drei Jahre her. Als sie zum zweiten Mal schwanger wurde und klar war, dass sie Zwillinge bekommen würde, stand für sympathische junge Frau fest: „Meine nächste Geburt will ich in Stolberg erleben!“

Die Betreuung im Krankenhaus sei super gewesen, sowohl von medizinischer als auch von pflegerischer Seite her, „Hier ist keiner meiner Wünsche offen geblieben“, sagt Ramona Borghans lächelnd, „auch nicht mitten in der Nacht, wenn meine beiden Mädchen ziemlich aktiv sind.“

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