Große Erkältungswelle noch nicht ausgebrochen

Von: Dirk Müller
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Kräuter- und Früchtetee sowi
Kräuter- und Früchtetee sowie frisches Obst und Gemüse zu sich nehmen stärkt das Immunsystem und schützt vor Erkältung. Foto: D. Müller

Stolberg. Ob die Straßen der Kupferstadt wie im letzten Jahr unter Schneemassen verborgen sind, oder die vermeintlich kalte Jahreszeit sich eher warm, dabei aber stürmisch und regnerisch darstellt - Winterzeit ist Erkältungszeit.

Vieler Ortens erklingen Hustengeräusche, die Schnupfennasen niesen um die Wette, Virusgrippe und Erkältung haben Konjunktur, und viele Stolberger Allgemeinmediziner Urlaubszeit. Sechs Arztpraxen waren in der ersten Januarwoche zum Teil nicht telefonisch zu erreichen. Statt einer Ansage, die auf Sprechstunden verweist, war nur endlos das Freizeichen zu hören. Andere Ärzte stellten immerhin mit aufgezeichneten Ansagen in Aussicht, ab Montag, 9. Januar, ihre Praxen wieder zu öffnen.

Die Kupferstädter Hausärzte, die zu Beginn des neuen Jahres praktizieren, sind dementsprechend ausgelastet. Ein glücklicher Umstand ist, dass eine große Erkältungswelle bisher ausgeblieben sei, wie der Apotheker Mark Reinartz berichtet: „In diesem Winter kam es noch nicht zu übermäßigen Häufungen von grippalen Infekten, wobei nicht auszuschließen ist, dass sie noch verstärkt auftreten werden.

Erfahrungsgemäß leiden rund um die Karnevalstage noch einmal viele Menschen an Erkältungskrankheiten.” Diese seien übrigens nicht mit einer Grippe gleichzusetzen, erklärt Dr. Elke Jungemann: „Die Differenzierung von einer Influenza, auch ,echte Grippe oder Virusgrippe genannt, zu einer Erkältung, also einem grippalen Infekt, ist entscheidend. Die Influenza ist eine ernstzunehmende Infektionskrankheit, die oft ärztliche Behandlung erfordert.”

Grippe ist nicht gleich Erkältung

Woran man erkrankt sei, lasse sich in der Regel selbst feststellen. Während sich bei einer Erkältung der Zustand langsam verschlechtere, und Symptome wie Heiserkeit, Schnupfen und Husten zunächst noch erträglich seien, setze die Erkrankung an einer Virusgrippe eher abrupt ein. „Bei der Influenza kann es zu Fieber bis 41 Grad kommen, das wechselweise von Schüttelfrost und Schweißausbrüchen begleitet ist, kommen.

Kopf- und Gliederschmerzen sind stark ausgeprägt, der Husten ist meist trocken und ebenfalls schmerzhaft. Treten diese Symptome und die Verschlechterung des Allgemeinzustands rasch auf, kann es sich um Influenza handeln, und der Hausarzt sollte aufgesucht werden”, sagt die Allgemeinmedizinerin.

Oft Arztbesuch unnötig

Da die meisten Erkältungskrankheiten grippale Infekte seien, schätzt Jungemann, dass in mehr als 50 Prozent der Fälle ein Arztbesuch nicht notwendig sei: „Viel schlafen, viel trinken, sich warm halten, aber auch an die frische Luft gehen und tunlichst nicht rauchen, dann erledigt sich die Erkältung von selbst”. Voraussetzung sei ein gesundes, starkes Immunsystem des Erkrankten.

Dem pflichtet Reinartz bei, ergänzt jedoch, dass die Beschwerden sich lindern lassen und die Heilung beschleunigt werden kann. Bei Erkältungen stellt sich aber für viele Menschen die Frage „Apotheke oder Hausmittel?”. Während Manche tief in „Omas Trickkiste” greifen, halten andere alte Hausmittel für wenig hilfreich und vertrauen auf die Auswahl der Mittel in der Apotheke.

Dabei sei eigentlich gar kein Gegensatz vorhanden, meint Reinartz. „Alte Hausmittel wie Wadenwickel bei Fieber können natürlich helfen. Viele der Mittel, die wir bei Erkältungen anbieten, machen sich die Wirkungsweise von Hausmitteln zu Nutze”, erklärt der Apotheker. Ein Beispiel sei das Inhalieren von ätherischen Ölen wie sie in Kamille oder Salbei vorhanden sind. „Das ist auch das Prinzip von Erkältungsbalsam zum Einreiben, nur dass meist mehrere Kräuter gleichzeitig in den Mitteln enthalten sind. So gesehen sind auch viele schleimlösende Hustensäfte auf pflanzlicher Basis nichts anderes als konzentrierte, anwendungsfreundliche Hausmittel”, führt Reinartz aus.

Um einer Influenza, der „echten Grippe”, vorzubeugen müsse man sich jährlich impfen lassen, da die Viren sich ständig verändern und der Impfstoff dementsprechend angepasst werden muss. Wie man sich vor grippalen Infekten, schützt, erklärt Reinartz: „Man kann vor dem Winter sein Immunsystem aufpäppeln, indem man Zink und Vitamin C entweder durch entsprechende Ernährung oder mit Präparaten in ausreichend hoher Dosierung zuführt.

Aus den apothekenpflichtigen Zubereitungen kann zum Beispiel Zink besonders gut vom Organismus aufgenommen werden, weil es an körpereigene Salze gebunden ist.” Mineralstoffe und Vitamine sollten außerdem ganzjährig nach „Hausmittel-Art” aus frischem Obst und Gemüse sowie reichlich (Mineral-)Wasser, Kräuter- und Früchtetee zugeführt werden.
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