Green steigt aus Windpark aus

Von: -jül-
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An der Windfarm Ad Suidhe nahe dem schottischen Inveraray ist die Stolberger EWV über „Green Gecco“ beteiligt. Foto: J. Lange

Stolberg. Ein Jahr, nachdem die eigens für die regionale Forcierung von regenerativer Energie gegründete EWV-Tochter „Green“ mit großem Enthusiasmus ihre 20 Millionen Euro schwere Investition in die Realisierung eines Windparks mit fünf Anlagen im Laufenburger Wald bei Schevenhütte angekündigt hatte, kam am Mittwoch das Aus für dieses Engagement.

„Die Zeit läuft uns davon“, begründete Unternehmenssprecherin Yvonne Rollesbroich bedauernd die Entscheidung. Aber gegen den politische Willensbildungsprozess in der Stadt Stolberg als Gesellschafterin könne das kommunale Unternehmen nicht voranpreschen.

Der gestrigen Entscheidung vorausgegangen war eine erneute Beratung der Koalitionspartner von CDU und SPD. Sie waren sich bereits im August nicht einig geworden über das weitere Vorgehen. Während die Sozialdemokraten das Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans zur Ausweisung weiterer Konzentrationszonen für die Windenergie fortführen wollen, erklärten die Christdemokraten angesichts „massiver Widerstände“ aus den betroffenen Orten den Ausstieg aus den Planungen.

Weil sich beide Fraktionen aber im Koalitionsvertrag verpflichtet hatte, zu einer einheitlichen Meinung zu kommen, ruhte seitdem das Verfahren. An dieser Haltung nichts ändern konnte auch ein neuerlicher Vorstoß der WSW Energiesysteme Beteiligungsgesellschaft mbH aus Troisdorf, Partner der Green für den projektierten Windpark Laufenburger Wald, nicht. Geschäftsführer Benjamin Heep hatte vorgeschlagen, die Abstandsflächen zur Bebauung auf 1000 Meter auszuweiten. Dieser Vorschlag führte zum Bedauern der SPD nicht zu einer Meinungsänderung auf Seiten der CDU.

Während die Green ihre Konsequenzen aus der aktuellen Lage zog, will allerdings die WSW weiter an dem Projekt festhalten. „Wir werden zunächst das Gespräch mit dem Bürgermeister suchen“, erklärte Heep auf Anfrage. „Aber wir schließen juristische Schritte gegen die Kupferstadt auch nicht länger aus.“ Die WSW reklamiert Planungssicherheit auf Basis des FNP-Änderungsverfahrens und verweist auf das Landesziel, bis 2020 15 Prozent der Energie mit Windkraft zu erzeugen. Der Verweis auf die bestehende Konzentrationszone in der Werther Heide sei dabei nicht ausreichend, weil die Fläche bei Schevenhütte „mit Ausnahme des Widerstandes der Bürger problemlos zu realisieren wäre“, sagte Heep.

Dabei verwies der WSW-Geschäftsführer auch auf den zeitlichen Druck angesichts einer sich kontinuierlich verändernder Lage beim Erneuerbare-Energien-Gesetz, das aufgrund seiner Einspeisevergütungen erheblichen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit von Windparks habe.

Für die Stolberger EWV bleibt es damit vorerst bei den mittelbaren Beteiligungen an den projektierten Windparks in Eschweiler und Körrenzig sowie mit anderen kommunalen Versorgern über die „Green Gecco“ an der bestehenden Windfarm „Ad Suidhe“ im schottischen Argyll.

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