Stolberg - Grafiker und Musiker Gottfried Dahmen ist gestorben

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Grafiker und Musiker Gottfried Dahmen ist gestorben

Von: Annette Siffrin-Peters
Letzte Aktualisierung:
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Als musikalisches Allround-Talent mit seinem Banjo, als Stolberger Urgestein und als Kunst-Dozent wird Gottfried Dahmen in Erinnerung bleiben.

Stolberg. Bisweilen erreichen uns Nachrichten, die einfach nur unglaublich im wahrsten Sinne des Wortes klingen. So etwa diese: Der Stolberger Grafiker und Musiker Gottfried Dahmen ist am 21. Dezember im Alter von 73 Jahren verstorben. Gottfried „Fred“ Dahmen nicht mehr da? Unvorstellbar!

Er gehörte zu der Handvoll von Persönlichkeiten in unserer Stadt, die immer präsent sind. Die organisieren, etwas schaffen, kritisch Position beziehen, wo immer nötig, Neues ins Werk setzen, Altes bewahren und dabei immer hundert Prozent geben. Und dieser Mensch soll nun nicht mehr da sein?

Vermissen wird ihn zuallererst natürlich seine Familie, seine Lebensgefährtin, sein Sohn Tom und sein Enkel.

Fehlen wird er den zahlreichen Musikfreunden. Wer kennt ihn nicht als musikalisches Allroundtalent, als Banjo- und Gitarre spielendes, singendes Urgestein? Bekannt wurde er als Mitbegründer der „Wäggelcher“, die in den Achtziger Jahren legendäre Donnerstagabende in der gleichnamigen, winzigen Altstadtkneipe musikalisch gestaltete. Darauf folgten die „Altstadtmusikanten“ und einige andere erfolgreiche Formationen, die vor allem eines zum Ziel hatten: jenseits von kommerziellem Glamour und Lime-Light bodenständige, aber gute Musik zu machen, Menschen zu unterhalten und zusammen zu bringen. In ersterem war der Fred ein Profi, in letzterem genial. Wo er mit seinen Bands auftrat, blieb der Alltag draußen. Es wurde musiziert und gefeiert in einer Atmosphäre, die jeden mitnahm.

Wohl dem, der dabei auch die heimische Mundart verstand. Mit Herzblut hat Fred Dahmen sie gehegt und gepflegt. Davon künden noch die „Stolberger Liederblätter“, jedes davon in einzigartiger grafischer Gestaltung, die das Liedgut seiner Heimatstadt konservieren.

Um ihn trauern werden auch seine ehemaligen Schüler und viele Kunstfreunde. Zeitlebens arbeitete er als freiberuflicher Diplom-Designer, aber auch als Lehrer in Stolberg, als Dozent der Fachhochschule Aachen und der Fachoberschule Aachen. Er machte sich einen Namen als Illustrator und virtuoser Druckgrafiker mit zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland, darunter Adressen wie der „Prado“ in Madrid. Mit seinen Gemälden, Radierungen, Zeichnungen und anderen Werken gehört er in die Reihe der bedeutenden, auch überregional geschätzten Stolberger Künstler.

Völlig unmöglich, seine zahllosen Aktivitäten und Verdienste aufzuzählen. Eines wird aber auf immer mit seinem Namen verbunden sein: die Initiative „Kommens kicke“, die zu Beginn der Achtziger Jahre den in Langeweile erstarrten Kulturbetrieb umkrempelte und schließlich zur Gründung des „Burghaus ‘81 e.V.“ führte. In den zehn Jahren, die auf diese Initiative folgten, fand Stolberg weit über seine Grenzen hinaus Beachtung durch hochkarätige Ausstellungen, durch das Festival der Liedermacher, das Saitenklänge-Festival, den Bildhauer-Sommer-Wettbewerb, später das Künstlerfest „Stolmartre“ und, und, und. Alles organisiert von heimischen Kräften, Fred Dahmen immer vorneweg.

Und dieser Mensch soll nun für immer weg sein? Keinesfalls. Jeder, der seinen Anteil an seinem vielgestaltigen Schaffen genommen hat, wird ihn in dem reichhaltigen Spektrum wiederfinden, das er uns zurücklässt. Und das tröstet ein Stück weit über den Verlust hinweg.

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