Gottesdienst, Fußmarsch, Himmel un Ääd

Von: Toni Dörflinger
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Traditionsgericht mit Puttes: Auch für (v.l.) Olivia Ganser (Kaiserin), Walter Emonts (Senioren-Kaiser), Reiner Schmitz (Kaiser), André Hennecken (Präsident) und Anni Kreus (Senioren-Kaiserin) gehört Himmel un Ääd zum Karneval. Foto: T. Dörflinger

Stolberg-Breinig. „Himmel und Erde“ (Himmel un Ääd) ist das Lieblingsessen der KG Sündenböcke. In großen Mengen verzehrt wird das aus Kartoffeln, Apfelmus, Röstzwiebeln und gebratener Blutwurst (Puttes) bestehende Gericht immer dann, wenn die Sündenböcke zuvor ihren karnevalistischen Gottesdienst veranstaltet haben.

Nicht anders war es auch diesmal, als sich die Sündenböcke und die Abordnungen der aus der Innenstadt, aus Münsterbusch, Vicht, Zweifall und Brand stammenden Gesellschaften zum Hochamt in St. Barbara und zum anschließenden Himmel-un-Ääd-Essen im Pfarrheim Goldener Stern trafen.

In Mundart beten und singen

Zelebrant des Gottesdienstes – Verkehrssprache der Texte und Lieder war die Mundart – war Pfarrer Ulrich Lühring, der selbst ein großer Karnevalist ist und dessen Auftritte ein Highlight des Breiniger Karnevals sind. Darum war es nur verständlich und nachvollziehbar, dass Lühring den Gottesdienst – die Besucher waren mehrheitlich kostümiert – an den passenden Stellen mit humorvollen Zitaten und Bemerkungen anreicherte. Zu den Höhepunkten der durchaus würdevollen Handlung – die musikalische Gestaltung hatten Franz Körfer (E-Piano), Jan Paprotny (Schlagzeug) und Martin Jung (E-Bass) übernommen, gehörte die Inthronisierung der beiden Kaiserpaare. Sie wurden von Günter Blaszczyk, Vize-Präsident der Sündenböcke, mit Zepter, Reichsapfel und Schärpe ausgestattet. Zwei Kaiserpaare deswegen, weil die Sündenböcke erstmals mit Walter Emonts (Jasse Walter) und Anni Kreus ein Senioren- Kaiserpaar gekürt haben. Vervollständigt wird das diesmal aus vier Personen bestehende kaiserliche Quartett durch Olivia Ganser und Reiner Schmitz. So hatte Schmitz auch die Lesung übernommen.

In die Rolle des Kirchenschweizers – volkstümlich auch Zeies genannt – war Kirchenchormitglied Herbert Schön geschlüpft, der im Takt der Musik seinen Autorität gebietenden Amtsstab schwenkte. Den kurzen Fußweg von der Kirche bis zum Pfarrheim gestaltete dann das aus Breinigerberg stammende Trommler- und Pfeiferkorps, das auch beim wenig später folgenden Fußweg der Kaiserpaare durchs Dorf für die passende Begleitmusik sorgte.

Denn neben Gottesdienst und dem gemeinschaftlichem Himmel-un-Ääd-Essen gehört auch ein kurzer Marsch über die Straße Alt Breinig mit zum Programm. Der Marsch ergibt Sinn. Denn in ihn eingebunden ist stets die Installation einer Gedenkplakette. Weil Breinig aber in diesem Jahr gleich zwei Kaiserpaare sein Eigen nennt, mussten auch diesmal zwei aus Blaustein bestehende Platten im Gehwegbereich zwischen Entengasse und Kirche in den Boden eingelassen werden.

Angefertigt hatte die mit den Namen der Kaiserpaare und dem von Walter Emonts kreierten Alt-Breiniger Spruch „Loss de Ülle mer fleje“ (Lass die Eulen nur fliegen) Sündenböcke-Präsident André Hennecken.

Nach diesem „anstrengenden“ Programm war es nur verständlich, dass sich Kaiserpaare und Gesellschaft das von Willi Croé zubereitete Traditionsgericht gut schmecken ließen.

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