Goldenes Buch dient als Vorbild für Stadt in Korea

Von: Sonja Essers
Letzte Aktualisierung:
15203322.jpg
Robert Walz (links) und Stadtarchivar Christian Altena verwalten das Goldene Buch sowie das Ehrenbuch der Stadt Stolberg. Foto: Sonja Essers
15203319.jpg
Auch Norbert Blüm hat sich im Goldenen Buch verewigt. Foto: Sonja Essers

Stolberg. Wussten Sie eigentlich, dass die Unterschrift von Norbert Blüm, ehemaliger Minister für Arbeit und Soziales, ein wahres Kunstwerk ist? Während sein Vorname von mehreren kleinen Vögelchen umgeben ist, wird aus seinem Nachnamen ein Gesicht mit einer Brille. Ganz schön einfallsreich! Was das mit Stolberg zu tun hat?

Ganz einfach: Norbert Blüm gehört zu den Menschen, die sich im Goldenen Buch der Stadt Stolberg verewigt haben – und ist damit in bester Gesellschaft. Auch Je Jong-Geel, Bürgermeister der koreanischen Stadt Ansan, unterschrieb und war bei seinem Besuch von der Tradition so angetan, dass er diese nun auch in seiner Heimat einführen möchte.

Bunte Zeichnungen

Seit der Rathauseinweihung im Jahr 1977 gibt es das aktuelle Goldene Buch der Stadt Stolberg. Nicht nur Politiker wie Norbert Blüm, Martin Schulz, Ursula von der Leyen oder Ulla Schmidt haben darin unterschrieben. Auch Musiker – wie die Stolberger Sängerin LaFee – oder Sportler haben ihren Besuch in Stolberg auf diese Weise dokumentiert. Zu den Gästen zählte unter anderem auch die Fußball-Weltmeister-Mannschaft aus dem Jahr 1974.

Aber auch Stolberger Persönlichkeiten, die Verdienste auf Landes- und Bundesebene verzeichnen konnten, dürfen sich in das Goldene Buch der Stadt eintragen. Eine von ihnen ist beispielsweise Svenja Dobbelstein, die im vergangenen Jahr Bundesprinzessin des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften wurde.

Die Eintragungen finden nicht zwangsläufig im Rathaus statt. Als Bundesinnenminister Thomas de Maiziére im Mai dieses Jahres die Stolberger Feuerwehr besuchte, trug er sich direkt vor Ort in das Goldene Buch ein. Auch im Zinkhütter Hof haben schon etliche Eintragungen stattgefunden, weiß Robert Walz.

Der Pressesprecher der Stadt Stolberg verwaltet den Band, in den sich die Gäste stets mit einem Füller eintragen. Einträge wie der von Norbert Blüm gehören jedoch eher zu den Ausnahmen. „Die meisten unterschreiben einfach nur. Sprüche gibt es nur selten“, sagt Walz.

Das war auch mal anders. Vor allem in den 1960er Jahren verewigten sich zahlreiche Besucher der Kupferstadt mit bunten Zeichnungen im Ehrenbuch der Stadt. Der Vorgänger des Goldenen Buches lag in der Stolberger Burg aus und wurde als eine Art Gästebuch für Touristen oder Vereine genutzt.

Auch wenn sich darin keine Berühmtheiten verewigt haben, so bleibt dieses doch ein Zeitdokument von besonders großem, ideellen Wert, ist sich Stadtarchiv Christian Altena sicher, der das Exemplar im Archiv aufbewahrt.

Letzte Seite

Besonders lustig: Ein Besucher verewigte sich auf der letzten Seite mit dem Spruch „Ich habe mich hinten angewurzelt, damit niemand aus dem Album purzelt.“ Wer dafür verantwortlich ist, konnte nie herausgefunden werden, so Altena. Im Goldenen Buch der Stadt ist übrigens noch sehr viel Platz. Rund ein Drittel der Seiten wurden bisher genutzt. „Es können in den nächsten Jahren also noch sehr viele Gäste nach Stolberg kommen“, sagt Walz und lacht.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert