Gnome und Spuk auf der Burg

Von: Toni Dörflinger
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Anders als Feuerwerk: Mit Lichtinstallationen und Theaterspiel wird Stolberger Geschichte bei der Erinnerungswerkstatt am Abend des 27.Juni auf der Burg erzählt. Foto: J. Lange

Stolberg. In die Rolle des Arztes Carl Georg Theodor Kortum, der Ende des 18. Jahrhunderts in Stolberg wirkte und Krankheiten der arbeitenden Bevölkerung behandelte, will Professor Dr. Roland Fuchs schlüpfen.

Fuchs, Chef des Museumsvereines Torburg, vertrat einen der zehn Vereine und Institutionen, die jetzt ihre Ideen für die Durchführung der am Samstag, 27. Juni, auf der Burg geplanten Lichtinstallation erläuterten.

Ergänzt wird sie - 350 Scheinwerfer sollen die Burg in ein verschieden farbiges Licht tauchen - durch kleinere Theateraufführungen und Spielszenen, die von der Berliner Künstlergruppe „Grotest Maru” und Kupferstädter Laiendarsteller gestaltet werden.

Die Leitung des von der Stolberg-Touristik und dem Land NRW unterstützten Projektes hat Dr. Nina Mika-Helfmeier, Kulturbeauftragte des Kreises Aachen übernommen.

Neben Fuchs stellten auch die Stadtführerinnen Helma Prössl und Claudia Penner-Mohren ihre Pläne für das Burgprojekt vor. So wollen sich die Stadtführerinnen mit dem Schöffenwesen des 18. Jahrhunderts und dem Kapuzinerpater Protasius Schaaf beschäftigen, der nach 1744 als Pfarrer an der St. Lucia-Kirche tätig war.

Die Gründungsversammlung des Wassenberger Stiftes, bei der 1118 als Freier des Landes der erste namentlich erwähnte Burgherr, Reinardus von Stalburg, anwesend war, will Ralf Herff von den Stolberger Burgrittern darstellen.

Den angeblich in den Stolberger Erzgruben vorhandenen Zwergen und Gnomen will sich Mary Willems von der Gruppe „Kupferstädter Traumtheater” widmen und mit Hilfe ihrer Vereinskollegen, Spukgeschichten darstellen, die einen Einblick in die Kupferstädter Sagenwelt vermitteln.

Einen Männerchor will Reiner Emonds arrangieren, der als Vertreter der Stolberger Chorgemeinschaft Lieder rund um den Vogelsänger und den Hammerschmied inszenieren will.

Die Handelsbeziehungen der Stolberger Kupfermeister, die im 18. Jahrhundert bis nach Marokko reichten, hat sich Schahla Khraifi-Grohall von der in Aachen und Herzogenrath ansässigen Gruppe „Merzouga” zum Vorbild genommen, die das Geschehen in Form eines orientalischen Tanzes darstellen will.

Künstlerin Birgit Engelen plant, den Backofen im Eingangsbereich der Burg am Luciaweg in Betrieb zu nehmen und den Wehrgang in der Nähe des Burghauses mit selbst hergestellten Waldbildern zu bestücken.

Ähnliches hat Katja Knospe von der Jugendberufshilfe vor, die eine Klanginstallation aus Kupferrohren beabsichtigt. Ein am Anfang des 20. Jahrhunderts in Gressenich handelndes Stück hat Friedrich Holtz geschrieben.

Die Handlung dreht sich rund um einen Geologen, der im Gressenicher Wirtshaus „Pannes” auf Steinbrucharbeiter trifft. Diese Handlung soll ebenfalls in das am 27. Juni in der Zeit von 22 bis 1 Uhr geplante nächtliche Spektakel auf der Burg einfließen.

Tolle Ideen, die das Interesse von Mika-Helfmeier und Urs Berzborn von der ausrichtenden Künstlergruppe „Grotest Maru” fanden. „Kostüme und Requisiten gibt´s aus dem Fundus des Grenzlandtheaters oder dem Stadttheater”, versprach die Kreis-Kulturbeauftragte, die das Engagement der Stolberger Bevölkerung sich an dem Spektakel zu beteiligen lobte und die Präsentation auf der Burg als einmalige und große Chance für Stolberg bezeichnete.

Um das „Erinnerungswerkstatt” genannte Projekt durchführen zu können, sind noch weitere Absprachen und Proben erforderlich. So ist das nächste Treffen am Sonntag, 21. Juni, geplant, das dann um 17 Uhr im Museum Torburg am Luziaweg stattfinden soll.
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