Glorreiche Vorstellung der Gospelgruppe reißt Zuhörer von den Bänken

Von: Nina Junker
Letzte Aktualisierung:
13478989.jpg
Die Gospel Singers holten zwei Zuhörergruppen zum Duell an den Altar. Damit war das Eis gebrochen. Foto: N. Junker

Stolberg. Der Ursprung der Gospelsongs ist auf die Geschichte des Sklavenhandels zurückzuführen. Zwischen 1790 und 1830 wurden um die eine Million Menschen aus ihrer afrikanischen Heimat nach Nordamerika verschleppt und zur Arbeit auf den Baumwollfeldern der Südstaaten gezwungen.

Der die harte Arbeit begleitende Gesang stellte dabei die einzelne Möglichkeit der Kommunikation dar. Die sogenannten „Work Songs“, die Tätigkeiten der Gruppen durch einen einheitlichen Rhythmus koordinierten, waren außerdem ein Zeichen innigen Glaubens. Sie wurden bei religiösen Treffen – genannt „shouls“- gesungen, bei denen die schwarze Bevölkerung ihre Begeisterung und ihren Wunsch nach Freiheit zum Ausdruck brachte.

In ihrer Autobiografie „Movin‘ on up“ aus dem Jahre 1966 sagte die zu ihrer Zeit bekannteste Gospelsängerin Mahalia Jackson einst: „Gospel-Musik ist nicht anders als das Singen der frohen Botschaft, das Verbreiten der gute Nachricht. Sie wird bleiben, solange es überhaupt Musik gibt, weil sie mitten aus dem menschlichen Herzen kommt. Singen Sie einmal mit, und ob sie weiß sind oder schwarz- Sie werden es selber spüren. Die Zukunft der Gospelmusik ist heller als ein Frühlingstag.“

Davon konnten sich jetzt auch die Stolberger überzeugen lassen. Die „Glory Gospel Singers“ statteten der Kupferstadt einen Besuch ab und begeisterten die Zuhörer in der gefüllten Finkenbergkirche. Die für jede Tournee ausgewählten Sänger aus der amerikanischen Metropole New York, wussten das Publikum mit einer Auswahl bekannter Gospelstücke zu begeistern und zum Mitmachen zu animieren.

Lieder wie „Swing Low, Sweet Chariot“ oder „Kumbaya“ ließen keinen der Zuhörer still auf ihrer Kirchenbank verweilen. Einige mutige Stolberger können sogar auf ein ganz besonderes Erlebnis zurückblicken: Unter Anleitung der Sänger und Sängerinnen aus den Staaten fand ein kleiner Gesangswettbewerb zwischen je zehn männlichen und weiblichen Zuschauern statt.

Unter großem Beifall der Beobachter duellierten sich die beiden Gruppen. Das Eis zwischen Gospelchor und Besuchern war nun endgültig gebrochen. Das für das Spiritual typische Prinzip des „call and response“, bei dem der Chor und die Gemeinde einem Vorsänger antworten, eignete sich hervorragend, um die Stolberger immer wieder mit ins Programm einzubinden. Nach einer fünfzehnminütigen Pause starteten die Künstler zunächst mit einigen klassischen Stücken wie „Ode an die Freude“ aus Beethovens 9. Sinfonie- in Gospelversion.

Eine der bekanntesten christlichen Hymnen ist „Amazing grace“, die vom ehemaligen Sklavenhändler John Newton verfasst, später aber auch in den Kirchen der Schwarzen sehr beliebt wurde. Mit diesem besonderen Stück wurde den Opfern von Terroranschlägen in Deutschland und Frankreich gedacht. Gebt niemals auf –„never give up“ - lautet der Appell der Chorleiterin.

Mit „O Happy Day“ wollten die Sänger ihr gelungenes Konzert schließen. Doch die Stolberger, die die gesanglich brillante Vorstellung der Gospelsänger mit Standing Ovations würdigten, forderten eine Zugabe.

Nachdem ihnen dieser Wunsch erfüllt wurde, hatten sie beim Verlassen der Kirche noch die Möglichkeit, sich persönlich von den Sängern zu verabschieden und auch mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert