Gleisstrecke ist saniert von Raeren zur Grenze

Von: Jürgen Lange
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Stolberg. „Wir sind gerüstet. Wenn die Deutschen fahren wollen, ist unsere Seite fertig”, heißt es bei der Belgischen Staatsbahn SNCB. Die hat in den letzten Wochen die Gleisstrecke der Vennbahn zwischen Raeren und der deutschen Grenze aufpoliert. Alte Holz- wurden durch neue Betonschwellen ersetzt und das Schotterbett neu gestopft.

Offizieller Anlass für die SNCB tätig zu werden, waren Beschwerden über den Zustand der Bahnübergänge. Sie wurden ausgebessert „und bei der Gelegenheit haben wir die Strecke gleich mitgemacht”. Auf belgischer Seite ist alles in Ordnung. Denn dort erwarten die Behörden eine baldige Reaktivierung der Trasse zwischen Eupen und Stolberg für den Güterverkehr. Erztransporte für die Industrie in Stolberg sollen rollen, berichten die Eisenbahnfreunde Grenzland in ihren Foren.

Die Prognose einer Reaktivierung der Trasse (von Antwerpen) zwischen Eupen und Stolberg (und weiter an den Rhein) liegt jedenfalls auf der Linie einer Studie der Industrie- und Handelskammer sowie von Bestrebungen des Vizeministerpräsidenten der Deutschsprachigen Gemeinschaft, Bernd Gentges, um das Aachener Bahn-Nadelöhr zu umgehen. So wird der Ravel-Radweg zwischen Grenze und Raeren auch neben dem Gleisbett ausgebaut, bestätigte Kabinettschef Leo Kreins.

Gleichwohl kennt man bei der SNCB die Probleme auf deutscher Seite: Der Falkenbach-Viadukt ist zwar mit 20km/h befahrbar, kann allerdings die Bremskäfte nicht mehr auffangen. Er müsste ebenso saniert werden wie der Rüstbach-Viadukt. Hier sind die Überlegungen bereits konkreter. Aber die deutsche Seite hat dabei den Ausbau für den Personenverkehr mit der Euregiobahn im Visier. „Nur wenn der Ausbau gefördert wird” kann die EVS ihn leisten, erklärt Geschäftsführer Thomas Fürpeil.

Gespräche darüber laufen bereits seit langem mit Staatsekretär Achim Großmann, dem Land und den Nahverkehrsverbänden. Die Kosten für die Reaktivierung pro Kilometer Schiene werden auf 1 Million Euro geschätzt. „Wegen der Viadukte rechnet man für die 2,5 Kilometer zwischen Grenze und Stolberg aber mit 15 Millionen Euro”, sagt Axel Wirtz. Der Stolberger Landtagsabgeordnete ist Vorsitzender des Hauptausschusses des Nahverkehr Rheinland. „Ziel ist es, Breinig an die Euregiobahn anzuschließen.”

Das scheitere bislang an einem Fahrplanproblem, weil der Rüstbach-Viadukt nur im Schritttempo befahren werden darf. Wenn aber im kommenden Frühjahr die Fahrpläne der Euregiobahn in Abstimmung mit den Ausbau des Personenverkehrs auf niederländischer Seite angepasst werden, sieht Wirtz Chancen, die Euregiobahn über Altstadt hinaus bis Breinig fahren zu lassen.

Mit einer finanziellen Unterstützung zur Reaktivierung der Strecke bis Wahlheim sei bestenfalls nach dem Ringschluss der Euregiobahn zwischen Stolberg und Alsdorf Ende 2010 zu rechnen. Dann hat die ganze Region den Anschluss an das Verkehrsnetz an der Rheinschiene geschafft.
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