Gleich zwei Otellos im Burghoftheater

Von: Dirk Müller
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Foto: D. Müller
Die „Spielfreu(n)de Würselen 2010” bringen mit niveauvoller Unterhaltung ihr Stolberger Publikum zum Lachen. Foto: D. Müller

Stolberg. Während das Publikum sehnsüchtig den Auftritt des weltberühmten Tenors „Tito Merelli” (Bernhard Bienemann) in der Rolle des Otello erwartet, liegen die Nerven der Macher hinter den Kulissen blank.

Verspätung und der nervöse Magen des Stars sind erst der Anfang - die Aufführung ist in Gefahr, doch für die Verantwortlichen des provinziellen Opernhauses steht fest „Otello darf nicht platzen”. Dass die Vorstellung nicht platzt, ist jedoch kein einfaches Unterfangen. Für die Beteiligten ist es mühevoll, wagemutig und oft chaotisch, für die Zuschauer im Burghoftheater eine amüsante, niveauvolle Unterhaltung, die von den „Spielfreu(n)den 2010” aus Würselen unter der Regie von Stefanie Otten mit viel Humor inszeniert wurde.

Cholerischer Operndirektor

Der zum Cholerischen neigende Operndirektor „Saunders” (Thomas Häusler) und sein unterwürfiger Assistent „Max” (Dirk Verhoolen) stehen vor dem Problem, dass sie „ihren Otello” vermeintlich leblos im Bett des Hotelzimmers vorfinden. Eine leere Tablettenpackung und der Abschiedsbrief, den eigentlich „Merellis” eifersüchtige Ehefrau „Maria” (Birgit Stegink) nach einem Streit geschrieben hat, bestätigen die Vermutung, der Star habe den Freitod gewählt. Nun ist guter Rat teuer, denn wie gesagt: „Otello darf nicht platzen”. Die gleichnamige Komödie von Ken Ludwig hielt in ihrem teils turbulenten Verlauf die Akteure wie das Publikum in Atem, denn Lacher waren garantiert.

„Saunders” Tochter „Maggie” (Anne-Marike Spering), mit „Max” verbandelt, aber heimlich in den Star-Tenor verliebt, die Vorsitzende des Opernkomitees „Julia” (Marie Ross-Willms), die dem männlichen Geschlecht äußerst zugeneigte Sopranistin „Diana” (Brigitte Keldenich), die sich vom Kontakt zu „Merelli” einen Karrieresprung und mehr erhofft, und die ständig störenden Hotelpagen (Leni Besgens und Toni Hildenbrandt) drohen, den kühnen Plan zu vereiteln: „Max” soll in Kostüm und Maske des Otello unerkannt anstelle „Merellis” singen. Irgendwie gelingt die Vorstellung mit dem „falschen Otello” dann doch, und „Max” brilliert als Sänger. Dumm nur, dass „Merelli” plötzlich nicht mehr als tot betrachtet werden kann, sondern quicklebendig unter den Leben weilt...

Kurzweilige Inszenierung

So bescherten die „Spielfreu(n)de 2010” der Volkshochschule Aachen-Nordkreis den Kupferstädter Zuschauern im Burghoftheater letztendlich gleich zwei Otellos auf der Bühne - und einen Abend voller Heiterkeit. Das Ensemble verkörperte die originellen Charaktere des Stückes durchweg überzeugend und reicherte die lustige Handlung mit Wortwitz und Situationskomik gekonnt an. Mit gelungenem Einsatz von Gestik und Mimik gelang es den Darstellern, die kurzweilige Inszenierung nicht zu einem Klamauk geraten zu lassen, dem Publikum allerdings an den richtigen Stellen immer wieder fröhliches Lachen zu entlocken.
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