Giovanna Prandi animiert zum Überdenken der Wahrnehmung

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Mit der Präsentation „Doppi Pensieri” mit Werken von Giovanna Prandi startet Angelika Kühnen (Mitte) in das 13. Jahr des Vichter Kunsthofs.

Stolberg-Vicht. Im 13. Jahr seines Bestehens startet der Europäische Kunsthof Vicht in seiner ersten Ausstellung 2011 mit der Präsentation „Doppi Pensieri” mit Werken von Giovanna Prandi, die von Samstag, 29. Januar, bis zum 13. März an der Eifelstraße zu sehen sein soll.

Giovanna Prandi lebt und arbeitet seit 1989 in Deutschland und seit 1995 in Düsseldorf. Die Mischung aus einerseits italienischen kulturellen Wurzeln durch ihre Kunstausbildung in Trient und Florenz und andererseits deutscher Lebensweise und Realität zeigt bei ihr eine spannende Entwicklung.

Mit der in unserem Leben allgegenwärtigen unterschiedlichen Sicht der Dinge hat sich Giovanna Prandi seit langem immer wieder in ihren verschiedenen Serien „Doppi Pensieri” (doppelt, im Sinne der zwei übereinanderliegenden unterschiedlichen Ebenen ihrer Werke) mit einer außerordentlichen Dynamik an Ideen und unterschiedlichen Techniken auf ihre Weise auseinandergesetzt.

In ihren Bildern zeichnet sie zum einen auf Basis von Fotos in hyperrealer Weise Objekte oder Personen unter Zuhilfenahme ihrer besonderen Technik eines schier unendlichen Kreisens des Bleistiftes. Zum anderen nutzt sie überwiegend colorierten Polyesterharz, mit dem sie mehr auf informelle Art auf Acrylglas arbeitet und dieses als zweite Ebene im Gesamtwerk vorsetzt. Die zweite Ebene ändert die Sichtweise auf das Objekt oder die Person der unteren ersten Ebene.

Es ist fast unverkennbar, dass Giovanna Prandi die Betrachter ihrer Arbeiten zum Überdenken der Realitätswahrnehmung animiert und so einen Spiegel vorhält, auch wenn der individuellen Fantasie des Betrachters keine Grenzen gesetzt sind.

Der Mix aus realen, figürlichen Darstellungen der jeweiligen Basiszeichnungen und der eher abstrakten Darstellungen der darüberliegenden zweiten (doppelten = doppio) Ebene lässt in uns Fragen aufkommen, die wir uns in unseren unterschiedlichen und von Vorurteilen geprägten Sichtweisen zu den unterschiedlichen uns täglich beschäftigenden Reizthemen nur schwer beantworten können.

Warum passieren Dinge und was bedeuten sie für uns, wie zum Beispiel Kriege und Terrorismus, Katastrophen, die Finanzkrise, die Spekulationen, der Wert des Geldes oder die ordnungspolitischen Maßnahmen (jene Themen in den Griff zu bekommen), ebenso der öffentliche Wert bekannter Persönlichkeiten, die Sportereignisse und vieles mehr?

Für die meisten von uns bleiben diese Themen abstrakt und letztlich unbeantwortet, vor allem, wenn man sie mit den Sichtweisen anderer zu vergleichen versucht. Die Reflexion dieser unterschiedlichen Sichtweisen und Abstraktionen - auch durch die Betrachtung von Giovanna Prandis Kunst - macht wieder Hoffnung auf Weiterentwicklung.

Die Vernissage und die Öffnungszeiten

Die Vernissage findet am Samstag, 29. Januar, ab 15 Uhr im Europäischen Kunsthof Vicht, Eifelstraße 61-65, statt. Öffnungszeiten sind samstags und sonntags von 12 bis 17 Uhr.

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