Stolberg - Gewerkschaft setzt erstes Ausrufezeichen im Tarifstreit

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Gewerkschaft setzt erstes Ausrufezeichen im Tarifstreit

Von: gro
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Stolberg. Am Dienstag soll ein erstes Ausrufezeichen gesetzt werden. Um den Druck auf die Arbeitgeber in der laufenden Tarifrunde zu erhöhen, ruft die IG Metall Stolberg/Eschweiler zum Warnstreik auf.

„Das vorliegende Angebot ist völlig inakzeptabel. Das wollen wir mit unserer Aktion klar zum Ausdruck bringen“, betonte IGM-Geschäftsführer Helmut Wirtz am Freitag gegenüber unserer Zeitung.

Während die Arbeitgeber eine Entgelt-Erhöhung um 2,3 Prozent ab 1. Juli bei einer 13-monatigen Laufzeit in Aussicht gestellt haben, fordert die Gewerkschaft 5,5 Prozent mehr Geld und neue Verhandlungen bereits nach zwölf Monaten. Die hält Helmut Wirtz trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage einiger Unternehmen – in erster Linie sind das derzeit KME und Leoni Kerpen – auch für den Bereich seiner Verwaltungsstelle für angemessen und realistisch. „Die dortigen Probleme haben doch nichts mit den Lohnkosten zu tun. Da geht es um strukturelle Dinge.“

Wirtz spricht von „Taschenspielertricks“ und sieht in der Offerte der Arbeitgeber eine „dreifache Nullnummer“, denn: „Im Mai und Juni sollen die Kollegen auf eine Lohnerhöhung verzichten. Auf 13 Monate gerechnet bedeuten die 2,3 lediglich 1,9 Prozent und damit weniger als einen Inflationsausgleich. Und an den zum Teil beträchtlichen Gewinnen der Unternehmen sollen die Arbeitnehmer auch nicht beteiligt werden.“

Angesichts solcher Perspektiven hofft die Gewerkschaft auf eine große Resonanz am Dienstag. Mindestens 400 Metaller werden ab 10 Uhr auf dem Mühlener Markt zur zentralen Kundgebung erwartet. Zuvor treffen sich die Warnstrei-kenden um 8.30 Uhr am Vichter Landhaus sowie auf dem Parkplatz der Festhalle in Weisweiler. Von diesen beiden Treffpunkten geht es dann per Autocorso in die Stolberger Innenstadt. Hier werden neben dem Geschäftsführer auch mehrere Betriebsräte sowie Vertreter der IG Metall-Jugend das Wort ergreifen.

Helmut Wirtz unterstreicht die Kampfbereitschaft der Metaller, auch wenn es sich – anders als beispielsweise im vergangenen Jahr, als es um eine generelle Übernahme-Garantie für Auszubildende ging – diesmal „nur“ um eine Entgelt-Tarifrunde handele: „Die Kundgebung am Dienstag ist erst der Anfang. Wenn sich die Arbeitgeber nicht deutlich auf uns zu bewegen, werden wir in zwei Wochen gezielt in den Betrieben die Arbeit niederlegen.“

Ob dieser Schritt tatsächlich gemacht wird, bleibt abzuwarten. Nicht auszuschließen ist, dass in der Zwischenzeit in Baden-Württemberg oder Bayern ein Pilotabschluss zustande kommt, der dann auch für Nordrhein-Westfalen übernommen wird.

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