Gewerbeflächen und Wohneinheiten: Aufwertung für die Innenstadt

Von: Dirk Müller
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Die Pläne liegen vor: In dem Gebäudekomplex, in dem sich das Victor-Kaufhaus und eine Lotto-Annahmestelle befanden, sollen nach dem Umbau Gewerbeflächen und betreutes Wohnen entstehen. 39 Wohneinheiten sind geplant. Foto: D. Müller
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Die Drummen-Villa soll saniert werden. Anbau und Garagen werden abgerissen, insgesamt entstehen dort 24 neue Wohneinheiten. Foto: D. Müller
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Patrick Born (v.l.), Projektleiter bei Pfennings, bespricht mit Dr. Christoph Kösters und Ralf Hochscherff, Kaufmännischer Leiter der Itertalklinik-Seniorenzentren, die Pläne für das neue Rathaus Carré. Foto: D. Müller

Stolberg. Es ist eine Hiobsbotschaft für die Innenstadt gewesen, als bekannt wurde, dass das Victor-Kaufhaus seine Pforten schließt. Erste Erleichterung stellte sich ein, als die Baesweiler Fred Pfennings GmbH das Objekt kaufte, um es in das neue Rathaus Carré zu verwandeln.

Eine weitere positive Nachricht war, dass der Herzogenrather Architekt Kurt Pidun in die alte „Drummen-Villa“ am Kaiserplatz investieren will. Mit den Details der Projekte können die Stolberger sich bei dem ersten bundesweiten Tag der Städtebauförderung am Samstag, 9. Mai, vertraut machen. Unsere Leser erhalten jetzt schon Einblicke in die konkreten Planungen.

Wie auch bei der alten Kartonagefabrik Hoyer, in die Pidun in Münsterbusch investiert, soll die architektonische Substanz der „Drummen-Villa“ erhalten bleiben. „Die Villa wird innen saniert, energetisch aufgewertet und erhält zum Beispiel eine neue Heizungsanlage“, beschreibt Pidun. In die Ende des 19. Jahrhunderts errichtete Villa werden drei Mietwohnungen installiert. Abgerissen werden sollen der Anbau und die 14 Garagen an der Ecke Grüntalstraße. „Der Neubau wird dann unter dem Motto ,Wohnen für Jung und Alt‘ entstehen“, erklärt Kurt Pidun.

Die Wohneinheiten sollen Flächen von 65 bis 160 Quadratmeter Größe aufweisen, und mit Balkonen, Fahrstuhl und Garagen sollen die 21 neu gebauten Wohneinheiten in bester Innenstadtlage dank generationsgerechter Ausstattung sowohl für Studenten und junge Familien als auch für Senioren gleichermaßen attraktiv sein.

Und zwar ab 2016, denn „wir rechnen mit einer Bauzeit von zwölf Monaten und wollen noch in diesem Jahr mit den Maßnahmen beginnen“, sagt Pidun. Ebenfalls im kommenden Jahr will die Pfennings GmbH die Umgestaltung vom alten Victor-Kaufhaus zum neuen Rathaus Carré abgeschlossen haben.

„Wir haben einen Ankermieter gefunden. Das kommt für uns dem Startschuss für die Realisierung des Rathaus Carrés gleich“, erläutert Patrick Born, Projektleiter bei Pfennings und verweist auf Dr. Christoph Kösters von den Itertalklinik Seniorenzentren. „Insgesamt werden in den Obergeschossen 39 Einheiten für betreutes Wohnen in verschiedenen Größen auf 2538 Quadratmetern entstehen“, sagt Kösters. Mit hohem Standard, Balkonen, Betreuung und Angeboten wie ambulante Pflege oder einem Mittagstisch. „Das Mittagessen kann auch in dem Gemeinschaftsraum in der 2. Etage zu sich genommen werden, der sich auch für Feiern und weitere Anlässe eignet.“

Ebenso wie jüngere Menschen würden Senioren Vorlieben für den ländlicheren oder den urbanen Raum haben, sagt Kösters, der sich mit den Itertalklinik Seniorenzentren bereits in Breinig und an der Stadthalle engagiert. „Stolberg ist uns lieb, und mit dem neuen betreuten Wohnen im Rathaus Carré erweitern wir bewusst das Angebot im innerstädtischen Raum.“ Damit etwa die Balkone realisiert werden können, werde das Gebäude zur Südseite hin „aufgeschnitten“ führt Born aus, der in den 39 Wohneinheiten einen großen Vorteil für die Belebung der Innenstadt sieht: „In dem Gebäude werden Menschen leben und Besuch bekommen, andere arbeiten dort. Handel und Gastronomie werden davon profitieren“, ist er zuversichtlich.

Auch in eigenem Interesse, denn bei dem betreuten Wohnen soll es im Carré nicht bleiben: Im 1. Obergeschoss stehen noch zwei Gewerbeeinheiten mit 120 beziehungsweise 220 Quadratmetern für Büro- oder Praxisräume zur Verfügung, und das Erdgeschoss soll ganz in gewerblicher Hand bleiben.

„1000 Quadratmeter sollen mit einem oder zwei Geschäften gefüllt werden. Wir sind bereits in Gesprächen mit Verbrauchermärkten, die ein hochwertiges und besonderes Sortiment anbieten können. Je nach Interessentenwunsch können auch Teile des Untergeschosses mit einbezogen werden“, so Born. Dies gelte auch für die Ecke Steinweg/Sonnentalstraße, an der einst das Zeitschriften-, Lotto- und Tabakgeschäft beheimatet war, das nun in der Rathaus Passage angesiedelt ist. An dieser Ecke des neuen Carrés sind 320 Quadratmeter im Erdgeschoss zuzüglich gegebenenfalls nutzbarer Fläche im Untergeschoss für Gastronomie vorgesehen.

Und zwar nicht für einen weiteren Imbiss, sagt Born und betont, das Rathaus Carré solle die Lebensqualität in der Innenstadt erhöhen: „Es muss kein Sterne-Restaurant sein, aber gute gehobene Küche soll mit dem hochwertigen Angebot im Verbrauchermarkt korrespondieren.“ Auch in dieser Hinsicht führe die Pfennings GmbH Gespräche mit Interessenten.

Born ist zuversichtlich, das neue Rathaus Carré und andere Projekte wie das um die Drummen-Villa würden das gesamte Umfeld im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Kaiserplatzes aufwerten. „Das macht sich auch in einer positiven Aufbruchsstimmung bemerkbar.“ Ein gutes Beispiel sei die Konditorei neben der Rathaus Passage, die am morgigen Dienstag nach nur kurzem Leerstand unter dem Namen „Sahneschnitte“ neu eröffne und verstärkt Außengastronomie anbieten werde.

Weitere Impulse erhoffe er sich von dem Tag der Städtebauförderung. „Dann können die Stolberger eine genaue Vorstellung davon bekommen, was sich alles in ihrer Innenstadt tut. Wir sind ab 10 Uhr morgens vor Ort, um gewerbliche und private Interessenten zu informieren. Wer möchte, kann sich schon eine Wohnung im neuen Rathaus Carré aussuchen.“ Der nächste Schritt in Richtung Aufwertung der Innenstadt lasse übrigens nicht lange auf sich warten, sagt Born: „In der zweiten Maiwoche beginnen wir mit der Entkernung des ehemaligen Kaufhauses Victor. Unser Ziel ist es, dass die privaten Mieter Mitte 2016 einziehen können. Gewerbliche Mieter können bautechnisch bereits früher das Erdgeschoss beziehen.“

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