Gesundheitstag: Möglichst fit bleiben bis in das hohe Alter

Von: ran
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Demonstration des Könnens: Aufeinander abgestimmt bergen ein Notarztteam des Betlehem Gesundheitszentrums und die Feuerwehr einen Verletzten nach einem schweren Sturz mit dem Fahrrad. Foto: Andreas Röchter
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Großes Interesse: Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, sich am Sonntagnachmittag im Museum Zinkhütter Hof einen Überblick rund um das Thema „Gesundheit“ zu verschaffen.

Stolberg. Das Thema ist allgegenwärtig, betrifft es doch jeden Menschen bereits vor der Geburt und begleitet ihn bis zum letzten Atemzug: Eine möglichst gute Gesundheit ist die Voraussetzung für Lebensqualität. In Kooperation mit der Stadt Stolberg luden die Verantwortlichen des Betlehem Gesundheitszentrums am Sonntag zum „2. Stolberger Gesundheitstag“ in das Museum Zinkhütter Hof ein.

Dort nutzten zahlreiche Besucher die Gelegenheit, ins Gespräch mit Ärzten und Experten des Stolberger Gesundheitswesens zu kommen, teilweise selbst Hand anzulegen in Sachen Wiederbelebung und Erste-Hilfe-Maßnahmen, zuzuhören, zu diskutierten und sich somit so umfassend als möglich zu informieren.

„Der Fokus dieses Gesundheitstages liegt vor allem auf dem Erhalt der Gesundheit. Die Frage lautet, was kann ich rechtzeitig tun, um erst gar nicht krank zu werden?“, verdeutlichte mit Dirk Offermann der Geschäftsführer des Betlehem Gesundheitszentrums, als er gemeinsam mit Bürgermeister und Schirmherr Dr. Tim Grüttemeier sowie Dieter Haack, der als Moderator durch das vielfältige Programm führte, die Veranstaltung, die vor zwei Jahren ihre Premiere gefeiert hatte, eröffnete.

„Die sehr gute Gesundheitsversorgung, auch in den ländlichen Bereichen, ist ein Qualitätsmerkmal dieser Stadt. Die Bewohner Stolbergs und der Umgebung erhalten während des Gesundheitstags die Chance, sich über die weitreichenden Angebote zu informieren, um so auch auf lange Sicht zu profitieren“, ergänzte der Verwaltungschef.

Dass eine sinnvolle Ernährung einen wichtigen Baustein zum Erhalt der Gesundheit darstellt, dürfte inzwischen unumstritten sein. Doch welche Form der Ernährung nun die beste und damit „einzig wahre“ ist, wird leidenschaftlich und höchst kontrovers diskutiert.

Warnung vor Hysterie

Ernährungswissenschaftlerin Anne Cormann warnte im Gespräch mit Dieter Haack sowie beim den Besuchern angebotenen Ernährungsquiz allerdings ausdrücklich vor einer Hysterie in Sachen Nahrungsaufnahme: „Halbwissen, dass mit zum Teil religiösem und missionarischem Eifer weitergegeben wird, kann gefährlich sein.“ Der gesunde Menschenverstand sei dagegen sehr hilfreich.

„Jede traditionelle Ernährungsweise, egal ob asiatisch oder mitteleuropäisch, ist gut. Warum? Weil sie zu Hause zubereitet wird!“, unterstrich die Stolbergerin. Das Zauberwort laute „Zeit“, die sich Menschen zur Zubereitung ihrer Mahlzeiten jedoch immer seltener nähmen. Das Paracelsus-Zitat „die Dosis macht´s“, habe nach wie vor Gültigkeit. Genuss sei dabei keinesfalls ver- sondern vielmehr geboten.

Und dies beinhalte auch die Portion Pommes Frittes oder das Stück(chen) Kuchen. Aber in Maßen statt in Massen. Allerdings gilt es laut Anne Cormann, die eine oder andere Tatsache zu berücksichtigen: So beinhalte ein Glas Orangensaft die gleiche Menge Zucker wie ein Glas Cola. „Dies soll nun keineswegs ein Plädoyer für Cola sein, sondern ein Hinweis, bei Säften Vorsicht walten zu lassen“, erklärte die Ernährungswissenschaftlerin, die stattdessen das Trinken von sechs Gläsern Wasser pro Tag empfiehlt und sich erschrocken zeigt, dass zu viele Menschen zu wenig Gemüse zu sich nähmen.

„Drei Portionen Brokkoli, Gurken oder Paprika täglich sind prima. Vor allem, wenn sie mit zwei Portionen Obst ergänzt werden“, ließ Anne Cormann wissen, bevor sie abschließend die Hoffnung zerstörte, es gebe gesunde Süßigkeiten. „Ich empfehle aber, dem auch bei mir vorhandenen Drang nach einem Stück Schokolade hin und wieder nachzugeben, bevor auf Grund des Entzugs irgendwann alle Dämme brechen.“

Deutlich wurde während des „2. Stolberger Gesundheitstages“ auch, dass die Vernetzung von Kliniken zur weiteren medizinischen Qualitätssteigerung ein Gebot der Stunde ist. Gut ein Jahr ist inzwischen vergangen, seit die Verantwortlichen des St.-Antonius-Hospitals Eschweiler und des Betlehem Gesundheitszentrums mit der Installierung des „Regionetzwerks für die Frau“ in dieser Hinsicht eine Offensive starteten. Seitdem ist der Bereich „Gynäkologie“ in der Nachbarstadt und die „Geburtshilfe“ in Stolberg verortet.

Nicht zuletzt am Beispiel des Mammakarzinoms (Brustkrebs) erläuterte Dr. Gabriele Küpper, Chefärztin der Gynäkologie und Leiterin des in Eschweiler beheimateten Euregio-Brust-Zentrums, die Vorteile. „In den zurückliegenden 20 Jahren konnten erhebliche Fortschritte bei der Bekämpfung des Brustkrebses erzielt werden. Brustkrebs ist heilbar, wenn er frühzeitig erkannt wird. Durch die Konzentrierung auf einen Standort bieten wir den Patientinnen noch bessere Möglichkeiten zur Vorsorge.“

Dr. Uwe Heindrichs, Chefarzt der Geburtshilfe am Standort Stolberg, wies auf die 50-prozentige Aufstockung des gut ausgebildeten Personals hin, die eine 1:1-Betreuung von Hebamme und werdender Mutter häufig möglich mache. Dennoch sei an den Standorten ein weiterer Bedarf an Hebammen und Krankenschwestern vorhanden.

Mit Kinderklinik

Auf die enge Kooperation zwischen Geburtshilfe und der am Betlehem Gesundheitszentrum vorhandenen Kinderklinik wies deren Chefarzt Dr. Heiner Kentrup hin. „Bei jedem Kaiserschnitt ist einer unserer Ärzte dabei, um bei Komplikationen sofort eingreifen zu können.“

Zu den Schwerpunkten der Klinik gehöre die „Neonatologie“, die eine umfassende Behandlung und Versorgung von Frühgeborenen und kranken Neugeborenen einschließlich intensivmedizinischer Behandlung vorsehe. Um die Auszeichnung als „Zentrum“ in diesem Spezialbereich, die erst vor wenigen Tagen erneut ausgesprochen worden sei, zu erhalten, seien „hohe medizinische und organisatorische Hürden“ zu überwinden.

An zahlreichen weiteren Ständen konnten sich Besucher aller Altersklassen unter anderem in Sachen Herzdruckmassage und Erste-Hilfe-Maßnahmen üben. Die Bestimmung des Blutdrucks oder des Blutzuckerwerts stand genauso auf dem Programm wie Reflexübungen, Hör- und Sehtests sowie vieles mehr. Ein ganzheitlicher Gesundheitstag!

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