Stolberg - Gestaltungswettbewerb: Jury wählt die Gewinner aus

Gestaltungswettbewerb: Jury wählt die Gewinner aus

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Freitag fällt die Entscheidung über die zukünftige Gestaltung von Bastinsweiher, Flora und Wiese Frankental. Zum Jahresende sollen die Bagger anrücken können. Foto: J. Lange

Stolberg. Nun ja, der Rittersaal der Stolberger Burg ist keine Sixtinische Kapelle. Und einen Camerlengo, der als päpstlicher Zeremonienmeister das Konklave während seiner Beratungen und Wahlgänge in der guten Stube des Wahrzeichens der Kupferstadt einschließt, wird es auch nicht geben.

Aber spannend wie bei einer Papstwahl geht es schon zu, wenn am Freitag das Preisgericht hinter verschlossenen Türen die besten Entwürfe zur Gestaltung von Frankental und Bastinsweiher auswählt.

Freitag um 9 Uhr beginnt dieses Stolberger Konklave jedenfalls unter strengster Geheimhaltung. Deshalb ist die Vorbereitung und Organisation auch außerhalb des Rathauses angesiedelt: Bei der DSK (Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft), die die Kupferstadt seit 2009 bei der Entwicklung der Innenstadt begleitet, laufen alle Fäden zusammen. „Dort war am 16. Januar der Abgabetermin für die Entwürfe“, erklärt Tobias Röhm. „Ich kenne die Entwürfe bis heute selbst noch nicht“, unterstreicht der Technische Beigeordnete die hohen Ansprüche an den Gestaltungswettbewerb – nicht nur inhaltlicher, sondern auch formaler Art.

Die DSK hat überprüft, ob alle Arbeiten fristgerecht und vollständig abgeliefert wurden, und ob alle auferlegten Rahmenbedingungen der Auslobungsunterlagen eingehalten worden sind. „Es ist alles komplett“, lautete die Rückmeldung an Röhm.

Erst am heutigen Vormittag werden die Arbeiten der acht beauftragten Landschaftsplaner präsentiert, die die Lenkungsgruppe im November auf Basis eines freiraumplanerischen Realisierungswettbewerbs zur Teilnahme aufgefordert hatte.

Für die Planer ist das Konklave nicht minder spannend als für die Jury. Denn für die Vertreter der Büros ist der Rittersaal am Freitag ebenso eine Tabuzone wie für die übrige Öffentlichkeit. Die Planer dürfen ihre Ideen nicht selbst präsentieren. Die Arbeiten müssen überzeugen anhand der Zeichnungen und ihrer Erläuterungen.

Und die werden in der Burg präsentiert wie bei einem anonymisierten Warentest: Nichts darf auf die Marke, also in diesem Fall auf das Planungsbüro, hindeuten. „Jeder Eindruck soll vermieden werden, dass ein Teilnehmer bevorzugt oder benachteiligt werden könnte“, erklärt der Technische Beigeordnete.

Die Grundlagen für die kreative Arbeit sind seit langem in der Kupferstadt in den Ausschüssen und mit den Bürgern diskutiert und festgezurrt. Im Bereich Bastinsweiher und Frankental soll der Verkehrsraum auf zwei Fahrbahnen reduziert und so mehr Gestaltungsfreiheit gewonnen werden. Der Weiher soll für Passanten erreichbar, die Flora als Grünanlage erhalten und die Wiese Frankental einbezogen werden in eine einheitliche Gestaltung.

Entstehen soll mehr Freiraum zum Verweilen und für Außengastronomie, der auch das Geschäftsleben beflügeln soll. Der Planungsraum umfasst die Jordanstraße bis hin zur Achse Talbahnstraße / Am Bastinsweiher, dessen Umgestaltung auch zum Jahresende hin in Angriff genommen werden soll. Ideen und Anregungen liefern sollen die Planer aber für auch die ersten Meter der angrenzenden Salmstraße, die Hinterhof-Szenerie am Bastinsweiher sowie für den Übergang zum Vichtbach in Richtung Ritzefeld-Gymnasien, für die eine Umsetzung allerdings (noch) nicht vorgesehen ist.

Vor Tobias Röhm und den anderen Mitgliedern des Preisgerichts liegt ein langer Tag. Jeder Entwurf wird begutachtet, beraten, überdacht, muss bewertet und ein Protokoll geschrieben werden.

Es wird wohl Abend werden, bevor das Konklave sich auf eine Reihenfolge geeinigt und die ersten drei Preisträger benannt hat. Dann könnte zwar theoretisch weißer Rauch über der Burg aufsteigen, aber verkündet werden sie erst am Folgetag: Alle interessierten Bürger sind eingeladen für Samstag, wenn um 11 Uhr Bürgermeister Tim Grüttemeier mit dem Preisgericht die Gewinner benennt und die Pläne im Rittersaal erstmals öffentlich bestaunt werden dürfen.

Entwürfe im Rathaus zu sehen

Intensiv studiert werden können die Entwürfe dann ab Dienstag, 24. Februar; dann sind sie im Rathaus zur Besichtigung ausgestellt. Dort muss der Ausschuss für Stadtentwicklung am 5. März und der Stadtrat am 24. März auch offiziell beschließen, welcher Entwurf in die Tat umgesetzt wird. „Das ist in der Regel zu 99,9 Prozent der Plan des ersten Preisträgers“, betont Röhm. Theoretisch kann die Politik aber auch zu einer anderen Entscheidung kommen.

Mit einem Volumen von rund 2,3 Millionen Euro förderfähiger Kosten ist die Umgestaltung im Bereich Frankental im Innenstadtkonzept kalkuliert. Sobald feststeht, welcher Entwurf realisiert werden soll, muss das Planungsbüro eine detaillierte Kostenkalkulation erarbeiten. Sie muss Ende März mit dem Förderantrag für diesen Baustein des Innenstadtkonzeptes bei der Bezirksregierung eingereicht werden.

Sobald die Bewilligung vorliegt – sie wird für Mai erhofft – geht‘s an die Ausführungsplanung. Dann folgen Ausschreibung, Vergabe und zum Jahresende der Beginn der Neugestaltung des Quartiers.

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