Gespräche in Ortsteilen sollen Basis schaffen

Von: Michael Grobusch
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Stolberg. Schon als Seniorenbeauftragter hat Paul Schäfermeier gemahnt: „Der demografische Wandel geht uns alle an.“ Mittlerweile ist er Leiter des Sozialamtes, doch an seiner Botschaft hat sich nichts geändert – im Gegenteil: Auch in Stolberg wird der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung immer größer.

Das stellt die Stadt vor neue Herausforderungen. Sie will und muss, so Schäfermeier, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen anpassen, damit die Kupferstadt auch in Zukunft – und das ganz besonders mit Blick auf die Senioren – ein attraktiver Wohnort und Lebensmittelpunkt bleiben wird.

Welche aber sind die Hauptbedürfnisse älterer Menschen? Das will Paul Schäfermeier im Meinungsaustausch herausfinden. Vier Ortsteilgespräche hat der Amtsleiter jetzt im Ausschuss für Soziales und Generationengerechtigkeit für das kommende Jahr angekündigt. Zu diesen sollen jeweils die Bewohner mehrerer Sozialräume eingeladen werden. Insgesamt ist das Stadtgebiet in 14 solcher Sozialräume unterteilt und von der Regio IT auch statistisch erfasst. „Doch wenn ich in jedem einzelnen Sozialraum zu einem Gespräch einlade, wird es wahrscheinlich bis 2018 dauern, ehe erste Ergebnisse vorliegen“, gab Schäfermeier zu bedenken. So viel zeitlichen Spielraum sieht er jedoch nicht. Spätestens Ende 2015 will er der Politik seine Handlungsempfehlungen präsentieren.

Kleinere Wohnungen bevorzugt

Dann wird es sicherlich um das Thema Wohnen gehen. Zwar ist das Angebot an Plätzen in Pflegeheimen nach Berechnungen der Stadt derzeit ausreichend und die Versorgung auch in Zukunft durch die geplanten Neubauten in Breinig und Süssendell gesichert. „Mehr als 90 Prozent der Senioren leben aber in einer ‚normalen‘ Wohnung und betrachten das auch als ein sehr wichtiges Anliegen“, berichtet Schäfermeier. Dabei lautet das Motto „weniger ist mehr“. Und hier liegt das Problem. Denn kleinere Wohnungen mit 50 bis 65 Quadratmetern, am besten barrierefrei und natürlich bezahlbar, sind in vielen Bereichen Stolbergs Mangelware. Vor allem dort, wo die Zahl der älteren Menschen besonders groß ist, was in erster Linie für die Außenbezirke gilt. Beispielhaft kann da Schevenhütte genannt werden mit einem über 30-prozentigen Anteil der 60- Jährigen an der Einwohnerschaft. Und genauso Venwegen, wo die Quote noch höher liegt, was allerdings auch durch die 149 Betten im Haus Maria im Venn bedingt ist.

Hinter dem Wunsch nach Selbstständigkeit, oder wie es Paul Schäfermeier nennt, „selbstbestimmten Wohnen“, steckt noch mehr als eine adäquate Unterkunft. Erreichbare Einkaufsmöglichkeiten genießen ebenfalls hohe Priorität, gleiches gilt für die ortsnahe medizinische Versorgung und die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Auch hier liegt vor allem an den Rändern des Stadtgebietes einiges im Argen, ist der Handlungsbedarf besonders groß.

Welche Punkte noch zu beachten und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind, will Schäfermeier in den Ortsteilgesprächen herausfinden. Zu diesem Zweck soll es auch eine Umfrage geben, die ganz konkret auf die Lebenslage von Senioren in Stolberg und deren Bedürfnisse eingeht.

Am Ende des Prozesses soll dann ein Konzept zur „quartiersbezogenen Seniorenarbeit“ der Stadt Stolberg stehen. Und damit die Basis dafür geschaffen werden, dass Angebot und Nachfrage besser in Einklang gebracht werden können.

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