Gesellschaftlichen Wandel als Chance sehen

Von: Michael Grobusch
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Als Vorsitzender des Seniorenbeirates will Hans-Josef Wellmann maßgeblich dazu beitragen, dass sich Stolberg auf den demografischen Wandel richtig einstellt. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Des einen Pech ist manchmal des anderen Glück: Wenn Hans-Josef Wellmann sich im kommenden Sommer als Vorsitzender der Stolberger Arbeiterwohlfahrt zurückziehen wird, heißt das noch lange nicht, dass er von der Bildfläche verschwindet. Im Gegenteil.

„Der demografische Wandel stellt uns vor große Herausforderungen. Ich möchte einen Teil dazu beitragen, dass wir diesen Herausforderungen gerecht werden können”, kündigt der 68-Jährige an.

Konkret wird das bedeuten, dass sich der engagierte Ehrenamtler noch mehr in die Beratung und Betreuung der stetig steigenden Zahl von Senioren in der Kupferstadt einbringen möchte. Und so schmiedet er bereits Pläne, was vor allem der Seniorenbeirat, dem er auch über 2011 hinaus vorsitzen wird, leisten kann und muss.

„Grundlegende Veränderung”

„Wir stehen vor einer grundlegenden Veränderung im Altersaufbau unserer Bevölkerung”, weiß Wellmann, der dieser Entwicklung aber durchaus Positives abgewinnen kann. „Senioren sind in immer stärkerem Maße daran interessiert, das Gemeinwesen mitzugestalten und Verantwortung zu übernehmen.”

Dies sei vor allem in Zeiten, in denen Ehrenamtliche immer häufiger und mehr die Reduzierung staatlicher Leistungen kompensieren müssten, von großer Bedeutung. Allerdings setze das Engagement von älteren Menschen auch vielfach den Wunsch voraus, in Planungs- und Entscheidungsprozesse einbezogen zu werden.

„Wir müssen bessere Beteiligungsmöglichkeiten schaffen”, fordert Hans-Josef Wellmann. Dies soll natürlich in erster Linie für Stolberg gelten. Doch auch innerhalb der Städteregion ist er bemüht, Zusammenarbeiten mit anderen Beiräten zu intensivieren und die Stellung der Senioren zu stärken.

In diesem Zusammenhang nennt er einige Kernaufgaben für die kommenden Jahre. Zum Beispiel die Altersarmut. „Wir müssen uns fragen, was wir dagegen tun können und wie wir Altersarmut lindern können.” Sicherlich sei der Datenschutz eine Hürde, die nicht immer leicht zu nehmen ist. „Aber gemeinsam mit den Wohlfahrtsverbänden und der Tafel wird es uns gelingen, Kontakt zu den Menschen aufzunehmen, die unsere Hilfe benötigen.”

Auch das Thema Vereinsamung nimmt einen vorderen Platz auf der Prioritätenliste ein. „Wir haben nicht das Geld und die Möglichkeiten wie die gern zitierte Mustergemeinde Schermbeck. Dennoch werde ich nicht aufhören, für ein vergleichbares System der Nachbarschaftshilfe zu werben”, erklärt Hans-Josef Wellmann.

Hinter dem Frühwarnsystem steht in erster Linie ein Netzwerk, das älteren Menschen helfen soll, möglichst lange am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und in ihrer Wohnung oder ihrem Haus bleiben zu können.

Doch damit nicht genug: Altersdiskriminierung, einen seniorengerechten Einzelhandel oder auch öffentlich nutzbare Toiletten im Innenstadtbereich will der Vorsitzende auf die Tagesordnung des Seniorenbeirates setzen und ins Bewusstsein der Gesellschaft rücken. Als Einzelkämpfer sieht er sich dabei nicht, denn: „Das sind Themen, die uns alle angehen und betreffen werden.”
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