Stolberg - Geschichte über Gebäude in der Klatterstraße

Geschichte über Gebäude in der Klatterstraße

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:
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Peter Mensger beschäftigt sich in seiner neuen Broschüre mit dem Gebäude Klatterstraße 26. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Michael Mäurer (1780 - 1856) und sein Wohn- und Geschäftshaus in der Klatterstraße stehen im Mittelpunkt einer 26-seitigen Broschüre, die Peter Mensger erstellt hat. Mäurer, ein Bäcker und Kolonialwarenhändler, hat Mensger deshalb in den Fokus gerückt, weil er 1845 gemeinsam mit seinem Stiefsohn Andreas August Wirtz das Waschmittel- und Kosmetikunternehmen Mäurer & Wirtz gründete.

Dieses hat die industrielle Entwicklung Stolbergs wesentlich mit geprägt. Diese Fakten veranlassten Peter Mensger - der sich seit den 1950er Jahren mit der baulichen Entwicklung Stolbergs beschäftigt und diese in einer umfangreichen, fotografischen Sammlung dokumentiert hat - sich erneut dem früheren Mäurer-Haus in der Klatterstraße 26 zu widmen. Bei seiner Begehung im Juni dieses Jahres entdeckte Mensger - ein früherer Schlosser und Gruppenleiter der Werkstatt Seife im Unternehmen Mäurer & Wirtz - auf der Rückfront des Mäurer-Hauses einen Schlussstein, den er bis dato übersehen hatte.

Der über der Hoftür angebrachte Stein trägt nämlich die Jahreszahl 1802 und die Initialen „M/M“ sowie „M/F/S“: M/M steht für Michael Mäurer und M/F/S für Maria Franziska Schuhmacher. Im Jahre 1802 hatte Michael Mäurer in erster Ehe Maria Franziska Schuhmacher geheiratet. Die zweite Ehe 1821 mit Maria Catharina Wirtz, geborene Welter bescherte ihn dann den Stiefsohn Andreas August Wirtz, seinem späteren Teilhaber. Demnach wurde laut Mensger das Michael Mäurer gehörende Wohn- und Geschäftshaus in der Klatterstraße, das die erste Produktionsstätte der Firma Mäurer & Wirtz war, 1802 errichtet.

Die Tatsache, dass der Schlussstein nicht in der Vorder-, sondern in der Hinterfront eingelassen ist, veranlasste den 80-jährigen Lokalhistoriker zu der These, dass das zweieinhalb geschossige Gebäude einst einen Zugang zum Steinweg besessen hat. Untermauert wird diese Idee durch den Sachverhalt, dass das Gebäude in seinem hinteren Bereich laut einem französischen Katasterplan von 1808 eine Brücke in Richtung Steinweg besaß. Diese Brücke ist heute überbaut und als solche nur noch schwer auszumachen.

In seiner kleinen Broschüre hat Mensger auch die Gegenstände dokumentiert, die einst in der Klatterstraße vorhanden, der Herstellung von Schmierseife gedient haben. So wird ein Siedekessel aus den Anfängen der Dalli-Werke an der Klatterstraße - 1889 verlegte man das Werk in den Kupferhof Grünenthal an der Steinfeldstraße und 1913 in einen Neubau an der Ecke Zweifaller-/Finkensiefstraße - im Depot des Industriemuseums Zinkhütter Hof aufbewahrt. Dort ist auch im Außenbereich eine Kipplore zu sehen, die einst in der Seifenpulverherstellung Verwendung gefunden hatte.

Erwerben kann man diese kleine, im Eigenverlag hergestellte Broschüre, die einen wichtigen Beitrag zur Stolberger Stadtgeschichte darstellt, zum Preis von 5 Euro bei Peter Mensger unter Telefon 20153 oder der Mail-Adresse peter.mensger@gmx.de. Sollte die Nachfrage wider Erwarten groß sein, können weitere Exemplare laut Autor nachgedruckt werden.

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