Geschichte mal anders: Vortragsprofi am „Goethe”

Von: Nina Braun
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Christine Zittel, Sabrina Sieprath, Philipp Pletsch, Judith Sold, Ingo Espenschied, Christian Gröls und Susanne Camphausen unter den Blicken von Schuman, Monnet und Adenauer. Hier vor der 15 Quadratmeter Großleinwand „so groß wie meine Studentenbude in Paris”, scherzt der Referent. Foto: Nina Braun

Stolberg. An einer atemberaubenden Zeitreise zu den Gründungsvätern Europas ließ der Diplom-Politologe Ingo Espenschied die Oberstufe des Goethe-Gymnasiums am Donnerstag, 7. Oktober, teilnehmen. Das „Goethe” hatte sich als Europaschule um den zur Zeit durch NRW tourenden Vortragsprofi und seine einmalige Live-Multimedia-Präsentation beworben.

„Ich möchte die Zuschauer mit in die Geschichte reinziehen”, erklärt Espenschied das Ziel seiner auf einer 15 Quadratmeter großen Leinwand präsentierten Zeitreise.

Das Thema Europa wird in der Oberstufe oft und ausführlich behandelt, die Stimmung im jungen Publikum ist daher zunächst eher skeptisch. Mit einem Headset ausgerüstet, startet der Profi in seinen Vortrag und mit den ersten schwarz-weiß Bildern von Paris, Robert Schuman und Konrad Adenauer verschwindet die anfängliche Unruhe im pädagogischen Zentrum (PZ) schnell.

„Ich habe auch schon den ein oder anderen unruhigen Schüler umsetzen müssen”, lächelt Espenschied, doch dies sollte bei diesem Mal nicht nötig sein. Zunächst entführt die mitreißende Stimme des Redners die Schüler zum 9. Mai 1950, ein historisches Foto zeigt die Pressekonferenz, in der Robert Schuman den nach ihm benannten Schumanplan präsentierte. Bunte Landkarten, Karikaturen zu Frankreich und Europa, Aufnahmen von Zeitzeugen und originelle Film- und Fernsehausschnitte begleiten den Vortrag anschaulich.

Nach dem intensiven Vergleich von Schuman mit Adenauer und der letztendlichen Bildung der Montanunion stellt Espenschied die Frage: Was ist heute, 60 Jahre danach, noch von den Leitgedanken des Schumanplans geblieben? Es stellt sich heraus, dass die vier Grundideen der Gründungsväter, der aus nun 27 Ländern bestehenden europäischen Union, erhalten geblieben sind. Lauter Applaus bestätigt den zufriedenen Redner.

Seine langjährigen Studien in Paris und London hatten Espenschied zu der Entwicklung seiner Multimedia-Show bewegt. „Mein Herz hängt nunmal an dieser Sache und sie scheint den Leuten zu gefallen”, so der Politologe.

Ergänzung zum Unterricht

„Meine Präsentation soll den Unterricht in der Schule ergänzen und nichts vorwegnehmen”, erklärt der Profi. Seine Absicht ist die Kooperation mit den Lehrern. Oftmals haben diese in ihrem Unterricht nicht unbedingt die Möglichkeit, einen so intensiven, kompakten Überblick von der Beziehung Schuman-Adenauer, den Beginn der deutsch-französischen Aussöhnung und der Gründung Europas zu bieten.

Die Zusammenarbeit war erfolgreich. Fragen, die überraschend ans Publikum gestellt wurden, konnten von der Oberstufe des Goethe-Gymnasiums richtig beantwortet werden. Am Ende gab es nur noch eine Frage an Espenschied seitens der Lehrer: „Wollen Sie noch mit auf einen Kaffee ins Lehrerzimmer kommen?”
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