Geschäfte expandieren im Burg-Center

Von: Jürgen Lange
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Neue und vergrößerte Angebote: Im Burg-Center dehnen die Discounter Rossmann, Kik und Tedi ihre Verkaufsflächen aus, die IG Metall zieht ein, und weitere Anbieter zeigen ein Interesse an diesem Standort in Stolberg. Foto: J. Lange

Stolberg. In früheren Jahrhunderten mag es die Krönung einer märchenhaften Karriere gewesen sein, wenn ein Arbeiter in einer Burg residieren konnte. Heute sind es schlichtweg rationale Gründen, die die Stolberger IG Metall veranlasst, ihre Geschäftsstelle vom Mühlener Markt in das Burg-Center zu verlagern.

„Barrierefreiheit und Erreichbarkeit“, erklärt Martin Peters präzise. Wer die heutigen Büroräume auf der ersten Etage des Eckhauses am Mühlener Markt kennt, sieht auf den ersten Blick, dass das Interieur mit dem Charme der 70er Jahre nicht mit einfachen Mitteln auf den Stand der heutigen Zeit katapultiert werden kann. „Renovieren würde dafür bei weitem nicht ausreichen“, sagt der 1. Bevollmächtigte der Gewerkschaft.

Barrierefreiheit und Erreichbarkeit

Die Herausforderungen steigen, Menschen mit Handicap zu beraten oder an den Sitzungen der Gremien der IGM teilhaben zu lassen. Das wird im neuen Gewerkschaftsbüro wesentlich einfacher werden, das die fünf hauptamtlichen Mitarbeiter zum 1. Januar 2018 in Betrieb nehmen. Zudem ist die Erreichbarkeit des Burg-Centers dank ausreichenden Parkraums sowie Euregiobahn- und Bushaltestellen vor der Haustüre wesentlich besser als die heutige Adresse.

Wie auf der Mühle wird die IGM am Oberstolberger Markt rund 180 Quadratmeter Fläche nutzen können, sagt Peters. Die Verträge sind bereits unterschrieben. Und Olaf Kampe hat damit sein wohl größtes Sorgenkind unter Dach und Fach gebracht. Die IG Metall bezieht die Räume des früheren chinesischen Restaurants, die seit dem Brand am 20. Mai 2010 leer stehen. „Die werden wir nun erst einmal fachgerecht herrichten“, sagt der Berater, der bei der Dahlke Immobilien AG mit Sitz in Hückelhoven das 2009 eröffnete Stolberger Geschäftsensemble mittlerweile betreut.

Discounter vergrößern sich

Seit Herbst 2016 ist die Samollie S.á.r.l., eine Gesellschaft beschränkter Haftung in israelischer und niederländischer Hand mit Sitz in Luxemburg, neuer Eigentümer des Fachmarktzentrums. Sie kündigte laut Immobilien-Portal Thomas Daily seinerzeit an insgesamt zehn Millionen Euro in die Gewerbeimmobilie investieren zu wollen.

In der Tat weht wieder ein frischer Wind durch das Burg-Center, nachdem Ende vergangenen Jahres „Mister Lady Jeans“ und „Reno“ die Passage verlassen haben.

Die Drogerie-Kette Rossmann erweitert ihr Engagement im Burg-Center und dehnt sich aus bis zur kleinen Ecke in der Passage. Das Geschäftslokal wächst von 650 auf 950 Quadratmeter, berichtet Olaf Kamper. Der Discounter aus dem niedersächsischen Burgwedel wolle in Stolberg sein neues, zeitgemäßes Filialkonzept umsetzen. Ebenfalls auf Expansionskurs im Burg-Center ist der Textildiscounter Kik betreibt europaweit mehr als 3400 Filialen und erweitert sein Verkaufsangebot um 174 auf 699 Quadratmeter. Die bislang nur als Ausstellungsfenster genutzte, benachbarte Ladeneinheit wird in das Geschäftslokal integriert.

Auch der Non-Food-Discounter Tedi setzt weiterhin auf das Stolberger Burg-Center und dehnt seine Geschäftsfläche aus. Sie wächst von 340 auf 553 Quadatmeter in erster Linie dadurch, dass zur Zweifaller Straße hin liegende und bis dato nicht genutzte Räume in die Verkaufsfläche einbezogen werden.

„Es fehlt zwar noch die Unterschrift unter den Verträgen, aber die Gespräche sind sehr zielführend“, sagt Kamper zu einem Interessenten aus Apothekerkreisen. Der Arzneimitteldienstleister beabsichtigt sich genau dort anzusiedeln, wo bei der Projektierung des Burg-Centers bereits vor fast zehn Jahren bereits eine Doc-Morris-Filiale angedacht war: in dem 311 Quadratmeter großen Ladenlokal am Kreisverkehr. Seinerzeit verzichtete die niederländisch basierte Versandapotheke vor dem Hintergrund wettbewerbsrechtlicher Debatten darauf, die „Stolberg-Karte“ zu ziehen.

Unbedingt in der Kupferstadt setzen möchte zudem ein Anbieter aus der Systemgastronomie. Eine der weltweit mit Filialen am stärksten präsente Fastfood-Kette möchte im Burg-Center ein Restaurant in einer 112 Quadratmeter großen Ladeneinheit eröffnen. Gesucht werde lediglich noch ein Franchaisepartner, berichtet Kamper. Darüber hinaus gäbe es weitere Interessenten und Ausbau-Optionen über rund 700 Quadratmeter für die Adresse Zweifaller Straße 30, die der Immobilienberater aber noch nicht konkreter publik machen möchte.

Spruchreif ist offensichtlich, dass sich auch auf die andere Seite der Passage Bewegung kommt. Der nördliche Westflügel gehört zum Sitz der EWV-Verwaltung mit der Adresse Willy-Brandt-Platz 2. Dort hatten mit ihrer üblichen Winterpause zum Jahreswechsel Resi und Daniel Schweden ihr „Atelier Floral“ geschlossen, um sich vermehrt auf Event- und Auftragsfloristik sowie Workshop-Angebote zu konzentrieren. Das seit 1993 bestehende und seit der Jahrtausendwende in der Passage ansässige „Good-Copy“ eröffnet zum 1. September an neuer Stelle: auf dem ehemaligen Schlachthofgelände an der Eschweilerstraße.

„Wir prüfen derzeit zwei Optionen“, sagt EWV-Sprecherin Yvonne Rollesbroich. Einerseits kann eigener Raumbedarf angesichts der Fusion der Regionetz mit der Stawag zum Jahresbeginn bestehen. Andererseits gäbe es Interessenten aus der Dienstleistungsbranche für diese Ladenlokale. Bereits zum 1. Juni hatte Karin Jünger den Lotto-, Zeitschriften- und Tabakwarenladen in der EWV-Zentrale von Kunigunde Bünten übernommen, so dass die der 76-Jährige ihren wohl verdienten Ruhestand antreten konnte.

Aufschwung auch in Innenstadt

Zu diesem Zeitpunkt erfreute eine weitere Meldung über einen Vermarktungserfolg die meisten Stolberger. Die niederländische Discountkette Action eröffnet in diesem Herbst auf 1000 Quadratmeter eine Stolberger Filiale im „Rathaus-Carré“, so dass auch an diesem Ende der Fußgängerzone ein neuer Frequenzbringer für Belebung sorgen kann. Zu einem solchen Publikumsmagneten scheint sich derzeit der Kupferpavillon auf dem Kaiserplatz zu entwickeln.

Und über eine positive Resonanz berichten auch die beiden Inhaberinnen, die in den vergangenen Monaten neue Boutiquen am Steinweg und an der Rathausstraße eröffnet haben. Und augenscheinlich gibt es derzeit einen besonders großen Trend rund um die Schönheit: Eine Reihe von Nagel- und auch Kosmetikstudios hat in den vergangenen Wochen eröffnet. Zudem soll als ein Tatoo- und Deko-Studio an der Rathausstraße in Kürze die Tore öffnen.

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