Gesamtschule: Fragenkatalog der CDU bringt SPD auf die Palme

Von: kol
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Stolberg. Früher als erwartet, nämlich noch vor der Kommunalwahl im August, wird sich der Rat der Stadt mit dem Thema Gesamtschule befassen. Dass der Antrag, der genau dies bewirkt, aber aus den Reihen der CDU stammt, darf man getrost als Überraschung werten.

Ausgerechnet die Christdemokraten, die - vor allem in Person des Schulausschussvorsitzneden Axel Wirtz und des schulpolitischen Sprechers Ludwig Hahn - die Errichtung einer Gesamtschule in Stolberg bislang kategorisch abgelehnt hatte, überholt jetzt auf diesem Terrain die SPD.

Die hatte nämlich schon angekündigt, in der kommenden Legislaturperiode eine Bedarfsanalyse zu beantragen - sozusagen der erste Schritt hin zu einer Gesamtschule. Eine Ankündigung, die bei der Union prompt auf heftige Kritik gestoßen war.

Nun beantragt die CDU selbst diese Elternbefragung, um den Bedarf in Stolberg zu ermitteln. Zuvor jedoch soll, so die CDU-Fraktion, die Verwaltung ein Konzept erstellen, in dem zahlreiche Fragen zu beantworten sind. Und die haben es in sich.

So wollen die Christdemokraten wissen, unter welchen Voraussetzungen eine Gesamtschule in Stolberg eingerichtet werden könne. Sprich, mit welchen Kosten wäre dies verbunden, welche Auswirkungen hätte es auf andere Schulen, müssten eventuell bestehende Schulen geschlossen oder umgenutzt werden und seien in diesem Fall Fördermittel zurückzuzahlen. Auch will die CDU geklärt wissen, ob eine solche Gesamtschule im Ganztagsbetrieb geführt werden könnte und welche Auswirkungen sie auf bestehende Gesamtschulen in den Nachbarkommunen hätte.

Kontroverse Diskussion

Die CDU begründet ihren Antrag mit der zunehmenden Verunsicherung von Eltern, Schülern und Lehrern, die durch die kontroverse Diskussion um die Gesamtschule entstanden sei.

Eine Verunsicherung, die die CDU mit ihrer angedrohten Schulschließung selbst geschürt habe, findet man bei der Stolberger SPD. Dass es die CDU mit der Gesamtschule ernst meint, glaubt dort ohnehin niemand. „Das ist doch eine Mogelpackung”, sagt SPD-Vorsitzender Martin Peters. Die CDU wolle mit ihren Fragen, die sie stellt, doch schon die Richtung gegen die Gesamtschule vorgeben.

„Ob eine Gesamtschule im Ganztag oder nur Halbtag eingerichtet werden kann, das regeln wir nicht in Stolberg, sondern in Düsseldorf”, sagt Peters. Tatsächlich erlaubt die schwarz-gelbe Landesregierung derzeit zwar neue Gesamtschulen, diese dürfen aber nicht im Ganztagsbetrieb laufen. „Das muss man mal erklären, wieso man allen Schulformen den Ausbau zum Ganztag ermöglicht, nur neuen Gesamtschulen nicht”, so Peters. Wenn der Vorteil des Ganztagsbetriebs nicht gewahrt sei, mache die Gesamtschule keinen Sinn, und das sei genau das Ziel der Christdemokraten.
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