Geplante Reithalle: Landwirt nimmt Rücksicht auf den Vicus

Von: -jül-
Letzte Aktualisierung:
11892896.jpg
Die Heimat von Milchkühen und Jungbullen sowie einer Zucht von Welsh-Ponys: Der Bauernhof an der Gressenicher Eiche soll um eine Reithalle erweitert werden. Foto: J. Lange

Stolberg-Gressenich. Der Bauernhof der Familie Kutsch an der Gressenicher Eiche ist nicht nur in Kreisen der Milchwirtschaft ein fester Begriff, sondern auch unter Pferdefreunden mehr als ein Geheimtipp. Im vergangenen Jahr erhielt Tochter Anna Kutsch im Dressurstadion des Aachen-Laurensberger Rennvereins bei der fünften Euregio-Pferdeschau, bei der mehr als 250 Pferde vorgestellt wurden, mit der dreijährigen Stute Destiny‘s Shazda den 1-A Preis in der Abteilung Welsh A.

Prämierungen auf Bundesebene, in Belgien und Holland dokumentieren die Zuchterfolge mit Welsh Ponys – ein Hobby, das Anna vermutlich von ihrer Mutter Ellen Kutsch übernommen hat, die vor einiger Zeit mit der Pferdezucht auf dem seit 1933 bestehenden Bauernhof begonnen hat. Im Haupterwerb geht es auf diesem Gehöft mit 87 Hektar aber weniger um Pferde, sondern vor allem um die Milchwirtschaft. Neben 100 Milch-, zehn Mutterkühen, 86 Jungrindern und zwei Ziegen sieht die Zielplanung des Betriebes auch die Haltung von 40 Pferden vor.

Zur Sicherung des landwirtschaftlichen Betriebsstelle und der innerfamiliären Nachfolge sollen die Stallungen in Gressenich um eine Reithalle ergänzt werden. Heute entscheidet der Ausschuss für Stadtentwicklung über die planungsrechtliche Stellungnahme. Die etwa 50 mal 30 mal 7,90 Meter messende Bewegungshalle sollen zusätzlich 20 Pferde eingestallt werden können.

Aus Sicht der Landwirtschaftskammer erfüllt das Vorhaben des Landwirtes alle wichtigen betrieblichen und wirtschaftlichen Eckpunkte inklusive ausreichender Futtergrundlage und Gülleentsorgung.

Allein der Historie Gressenichs zu schulden ist eine Änderung entgegen der ersten Überlegungen: Die Reithalle wurde von der Landesstraße weg weiter zurück auf die Weide versetzt. Ähnlich dem gegenüber auf der anderen Straßenseite liegenden Vorhaben, einen Nahversorger anzusiedeln, weicht auch die Reithalle den großen, aber im Boden verborgenen Spuren der römischen Siedlung aus oder wird bewusst überbaut. Bis ins 4. Jahrhundert hinein existierte in diesem Bereich Gressenichs ein Vicus, eine kleine Siedlung, mit bis zu 250 Bewohnern und der Serienproduktion von „Hemmoorer Eimern“, individuell gestaltete Messinggefäße für den Export ins römische Weltreich.

Die Verwaltung kann keine Bedenken erkennen und empfiehlt der Politik die Zustimmung.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert