Stolberg - Genehmigung erteilt: EVS reißt das alte Stellwerk ab

Genehmigung erteilt: EVS reißt das alte Stellwerk ab

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Der Abriss des Stellwerks ist genehmigt. Die Einmündung soll umgestaltet werden. Foto: J. Lange

Stolberg. Es ist eines der letzten historischen Relikte der Eisenbahngeschichte in der Kupferstadt: Die Tage des Stellwerks „Shf Altstadt“, oder wie es früher hieß „Shf Hammer“ sind gezählt. Das sind sie im Grunde schon seit 17 Jahren, aber jetzt ist der Countdown für den Abriss angezählt.

Das treibt Stolberger Historiker auf die Palme. „Das Stellwerk ist außer des Schienenweges das letzte technische Relikt der Talbahnstrecke von 1881. Alle anderen damals entstandenen Bauwerke sind inzwischen verschwunden und abgerissen worden“, schreibt Toni Dörflinger auf der Facebook-Seite „historia stolbergeriensis“ und setzt sich mit weiteren Geschichtsfreunden für einen Erhalt des um 1909 entstandenen Stellwerks ein.

Aber die Stadtverwaltung hat „mittlerweile den Abrissantrag des privaten Eigentümers bewilligt“, bestätigt der Technische Beigeordnete, Tobias Röhm, auf Anfrage unserer Zeitung. Die Euregioverkehrsschienennetz GmbH (EVS), die ihre Infrastruktur der Euregiobahn und dem Güterverkehr zur Verfügung stellt, kann und möchte auf das Bauwerk verzichten.

Für den Betrieb der Strecke wird es nicht mehr benötigt, aber der Unterhalt verursacht Kosten. Bis 2011 wurden von dem Stellwerk aus die Schranken – bis 2002 sogar noch manuell von Hand – des Bahnübergangs Aachener Straße und die Abwicklung des Zugverkehrs im Bahnhof Hammer betreut. Das geschieht seit sechs Jahren elektronisch vom zentralen Stellwerk im Hauptbahnhof, dem 1888 erbauten und liebevoll renovierten Betriebssitz der EVS.

Seit Jahrzehnten hat die Stadt ein Auge auf das Stellwerk geworfen. Beim Bau der Rathausumfahrt in den 80er Jahren war es unverzichtbar für die Nato-Transporte auf der Vennbahnstrecke, später beim Umbau des Einmündungsbereiches fehlte der Stadt das Geld, die geplante Rechtsabbiegerspur nach Büsbach dort anzulegen, wo heute noch das Stellwerk steht. Entsprechende Vereinbarungen zwischen EVS und Kupferstadt waren bereits vor dem Betriebsbeginn der Euregiobahn im Juni 2001 getroffen worden.

Allerdings entsprechen die damaligen Straßenplanungen nicht mehr dem heutigen Stand. Die separate Rechtsabbiegerspur nach Büsbach ist kein Thema mehr. Im Rahmen der Umgestaltung des Oberstolberger Marktes soll aber der Einmündungsbereich von Aachener Straße und „An der Krone“ neu gestaltet werden. Auch dabei steht nach aktueller Planungslage das Stellwerk im Weg. Ein Baubeginn im Rahmen des Entwicklungskonzeptes Talachse ist für 2019 vorgesehen.

Erwartet wird, dass die EVS den Abriss dieses „Kleinods der Eisenbahnlandschaft“, wie es die Historiker formulieren, zügig im nächsten Jahr vorantreiben wird. „Die Standsicherheit ist nicht mehr gegeben“, sagt Geschäftsführer Thomas Fürpeil. Dann steht „außer dem Empfangsgebäude in Atsch von 1888 steht kein Bauwerk mehr, das die Eisenbahngeschichte als Teil der großen Industriegeschichte abbildet“, so formulieren es die Historiker.

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