Stolberg - Gemeinschaftskonzert der Männerchöre liefert abwechslungsreiches Klangerlebnis

Gemeinschaftskonzert der Männerchöre liefert abwechslungsreiches Klangerlebnis

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
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Bei dem großen Finale des Gemeinschaftskonzert der Männerchöre stehen erstmals auch Damen mit auf der Bühne, und die Sängerinnen und Sänger intonieren gemeinsam mit dem Publikum das Stolberger Lied „Der Hammerschmied“. Foto: D. Müller

Stolberg. Es ist erstmalig ein „Gruppenbild mit Damen“, das die vielen hundert Gäste beim großen Finale des Gemeinschaftskonzerts der Männerchöre begeisterte, da sich zu den vier Männergesangvereinen auch der gemischte Kammerchor der Volkshochschule Stolberg gesellte.

Mit stimmlicher Unterstützung des Publikums erklang „Der Hammerschmied“ als stimmungsvoller Schlusspunkt des gelungenen Traditionskonzerts im Rahmen des städtischen Kulturprogramms.

Das 58. Gemeinschaftskonzert der Stolberger Männerchöre überzeugte durch ein Programm voller Vielfalt und setzte die Schönheit des Chorgesangs glänzend in Szene.

Thomas Hoppe vom ausrichtenden MGV der Siedlergemeinschaft Donnerberg führte durch einen abwechslungsreichen Abend mit ansprechenden Darbietungen. Die Donnerberger Sänger eröffneten den melodischen Reigen mit dem Thema „Wasser“: Agil und vielstimmig brachten sie unter der Leitung von Gunther Antensteiner und zur Klavierbegleitung von Elke Hoffmann-Kittel etwa „An der schönen blauen Donau“ (Johann Strauß) zu Gehör. Der MGV besang schwungvoll Rhein und Mosel, bevor er sich mit „Die Capri-Fischer“ (Ralph Maria Siegel / Gerhard Winkler) empfahl.

Besinnlichere Literatur hatte der MGV Leoni-Kerpen ausgewählt. Kurt Haller dirigierte unter anderem Viktor Kahls „Heimat, liebe Heimat“, und von Ursula Ritzen am Klavier begleitet präsentierte der Männerchor gefühlvoll „Gestern noch“, die deutsche Version von „Yesterday“ (John Lennon/Paul McCartney) mit dem Text von Fred Oldörp, sowie „Musik ist meine Welt“ (Johannes Kalpers, Arrangement: Winfried Siegler Legel). Bereichert wurde das Gemeinschaftskonzert traditionell durch einen Instrumentalteil in der Mitte.

Diesen gestaltete das Erste Stolberger Akkordeonorchester auf hohem Niveau, zeigte sich unter der Leitung von Carlo Plaum beispielsweise beim „Barbier von Sevilla“ (Giacomo Rossini, Arr.: Curt Herold) temperamentvoll und machte in der Folge seinem Namen „Harmonia“ alle Ehre. Bei dem „Cole Porter Medley“ (Arr. Renato Bui) kamen die Sängerinnen und Sänger sowie das Publikum Plaums Aufforderung mitzusingen bereitwillig nach, und hoch atmosphärisch erklangen „Wunderbar“ oder „Ganz Paris träumt von der Liebe“ in der Stadthalle.

Mit viel Rhythmus, kraftvoll und ausgewogen sang der von Markus Platzbecker dirigierte MGV Mausbach (Klavierbegleitung Theo Palm) den in sich facettenreichen „Liederzyklus Reiterleben“ von Niels Wilhelm Gade, mit dem der Männerchor offensichtlich den Geschmack der Zuhörer traf. Auch für Arnold Kempkens‘ „Prager Studentenlied“ erhielten die Mausbacher Sänger viel Applaus. Da Josef Otten erkrankt war, übernahm Klaus Weiß die Leitung des Büsbacher MGV, der ebenfalls von Theo Palm am Klavier begleitet wurde.

Der Chor forderte im Text von Friedrich Zimmer aus Giuseppe Verdis Oper „Ernani“ zunächst virtuos auf „Erhebet das Glas“, entfaltete darauf gekonnt die Dynamik des Lieds „Juvallera, Herr Luther“ aus „Hoffmans Erzählungen“ (Jacques Offenbach).

Scheinwerfer immer noch defekt

Der Büsbacher MGV brillierte mit Verdis „Chor der Gefangen“ („Va, pensiero“ aus Nabucco) und leitete damit empfindsam wie harmonisch zu dem Auftritt des Kammerchors der VHS über. Das von Klaus Weiß dirigierte gemischte Ensemble entführte die Gäste eindrucksvoll in die Weite Skandinaviens, ließ die Schönheit der Landschaft und die Seelen der Bewohner Musik werden.

Die Lieder aus Schweden und Finnland berührten das Publikum derart, das es der Bitte, zwischen den Stücken nicht zu applaudieren, nicht nachkommen konnte: Nach „Gabriella‘s Song“ (Stefan Dan Nilsson) war die Begeisterung zu groß und tosender Beifall die Folge.

Das 58. Gemeinschaftskonzert der Männerchöre war ein durchgängig klangvolles Erlebnis mit vielen Glanzlichtern, der einzige Wermutstropfen für viele Gäste bestand darin, dass die Akteure auf der Bühne eben nicht im Rampenlicht standen. Die Scheinwerfer, die bei dem letzten Gemeinschaftskonzert ausgefallen waren, standen auch ein Jahr später immer noch nicht funktionstüchtig zu Verfügung, so dass Sängerinnen, Sänger und Orchester aus einem diffusen Zwielicht heraus musizierten, da sie lediglich von wenigen Neonröhren der Deckenbeleuchtung erhellt wurden.

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