Stolberg - Gemeinsamer Gottesdienst im ökumenischen Gemeindezentrum

Gemeinsamer Gottesdienst im ökumenischen Gemeindezentrum

Von: mlo
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„Gott will bei uns wohnen“ - Wie dies aussehen kann, dazu gab es Antworten von verschiedenen Kreisen, die im ökumenischen Gemeindezentrum beheimatet sind. Foto: G. Toehgiono

Stolberg. Dass Christus weder katholisch noch evangelisch oder orthodox ist, zeigten mehr als dreihundert Menschen, die am Montagmorgen in den Saal des ökumenischen Gemeindezentrums gekommen waren, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern.

„500 Jahre Trennung sind genug“ meinte Pfarrer Jens Wegmann in seiner Ansprache und wies auf das diesjährige Reformationsjubiläum hin, das zum ersten Mal ökumenisch stattfindet, wie es von Martin Luther zu seiner Zeit gedacht war. „Nicht Trennung und Abkehr verbinden, sondern ein neues Miteinander und Umkehr“.

So lag der Schwerpunkt an diesem Morgen bei dem Gedanken, „dass Gott bei uns wohnen will und was das für die Christen bedeutet“. Mitglieder des Wortes des Lebenskreises, der Konfirmanden, der Evangelischen Kantorei, der Kolpingfamilie und des Weltjugendtages gaben dazu Antworten. Immer wieder war von Herzen öffnen die Rede, von Kraft und Weisheit, Liebe und Barmherzigkeit gegenüber Menschen, die verwundet sind.

Man spürte förmlich die Sehnsucht nach Einheit, und dass die Christusliebe und die Liebe zur Welt - das eine folgt aus dem anderen - gelingen kann, indem sie die fundamentalistischen Strebungen, verhindert, damit das Reich Gottes lebendig wird. „Pfingsten ist das Fest der ungewöhnlichen Ereignisse“ („der Geist Gottes weht, wo er will“), begann Pfarrer Axel Neudorf seine Predigt, als sein Handy klingelte.

Mucksmäuschenstill lauschten alle dem Dialog mit dem Anrufer, der eine Wohnung mit familiären Bindungen suchte. Bald entpuppte sich der Anrufer als Gott, der nur da wohnen kann, wo man ihn einlässt. Musikalisch stark zeigte sich der Gemeinschaftschor bestehend aus Evangelischer Kantorei, St. Franziskus und St. Cäcilia, der, begleitet von Piano, Orgel, Flöte oder Geige, mit drei modernen Stücken den Gottesdienst musikalisch verschönerte.

Gemeinsam gesprochene Gebete und Lieder der neueren Art rundeten den Vormittag ab. Vor dem Schlusssegen wurde den vielen Helfern der beiden Gemeinden gedankt, die sich im Vorfeld um den Aufbau, die Bestuhlung und nun um Grillstand, Salatbar, Kaffee und Waffeln oder anderen Getränken kümmerten. Bei Sonnenschein und warmen Temperaturen saß man zusammen, versüßte den Gaumen und sprach über dies und das.

Die Kinder sprangen auf der Hüpfburg, spielten Kicker oder beteiligten sich an der Graffiti-Aktion. Ein Stand der Kolpingfamilie und der Weltladen mit einem Verkaufsstand ergänzten das Angebot. Neu waren der Bücherflohmarkt und die eindrucksvollen Filmsequenzen des Wort-des-Lebenskreises, die von der Kundgebung eines Kongresses auf dem Münchener Stachus berichteten, wo Reinhard Kardinal Marx und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm von ihren Erfahrungen einer echten, wahrhaftigen, versöhnten Vielfalt von Konfessionen und Kulturen erzählten.

Ihren Traum, sich für die Schwachen, für die Schöpfung, für eine Welt einzusetzen, damit jeder Mensch in Würde leben kann, berührte auch die Gäste, die sich diese Abschlusskundgebung, an der mehr als 5000 junge Menschen teilnahmen, ansahen. In Stolberg fühlten sich die Gläubigen vom gemeinsamen Weg der Kirche beschenkt und gingen gut gelaunt nach Hause.

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