Gemeinsam gegen jeden Extremismus angehen

Von: Dirk Müller
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Carsten Kreitz (Julis), Ronja
Carsten Kreitz (Julis), Ronja Missong von den „Jusos”, Dina Graetz (Grüne Jugend) und Hans Bruckschen von der Jungen Union (v.l.) freuen sich über die rege Beteiligung von Stolberger Schülern an der gemeinsam organisierten Veranstaltung gegen Radikalismus. Foto: Dirk Müller

Stolberg. „Jeder Extremist ist Mist! Gemeinsam gegen Rechts- und Linksextremismus” war der Titel einer Veranstaltung für Kupferstädter Schüler ab der neunten Jahrgangsstufe.

Und das „Gemeinsam” nahmen die Organisatoren wörtlich, denn zu dem Informations- und Austauschvormittag hatten gleich vier politische Jugendorganisationen Stolbergs im Verbund eingeladen.

„Extremismus ist ein überparteiliches Thema”, erklärte Hans Bruckschen bei der Begrüßung der rund 70 Schüler, die im Evangelischen Gemeindezentrum an der Frankentalstraße versammelt waren. Bruckschen ist Vorsitzender der Jungen Union der CDU, die zusammen mit den „Jusos” (SPD), den „Julis” (Junge Liberale der FDP) und der Grünen Jugend die Veranstaltung ausrichtete.

Gemeinsame Aktionen

Wichtig ist den Jugendorganisationen ein gelebter demokratischer Grundkonsens. „Wir wollen nicht nur eine Veranstaltung wie diese wiederholen, sondern planen auch noch andere gemeinsame Aktionen, beispielsweise einen gemeinsamen Besuch des Landtags”, erläutert Ronja Missong von den „Jusos”.

Dina Graetz (Grüne Jugend) betont, dass der Dialog einen höheren Stellenwert als der Streit habe, auch wenn man politisch oft verschiedener Meinung sei. Außerdem gebe es bei den demokratischen Parteien wichtige Übereinstimmungen.

„Wir alle wollen junge Menschen dafür begeistern, sich zu engagieren. Ein freundlicher und respektvoller Umgang miteinander ist für uns selbstverständlich”, führt Carsten Kreitz von den „Julis” aus.

Frucht der Kooperation von Kupferstädter Jungpolitikern war am Dienstag eine gelungene Veranstaltung, die für die teilnehmenden Schüler sehr interessant war. Einerseits besetzt mit informativen Vorträgen kompetenter Referenten und andererseits als freie Frage- beziehungsweise offene Diskussionsrunde veranstaltet, gewannen die Schüler neue Erkenntnisse und konnten viel Wissenswertes mit nach Hause und in ihr weiteres Leben nehmen.

Demokratie schützen

Als erster Redner trat Ferdi Gatzweiler vor die Versammlung. „Demokratie und die damit verbundene Freiheit für jeden Einzelnen in der Gesellschaft ist keine Selbstverständlichkeit. Sie ist ein hohes Gut, das wir in unserem Sinne schützen müssen”, mahnte der Stolberger Bürgermeister.

Der Journalist und Szenekenner Michael Klarmann klärte anschließend in seinem Vortag ausführlich über Erscheinungsformen und Mechanismen des Rechtsradikalismus in der Region auf, und stand danach den Schülern, die aufmerksam zuhörten und sich rege beteiligten, ebenso Rede und Antwort wie Jörg Pionke vom Polizeipräsidium Aachen.

Pionke war in Vertretung des Polizeipräsidenten Klaus Oelze anwesend und sprach unter anderem zum Umgang mit Radikalismus und den rechtlichen Rahmen.

Über Gefahren für die Demokratie durch Linksradikalismus informierte Dirk Weinspach vom Verfassungsschutz des nordrhein-westfälischen Innenministeriums in seinem Referat. Nach den Vorträgen und Diskussionen machten die politischen Jugendorganisationen im Erdgeschoss des Evangelischen Gemeindezentrums „Werbung in eigener Sache” - allerdings wieder überparteilich: Weniger der parteipolitische Hintergrund der Vereinigungen stand im Vordergrund, sondern Gestaltungspotenziale für Schüler und Jugendliche wurden aufgezeigt und für das gesellschaftliche Engagement junger Menschen in Stolberg geworben.
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