Geldkarten-Betrüger kassiert siebeneinhalb Jahre Haft

Von: Wolfgang Schumacher
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Stolberg/Aachen. Gabriel R. (42) hat am Donnerstag Glück gehabt. Der bereits in Strafhaft sitzende Angeklagte, den die Polizei 2010 als Computerbetrüger und EC-Kartenfälscher überführt hatte und der im gleichen Jahr zu mehr als fünf Jahren Haft verurteilt wurde, stand erneut wegen sogenannten „Skimmings” - elektronisches Geldabschöpfen mit EC-Karten - vor Gericht.

Die 7. Große Strafkammer am Aachener Landgericht unter Vorsitz von Richter Jürgen Beneking bot dem Mann aus Rumänien, der nach eigenen Angaben auf eine schnellstmögliche Abschiebung in sein Heimatland spekuliert, einen „Deal” an.

„Sie wissen von ihrem Verteidiger”, begann der Richter das Verfahren, „dass ein vorbehaltloses Geständnis als in hohem Maße strafmildernd gewürdigt wird”. Er solle sich das genau überlegen, da zu den bereits verhängten fünf Jahren und vier Monaten Haft für Taten aus den Jahr 2007 schnell noch dreieinhalb Jahre für die 58 angeklagten Taten hinzukommen kön­ne. Mit Geständnis sehe das dann anders aus, erklärte der Richter dem Angeklagten.

Die Gabriel R. angelasteten Taten konzentrieren sich auf die ersten vier Monate des Jahres 2008. Als führendes Mitglied einer vierköpfigen, „bestens organisierten Bande”, so der Staatsanwalt, habe R. in den Orten Büsbach und Atsch sowie in Erkelenz, Hückelhoven und Linnich an den Geldautomaten verschiedener Institute Daten abgeschöpft und damit in Italien, meistens in Turin, oder in seinem Heimatland mittels gefälschter EC-Karten Gelder von den ausgespähten Konten abgehoben.

Die Beträge schwankten stark zwischen 100 bis zu 3000 Euro, wahrscheinlich richtete es sich nach der Deckung, die das jeweilige Konto hergab. Die an den Geldautomaten benutzten Vorsatzgeräte zum Ausspähen der Kontodaten wurden eingezogen. Nach intensiven Gesprächen rang sich Gabriel R. zu einem Geständnis durch, so dass das auf fünf Verhandlungstage angesetzte Verfahren noch am selben Tag mit einem Urteil zu Ende ging.

Der Angeklagte kassierte eine Strafe von insgesamt sieben Jahren und sechs Monaten, eine Gesamtstrafe, in der die 2010 ausgesprochene Strafe von mehr als fünf Jahren enthalten ist.

Sollte es ein künftiges Gericht für rechtens halten, kann der verurteilte EC-Kartenbetrüger auf seinen Antrag hin nach der Hälfte der gegen ihn verhängten Strafe in sein Heimatland abgeschoben werden. Käme er dann allerdings wieder nach Deutschland zurück, würde er auf der Stelle wieder eingelocht.
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