Gelände der Spinnerei heute in neuem Glanz

Von: dö
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Stolberg. Betrachtet man im Stadtarchiv ein 1935 entstandenes Foto, so ist darauf der Innenhof einer ehemaligen, an der Rathausstraße gelegenen Spinnerei zu sehen.

Die örtliche Feuerwehr veranstaltet gerade eine Schauübung. Zahlreiche Menschen beobachten das Ereignis. Feuerwehrleute haben Spritzen in der Hand und demonstrieren an dem rechts liegenden zweigeschossigen Gebäude, das Auf- und Absteigen über Leitern.

Im Hintergrund sind zwei weitere Bauten abgelichtet. Links liegt das ehemalige Direktorenwohnhaus der Spinnerei und in der Bildmitte das Gebäude Blaustraße 1. Von beiden Gebäuden ist das Obergeschoss und das Dach abgebildet.

Auf einem aktuellen Foto von heute ist von dieser Situation nichts mehr zu sehen. Mit Ausnahme des Hauses Blaustraße 1 sind sämtliche Gebäude längst abgerissen. Schließlich wurde das von Rathaus-, Jordan-, Blau- und Talbahnstraße begrenzte frühere Spinnereigelände in den späten 1950er Jahren neu bebaut.

Wo einst der Platz lag, der den Menschen als Standort diente, um die Aktivitäten der Feuerwehr zu beobachten, befindet sich heute die Frankentalwiese. Sie erhält am kommenden Samstag anlässlich der Einweihungsfeier zur Umgestaltung des Bastinsweihers einen neuen Namen: Die neue Bezeichnung „Sayett-Garten“ ist ein Rückgriff auf die ursprüngliche Nutzung des Geländes.

Denn in der im frühen 19. Jahrhundert entstandenen und 1927 stillgelegten Spinnerei wurde ein als „Sayett“ bezeichnetes wollenes Strickgarn hergestellt. Die Feuerwehr hatte einen Teil des Geländes 1933 in Betrieb genommen und richtete in dem ehemaligen Wolllager der Spinnerei ihre Hauptwache ein. Zuvor hatten sich die Gerätehäuser der 1884 gegründeten Kupferstädter Feuerwehr auf den Hinterhöfen der am Willy-Brandt-Platz und an der Salmstraße gelegenen Schulen befunden.

Das im späten 19. Jahrhundert errichtete frühere Spinnereigebäude bot der Feuerwehr ausreichend Platz. Im Erdgeschoss waren die Fahrzeuge und Gerätschaften untergebracht. Und im Obergeschoss lagen ein Versammlungsraum, eine Kleiderkammer und ein Gasprüfraum. Beschädigt wurden Hauptwache und Fahrzeuge infolge der Kriegsereignisse. Im September 1944 hatte eine Granate zu Verlusten an Material und Bausubstanz geführt. Dennoch waren die Gebäude auf dem alten Spinnereigelände bis Mitte der 1950er Jahre in Gebrauch.

1956 errichtete man an der Eisenbahnstraße eine neue Hauptfeuerwehrwache: Heute befindet sich dort die Filiale einer Fast-Food-Kette. Ihr endgültiges Domizil fand die Feuerwehr 1982 an der Straße „An der Kesselschmiede“. Zwischen 1957 und 1958 wurde das ehemalige Spinnereigelände neu bebaut. Es entstanden mehrere große Wohn- und Geschäftsbauten, die stellvertretend die Architektur der 50er Jahre repräsentieren. Diese Bauten haben durch die Neugestaltung von Bastinsweiher, Flora und Frankentalwiese eine städtebauliche Aufwertung erfahren.

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