Gehörte Stolberg zum Gebiet Atuatuca?

Von: Toni Dörflinger
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Wie viele andere Hobby-Historiker beteiligt sich auch Hartmut Albrecht an der Suche nach Atuatuca.

Stolberg. Wo lag das legendenumwobene Atuatuca, in dessen Nähe 54 vor Christus der römische Feldherr, Staatsmann und Autor Gaius Julius Caesar eine vernichtende Niederlage erlitt? Konkrete Hinweise sind in dem von Caesar erstellten Text „Der Gallische Krieg” (Commentarii de Bello Gallico) zu finden.

Demnach lag Atuatuca - Caesar beschreibt den Schlachtverlauf und die Lage von Atuatuca - inmitten des Stammesgebietes der Eburonen. Ein Stammesgebiet, das sich laut Caesar von der Maas bis zum Rhein erstreckte.

Allerdings hat die Lokalisierung von Atuatuca in der Vergangenheit eine lange und komplizierte Diskussion hervorgerufen. Archäologische Befunde sind bislang rar oder gar nicht vorhanden. An der Suche nach Atuatuca beteiligen sich zahlreiche Hobby-Historiker. So auch der 56-jährige Stolberger Grafiker und Designer Hartmut Albrecht, der jetzt im Rolandshaus den Mitgliedern des Stolberger Heimat- und Geschichtsvereines über seine aktuellen Forschungen und Entdeckungen berichtete.

Laut Albrecht sind bei der Suche nach Atuatuca drei unterschiedliche Orte und Merkmale zu berücksichtigen: nämlich die Lage des römischen Winterlagers, der Gefechtsort und der Standort des als Burg oder Kastell bezeichneten Atuatucas.

Diese Orte lagen allerdings nach Caesars Text alle in unmittelbarer Nähe und sind von dem römischen Feldherrn und Eroberer geografisch mehr oder weniger detailliert beschrieben worden.

So benennt Caesar in seinem Bericht „Der Gallische Krieg” zwei Hügel, auf denen die Plätze Atuatuca und Winterlager lagen sowie ein langgezogenes enges Tal, in dem sich die Niederlage und Schlacht abspielten.

Albrecht hat Caesars Bericht mit der Geografie der hiesigen Region verglichen und kommt zu dem Schluss, dass das legendenumwobene Atuatuca im Raum Stolberg- Eschweiler zu finden war.

So vermutet Albrecht, dass die Burg der Atuatucer auf dem in Eschweiler ansässigen Hohenstein lag. Den Ort des befestigten römischen Winterlagers bestand aus Wallanlagen und Gräben. Ihn vermutet der 56-jährige Hobbyhistoriker im Bereich des Hammer- oder Donnerberges.

Die Schlacht, die den Römern eine vernichtende Niederlage bescherte hat sich laut Albrecht vermutlich im Stolberger Vichttal abgespielt. Denn im hiesigen Raum herrschten für die Lokalisierung der Katastrophe von Atuatuca geradezu ideale Bedingungen. „Die Topografie stimmt mit Caesars Bericht überein, versicherte Albrecht, der zuvor eingehend die römische Militärstrategie, die Lage des römischen Gebietes sowie die Standorte der unterschiedlichen keltischen Gruppen und Stämme erläutert hatte.

Allerdings versah Albrecht seine Ausführungen und Entdeckungen mit einem großen Fragezeichen. Denn bislang würden im Raum Stolberg ärchäologische Befunde fehlen und der Standort der Ereignisse rund um Atuatuca lasse sich bezüglich der Geografie nicht nur auf die Kupferstadt und Eschweiler, sondern auch auf den gesamten, zwischen Aachen und Euskirchen liegenden Raum anwenden.

„Denn die von Caesar beschriebenen Täler und Hügel gibt es in dieser Region reichlich, so Albrecht, der seine Forschungen und Suche nach Atuatuca auch in Zukunft weiter intensivieren und verstärken will.
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