Geheimnisvolles Schriftzeichen an prachtvoller Villa

Von: Toni Dörflinger
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Außen und Innen ein Prachtbau: Die später dem Notar Jakob Drummen gehörende Villa am Kaiserplatz hat Ende des 19. Jahrhunderts der Industrielle Peter Stang errichtet. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. „Das „S” steht für Smyra”, versichert mit einem Schmunzeln Andreas Smyra, als er auf einen Buchstaben zeigt, der am Pfeiler einer Treppe eingraviert, Bestandteil des Hauses Kaiserplatz 2, ist. Dass diese Behauptung nur ein Scherz ist, wird schnell deutlich, wenn man die im Stadtarchiv vorhandene Akte sichtet.

Demnach ist das geheimnisvolle Schriftzeichen nämlich der Anfangsbuchstaben des Familiennamens Stang. Denn Peter Stang - Direktor einer an der Zweifaller Straße gelegenen Glashütte - hat das prachtvolle Gebäude Ende des 19. Jahrhunderts errichtet.

Der Rechtsanwalt hingegen nutzt das vom Historismus geprägte Objekt erst seit 1998. Einen aufwendigen Stil besitzt das Erdgeschoss. Dort dominieren nämlich luxuriöse Holz- und Stuckarbeiten. So wird der Pfeiler, der mit dem Buchstaben „S” gekennzeichnet ist, von einem löwenartigen, aus Eichenholz gefertigten Fabelwesen geschmückt, das auf seinem Rücken Flügel trägt.

Neben der pompösen Ausstattung des Foyers - dort fallen die mit Akanthus-Blättern verzierten Voluten ins Auge - gehört auch die Bestückung des ehemaligen Salons zu den Besonderheiten der Stang-Villa. Dort bestimmen nicht nur der Antike entnommene Darstellungen die Einrichtung, sondern auch kostbare Möbel.

Wer diese Ausgestaltung vorgenommen hat, ist in der alten Akte nicht verzeichnet. Vermutlich war es der Architekt, der 1889 errichteten Villa, der neben der Gebäudehülle auch die Inneneinrichtung erstellte.

Mitte der 1920er Jahre wurde die einst freistehende Villa verkauft. Neuer Besitzer war der Notar Jakob Drummen, der das herrschaftliche Haus als Wohn- und Kanzleigebäude nutzte. Raumnot war 1934 der Anlass, um in direkter Nachbarschaft einen Büroanbau zu errichten, der 1952 erweitert wurde. Auf dem in der Nähe der Grüntalstraße liegenden Eckgrundstück entstanden Garagen.

Der Kaiserplatz wurde ebenfalls Ende des 19. Jahrhunderts errichtet. Zuvor war das Terrain ein Bestandteil des an der Steinfeldstraße liegenden Kupferhofes Grünenthal. 1887 wurde die historische Hofanlage veräußert und das bis zur Sonnentalstraße reichende Gelände ging in den Besitz der Stadt Stolberg über.

Den Wechsel der Eigentumsverhältnisse nutzte die Kommune um das riesige Areal aufzuteilen und es stückweise als Baugrund zu verkaufen. Nur der als zentrale Platz vorgesehene Mittelteil blieb städtisches Eigentum. Von dem Verkauf des Grünenthal-Geländes hat auch Peter Stang profitiert: Das jedenfalls belegt die alte Akte. In den Unterlagen wird ein Schriftstück aufbewahrt, das darüber Auskunft gibt, dass der Glashüttendirektor das Grundstück für den Bau der Villa einst der Stadt abgekauft hat.
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