Gegen die Hitze hilft Trinken, Trinken, Trinken

Von: Kolja Linden
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Es ist heiß! Doch was kann oder muss man tun, damit die Hitze dem Körper keine Schäden zufügt? Auf Sport verzichten, Räume abdunkeln und viel trinken - das hilft. Foto: imago/bonn-sequenz

Stolberg. Es gibt eine Folge der amerikanischen Comedy-Serie „Eine schreckliche nette Familie”, in der Hauptdarsteller Al Bundy vor der Hitze seines Chicagoer Hauses in den örtlichen Supermarkt flieht, um dort, in der Nähe der Kühlregale, mit seiner Familie den Sommer zu verbringen. Es gibt keine Sonne, dafür kühle Getränke und natürlich jede Menge Ärger.

Ähnliches ist in Stolberg noch nicht geschehen - im Gegenteil: Die meisten Stolberger genießen das heiße Wetter - im Eiscafé, auf dem Balkon, im Urlaub.

Schließlich beginnen am Donnerstag die Ferien. Mit den Temperaturen steigen aber auch die Zahlen der hitzebedingten Notfälle. Am Bethlehem-Krankenhaus hat sich in den vergangenen Tagen die Zahl der Einlieferungen mit Kreislaufstörungen und Infarkten verdoppelt, sagt Dr. Markus Feykens, Arzt für Innere Medizin und Kardiologe. Auch Schlaganfälle nehmen zu, alles wegen der Hitze.

Gefährdet sind vor allem Kinder, weil sie im prozentualen Vergleich mit einer größeren Körperoberfläche der Sonne ausgesetzt sind, und ältere Menschen, die häufig ein vermindertes Durstgefühl haben und zu wenig trinken.

Warum Flüssigkeitsverlust so gefährlich ist, erklärt Markus Feykens: „Der Hautschweiß kühlt uns Menschen ab”, sagt der Kardiologe. „Das ist normal und eigentlich ein guter Mechanismus.”

Weil aber bei der aktuellen Wetterlage signifikant mehr Schweiß strömt, verliert der Körper dadurch nicht nur viel Flüssigkeit, sondern auch wichtige Salze und Mineralstoffe.

„Deshalb ist es wichtig, viel Flüssigkeit aufzunehmen”, sagt Feykens, „doch gerade ältere Menschen vergessen das häufig.” Geeignet sind neben Mineralwasser auch Fruchtschorlen, weil sie Mineralstoffe und Salze enthalten.

Reiner Fruchtsaft ist dagegen zu süß und hilft weniger, besser ist ungesüßter Tee wie Kräuter- oder Rooibostee. „Eher ungünstig sind dagegen stark koffeinhaltige Getränke wie Kaffee oder Cola. Die fördern die Wasserausscheidung”, sagt Feykens.

Wer am Tag zwei Tassen Kaffe trinke und jetzt wegen der Hitze auf sechs Tassen erhöhe, der tue sich keinen Gefallen. „Zu viel davon bewirkt das Gegenteil, weil der Körper dann mehr Flüssigkeit ausscheidet, als er durch den erhöhten Kaffeekonsum aufnimmt”, sagt Feykens.

Mindestens zweieinhalb Liter (der empfohlenen Getränke) sollte man bei starker Hitze trinken, so der Stolberger Mediziner. Grundsätzlich gelte ein Zuschlag von gut einem Liter zur sonst üblichen Trinkmenge pro Tag.

Manche Folgen wie Hitzekollaps oder Schwindelgefühle sind eher harmlos. Dass aber die Zahl von gefährlichen Herzinfarkten und Schlaganfällen steigt, ist bedenklich - könnte aber vermieden werden.

Blut wird dicker

Auch diese Erkrankungen stehen in direktem Zusammenhang mit einer schlechten Flüssigkeitsbilanz des Körpers.

Wenn es zu trocken ist, wird das Blut dicker”, sagt Markus Feykens, „seine Fließeigenschaft wird schlechter.” Daraus folgt eine mangelnde Sauerstoffversorgung, von der alle Organe, besonders aber Herz und Gehirn betroffen sind.

Was also bleibt zu tun? Natürlich kann man das schöne Wetter auch genießen. Direkte Sonneneinstrahlung sollte man aber meiden, sagt Feykens, außerdem ab und zu kühlere Räume aufsuchen und von der Sonne bestrahlte Fenster abdunkeln.

Al Bundy und seine Familie sind vielleicht ein bisschen zu weit gegangen - es war halt auch nur Fernsehen. Instinktiv haben sie aber sie aber doch einiges richtig gemacht.

„Sport ist Mord”, zumindest bei Hitze

Am gefährlichsten sei die Mittagssonne, sagt Mediziner Markus Feykens vom Bethlehem-Krankenhaus.

Generell gelte es in diesen Tagen, körperliche Anstrengungen möglichst zu vermeiden, zumal die Ozonwerte in unserer Region wieder gestiegen seien, die ebenfalls zu einer Belastung für den Körper werden können.

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