Gedenkstätte integriert sich in Vichter Stadtkern

Von: Stefanie Henke
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Bei eisigen Temperaturen segnete Pastor Norbert Bolz die neue Vichter Gedenkstätte für Gestorbene, an der nun auch Urnengräber mit Blumen und Kerzen geschmückt werden können, ein. Foto: S. Henke

Stolberg-Vicht. Tief berührt waren die Anwohner von Vicht bei der Einsegnung der Gedenkstätte für Gestorbene. Gleich im Anschluss an den Gottesdienst zogen die Kirchgänger zusammen mit Pastor Norbert Bolz hinüber zur Johannes Kapelle, wo die neu errichtete Gedenkstätte ihren Platz gefunden hat.

Mit seiner bewegenden Rede verdeutlichte Rudi Dreuw, Vorsitzender des Vichter Pfarreirates, wie wichtig diese Gedenkstätte für die Vichter sei. Mitglieder des Fördervereins für die Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist Vicht sowie Mitglieder der Interessengemeinschaft (IG) Schönes Vicht waren ebenfalls gekommen, um diesen bedeutenden Tag zu würdigen. Der Ort, der neuen Gedenkstätte könnte besser nicht gewählt sein. Ein menschlich und kirchlich tiefsinniger Ort, als erster Vichter Kirchhof genehmigt 1694 durch den Kölner Erzbischof, bietet der neuen Gedenkstätte nun ihren angemessenen Platz.

Bis in die 1960er Jahre und ab November 2010 wieder, diente der Kirchhof als ein Ort für die Hinterbliebenen. Die neue Gedenkstätte liegt mitten im Ortskern direkt gegenüber der Kirche und ist somit allzeit präsent. Die neue Anlage bietet den Hinterbliebenen nun auch die Möglichkeit, Blumen und Kerzen für die Urnengräber abzulegen. Denn dieses Problem war der Stein des Anstoßes. Grundsätzlich ist es nämlich nicht erlaubt, Grabschmuck wie Kerzen und Blumen auf den ebenerdigen Gedenkplatten abzulegen, dies würde die Pflege der Anlage behindern und erschweren. „ Bislang bot sich eine sandgefüllte Holzkiste an der Mauer der Kapelle als Ablagefläche. Diese war, abgesehen vom Erscheinungsbild, in kurzer Zeit überfüllt und erwies sich einer Gedenkstätte für unwürdig“, so Dieter Gier, Pressewart der IG Schönes Vicht.

Wunsch in Erfüllung gegangen

Doch mit der neuen Anlage ist ein lange gehegter Wunsch der Vichter erfüllt worden und sie können den Verstorbenen nun auch in Form von Blumen oder Kerzen gebührend gedenken. Besonders schön ist auch, dass nun auch zwei alte, historische Grabkreuzen zur Geltung kommen. Diese wurden von Mitgliedern der IG Schönes Vicht zu Beginn der Bauphase eigenhändig freigelegt und nun sind sie eine Bereicherung für die neue Gedenkstätte.

Die ersten Ideen für Ort und Gestaltung der Gedenkstätte stammten von einigen Mitgliedern der IG Schönes Vicht. Die Grundidee bestand darin, die Sakristei von 1672 in die heutige Zeit zu integrieren, sie den Menschen des 21. Jahrhunderts wieder nahe zu bringen. Bestens geeignet hierfür war die Kopfwand aus Vichter Dolomit, die nun als „Anschlussstelle“ für die neue Gedenkstätte dient. Karl Lüttecke, Vorsitzender der IG Schönes Vicht, bemühte sich von Anfang an um die Vermittlung zwischen dem Pächter des Grundstücks, die Stadt Stolberg und der Pfarrgemeinde als Eigentümer und wie man sieht sind seine Mühen belohnt worden.

Enormes Hilfspotenzial

Seit Weihnachten 2015 verschönert die neue Anlage den Vichter Stadtkern. Sehr harmonisch fügt sich die Gedenkstätte aus Granit in das alte Gemäuer der Sakristei ein – als hätten sie schon immer zusammengehört. Die Mitglieder der IG dankten dem Leiter des Technischen Betriebsamtes der Stadt Stolberg, Georg Paulus, dem Beigeordneten, Tobias Röhm, und der Stadt Stolberg für die finanzielle Unterstützung. Aber auch aus Vichter Reihen war enormes Hilfspotenzial zugegen. So bedankte sich Dreuws auch bei der IG Schönes Vicht, dem Förderverein für die Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist sowie bei einigen Privat-Leuten, alle samt hatten das Projekt mit erheblichen Spenden bedacht und somit auch zum Bau der Anlage beigetragen. Nach dem offiziellen Teil vollzog Pastor Norbert Bolz die Einsegnung der Gedenkstätte. Sichtlich berührt von der Zeremonie wurde zusammen gebetet um die neue Anlage gebührend zu würdigen.

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