Gedenken an die Stolberger Roma

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Am Mahnmal für deportierte Roma auf dem nach dem Opfer Gustav Wassilkowitsch benannten Platz für den Hauptbahnhof findet am Dienstagabend eine Gedenkveranstaltung zur Deportation nach Auschwitz statt.

Stolberg. Zu einer Gedenkveranstaltung an deportierte Roma am Hauptbahnhof am Dienstag, 2. März, um 19 Uhr laden die Veranstalter Gruppe Z, VVN-Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Aachen, mit Unterstützung des Stolberger Bündnis gegen Radikalismus für Demokratie und Toleranz ein.

Am 2. März 1943 wurden in Stolberg 37 Roma aus ihren Häusern in der Steinfurt gezerrt, von SS und Gestapo zum Bahnhof getrieben, von wo aus sie nach Auschwitz transportiert wurden. Die in Stolberg ansässigen Mitglieder der Familien Lassisch, Todorowitsch, Wassilkowitsch, Markowitsch und Jowanowitsch starben nach langem Leiden durch Exekution, Vergasung oder an den Folgen der Zwangsarbeit. Gustav, der jüngste, war noch keine zwei Jahre alt, als er verschleppt wurde.

Dem vorausgegangen war die Diskriminierung und Stigmatisierung der Roma als „arbeitsscheues Gesindel”. Die Vorurteile gegen Sinti und Roma gibt es heute noch, ihre Diskriminierung besteht heute oft darin, dass die Roma vor der Gewalt und den Kriegen in ihren Heimatländern fliehen müssen, dass ihnen in Deutschland aber weder Sicherheit gewährt noch ein geregelter Aufenthalt zugestanden wird.

Neben dem Gedenken an die Opfer steht der Protest gegen die drohende Abschiebung der hier lebenden Roma ins Kosovo in den Mittelpunkt unserer Gedenkveranstaltung. Außerdem werden erstmals Fotos der aus Stolberg deportierten Roma gezeigt.

In der Bundesrepublik leben zur Zeit ungefähr 10.000 Roma, die als Flüchtlinge aus dem zerschlagenen und zerfallenden Jugoslawien nach Deutschland flüchten konnten und jetzt erneut von Abschiebung bedroht sind. Diese Familien leben teilweise über zehn Jahre hier. Seitdem stehen die Familien unter ständigen Drohung ihrer Abschiebung. 50 Prozent der von Abschiebung Bedrohten sind unter 18 Jahren, 80 Prozen dieser Jugendlichen sind hier geboren.
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