Stolberg-Breinig - Gebete und Eucharistiefeier als Quelle des Glaubens

Gebete und Eucharistiefeier als Quelle des Glaubens

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Arbeitet als neue Gemeindeassistentin in St. Barbara Breinig und St. Maria Dorff: Antje Stevkov. Für sie ist die Verkündigung der Frohen Botschaft wichtig. Foto: M. L. Otten

Stolberg-Breinig. Die neue Gemeindeassistentin, Antje Stevkov, ist seit Ende August 2017 in St. Barbara Breinig und St. Maria Empfängnis Dorff im Amt. Sie studierte Theologie über das Fernstudium in Würzburg und hat ihr Praktikumsjahr, das sie stundenweise in St. Lukas in Düren absolviert hat, abgeschlossen.

Jetzt folgt die dreijährige praxisbezogene Arbeit, die sie für den Beruf als Gemeindereferentin für das Bistum Aachen benötigt. Das tägliche Gebet und die regelmäßige Eucharistiefeier geben ihr Kraft und sind Quelle ihres Glaubens, um den täglichen Aufgaben gerecht zu werden. Warum diese Tätigkeit für sie Berufung ist, welche Glaubensinhalte sie vermitteln will und wie die Welt menschlicher wird, hat sie im Interview mit Marie-Luise Otten erzählt.

Warum einen Beruf in der Kirche? Und wer/was hat zu Ihrer Entscheidung beigetragen?

Stevkov: Dies hat sich durch die ehrenamtliche Gemeindearbeit in meiner Heimatgemeinde Langerwehe ergeben: Ich war bei der Kommunion-, Messdiener- und Firmvorbereitung dabei, habe die Aktion „Sternsinger“ mit begleitet und im Pfarreirat mitgewirkt, so dass der Heimatpfarrer mir eines Tages diesen Beruf vorgeschlagen hat.

Was reizt Sie an dem Beruf der Gemeindereferentin?

Stevkov: Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht, weil ich gerne mit Menschen zusammen bin und ihnen auf Augenhöhe begegne.

Welche Voraussetzungen sind vonnöten?

Stevkov: Man muss getauft und gefirmt sein. Bei mir reichte der mittlere Abschluss und die abgeschlossene Berufsausbildung sowie die Erfahrungen im Vorfeld, ehrenamtlicher und kirchlicher Art. Wichtig ist, die Menschen ernst zu nehmen und offen für ihre Anliegen zu sein.

Welche Bedeutung kommt der Vernetzung zu?

Stevkov: Die Vernetzung von Pastoralteam und den verschiedenen Gremien ist für mich genauso wichtig wie das Zusammenwirken von kirchlichen Gruppen in der Pfarrei, um gemeinsam Personen zu gewinnen, die ehrenamtlich in Diakonie, Katechese und Liturgie mitarbeiten. Und auch die Menschen in außerkirchlichen Gruppen oder Institutionen können helfen, etwas Positives auf den Weg zu bringen.

Was ist das Trennende und Verbindende zur Pastoralreferentin?

Stevkov: Für den Beruf der Pastoralreferentin ist ein Vollstudium notwendig. Ich finde aber, dass viele Aufgaben gleich sind und verschwimmen. Ein guter Ansatz ist das Charismen orientierte Arbeiten, denn Jeder hat besondere Talente und Gaben, die nur er erfüllen kann.

Welche Glaubensinhalte wollen Sie vermitteln?

Stevkov: Für mich ist die Verkündigung der Frohen Botschaft wichtig. Sie ist die Grundlage christlichen Glaubens. Sie mit in den Alltag zu nehmen, hilft und stärkt, seinen Aufgaben gerecht zu werden. Es reicht nicht, die Bibelworte zu hören, ihnen müssen auch Taten folgen. Gott wirkt nicht im Kopf, man muss ihn im Herzen suchen. Sehr spannend finde ich die Frauen in der Bibel beginnend mit Maria. Und auch die Briefe des charismatischen Paulus, der in lebendigem Austausch mit seinen Gemeinden stand und sie in ihrem Fragen und Suchen, ihren Freuden und Sorgen ernst nahm, sind für mich wertvoll, da sie doch von erstaunlicher Aktualität sind und dazu einladen, das eigene Leben im Hier und Heute zu überdenken.

Wie sieht es mit Kommunikationsfähigkeit und Empathie aus?

Stevkov: Beides ist wichtig, denn nicht jeder Mensch strahlt sein Wesen nach außen. Es braucht Augen, um es zu sehen.

Ist es ein geregelter Job von 9.00 bis 16 Uhr?

Stevkov (lächelt): Nein. Dafür sind die Zeiten zu unterschiedlich. Wir arbeiten meist am Wochenende, wenn andere frei haben. Und im übrigen, mag ich keine Stechuhren.

Welche Aufgaben warten auf Sie in Breinig und Dorff?

Stevkov: Ich befinde mich nun drei Jahre lang in der praktischen Ausbildung. Im ersten Jahr gebe ich hauptsächlich Religionsunterricht im 1. und 2. Schuljahr, der jahrgangsübergreifend in der GGS Breinig unterrichtet wird. Daneben durchlaufe ich im Katechetischen Institut in Aachen noch den religionspädagogischen Pastoralkurs. In Dorff habe ich demnächst mein Büro gegenüber der Kirche.

Ist es schwieriger geworden, den Kindern von Gott zu erzählen?

Stevkov: Nein, die Kinder sind nach wie vor wissbegierig und neugierig. Schwierig ist es nur, weil der Glaube zu Hause nicht mehr gelebt wird und keine Oma in der Nähe ist, die etwas von Gott erzählt.

Was kann die Gemeinde von Ihnen erwarten?

Stevkov: Ich freue mich auf viele interessante Begegnungen und Gespräche und möchte mit den Menschen Entwicklungen und Veränderungen für den Glauben wahrnehmen, ihn leben sowie gemeinsam die Zeichen der Zeit im Licht des Evangeliums deuten und zur Sprache bringen.

Können Sie Privates und Berufliches dabei trennen?

Stevkov: Ja und nein. Manchmal geht es ineinander über. Ich besuche Gottesdienste in Breinig und Dorff, aber auch in meinem Heimatort. In Dorff war ich zu einem Konzert und in Breinig habe ich am Martinszug teilgenommen. Das Privatleben ist in Langerwehe bei meiner Familie und bei meinen Freunden.

Hat die Ökumene in diesem Berufsbild einen Platz?

Stevkov: Ja, unbedingt. Wir sind hier auf einem guten Weg. Dabei sollten wir mehr auf das Verbindende sehen. Aber alles braucht ja seine Zeit.

Wie stehen Sie zu dem Wort von Albert Schweitzer: „Wer glaubt ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in einer Garage steht“ ?

Stevkov: Die Kirche ist bunt: Für einen ist die Eucharistie wichtig, für den anderen das Rosenkranzgebet oder der Hauskreis. Kirche bringt die Menschen zusammen. Sie teilen das Leben miteinander. Wichtig ist, sich zu engagieren und mitzumachen, etwas Neues auszuprobieren und authentisch zu bleiben. Auch Scheitern ist erlaubt. Es geht um eine Wertevermittlung und um die „goldene Regel“ (Mt 6,12), die besagt: „Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen.“

Welche neuen Akzente wollen Sie setzen?

Stevkov: Ich möchte mit den Menschen in Breinig und Dorff schauen, wie ihre guten Ideen umgesetzt werden können. Vielleicht einen Gesprächskreis gründen, den Rosenkranz mal anders beten oder sich zwanglos mal in Aachen oder Köln treffen und andere Gottesdienstformen anschauen.

Wie sieht denn momentan Ihr Arbeitsalltag aus?

Stevkov: Drei Tage in der Woche bin ich in der Grundschule. Vier Stunden gebe ich Religionsunterricht und bei zwei Stunden hospitiere ich. Dazu kommt die Vorbereitung (welche Methode, welches Arbeitsmaterial) und die Nachbereitung mit meiner Mentorin. Parallel begleite ich Gemeindereferentin Sabine Jansen in der Gemeinde.

Wie sehen Sie das Bild der gegenwärtigen Kirche in unserem Bistum Aachen?

Stevkov: Es herrscht eine Umbruchstimmung. Wir haben gerade erst einen neuen Bischof bekommen, der das Bistum noch kennenlernt. Angesichts der Strukturmaßnahmen (KiM) und dem Rückzug der institutionellen Kirche aus dem Nahraum sind die pastoralen Mitarbeiter neben dem Pfarrer wichtige Ansprechpartner vor Ort. Dass Kirchen geschlossen werden oder andere Verwendung finden ist notwendig, und man sollte nicht alles um jeden Preis behalten. Für den Einkauf ist es selbstverständlich, dass man in den Nachbarort fährt. Fahrgemeinschaften zur Arbeitsstätte sind an der Tagesordnung und warum nicht zur Kirche?

Was verstehen Sie unter der Seelsorge?

Stevkov: Hören, was die Menschen bewegt und Anstoß geben, im Glauben zu leben, denn er gibt Halt. Dies soll nicht nur verkündet, sondern auch gelebt werden, wie Jesus es getan hat. Gott ist unser Begleiter und nicht der Lückenbüßer für die Schludrigkeiten.

Wie können wir die Welt menschlicher machen?

Stevkov: Indem wir dem anderen Menschen mit Respekt und Wertschätzung begegnen und das zur Entfaltung bringen, wofür sie von Gott geschaffen wurden. Mir liegt sehr am Herzen, auch mit den Menschen, die ihren Weg zu Christus noch nicht gefunden haben, zusammenzuarbeiten und gemeinsam der Frage nachzugehen, welche Bedeutung die Frohe Botschaft in unserem Leben haben könnte.

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