Gaumen und Ohr genießen gleichermaßen

Von: Hans-Leo Recker
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Sie servierten mit ihren Querflöten die musikalische Vorspeise in Breinig: Nicole Ervens (v.l.) , Leonie Stein und Sarah Hellenbroich. Foto: H.-L. Recker

Stolberg-Breinig. Zu einem rundum opulenten Genuss für Gaumen und Ohr wurde die dritte Auflage des „musikalisch-kulinarischen Abends” in Breinig.

Denn diese Kombination dreier unterschiedlicher Konzertarten in der Pfarrkirche St. Barbara mit einem vorzüglich mundenden Drei-Gänge-Menü plus erlesenen Getränken im Pfarrheim „Goldener Stern” lockte wiederum viele Menschen an, die sich auf diese Weise einige genüssliche, abwechslungsreiche Stunden gönnen wollten.

Ihre Erwartungen wurden voll erfüllt, hatten doch Pastor Ulrich Lühring und seine Mitstreiter in Kirche und Küche für ein exquisites Programm gesorgt. Das musikalische Hors d´oeuvre servierten in Form einer Kammermusik für Querflöten Nicole Ervens, Sarah Hellenbroich und Leonie Stein, junge Musikerinnen, die bereits seit ihrer Schulzeit zusammen musizieren. Dementsprechend sicher und prägnant waren ihre gemeinsamen geschmackvollen Zubereitungen der Sonate von Joseph Bodin de Boismortier, der Trios von Francois Dev’enne und Caspar Kummer sowie dreier unterhaltsamer Stückchen des zeitgenössischen Komponisten Pit van Steen. Obwohl ein dreifacher Flötenklang in einer Kirche ohne weitere Zutaten Qualitätsverluste beinhalten kann, ließ das Trio mit seiner melodisch und harmonisch wie rhythmisch nuancenreichen und virtuos gewürzten Gestaltung keine Wünsche offen. Und da wurden dann die beiden Ragtimes „Easy Winner” und The Entertainer” zum garnierenden Sahnehäubchen und damit zum Appetitanreger der kulinarischen Vorspeise.

Den musikalischen Hauptgang bildete das Chorkonzert, äußerst schmackhaft zubereitet vom „Kleinen Chor Breinig-Schevenhütte” unter Leitung von Franz Körfer. Jeder der elf Beiträge aus dem umfangreichen Repertoire, das vom Madrigal über das Volkslied und Werken der „gemäßigten Moderne” bis zu Traditionals, Gospels und Spirituals reicht, wurde zu einer Delikatesse. Denn der Chor war in allen Phasen seines Vortrags klanglich sehr präsent, stimmlich ausgewogen, flexibel und geschmeidig in der Dynamik sowie stark und stimmig im Ausdruck. Beispielhaft dafür seien genannt das altenglische „Come again” von John Dowland, die Weise „An Irish Blessing”, das melodisch schöne „Erquicke mich mit deinem Licht” von Albert Becker, das romantische „O Täler weit, o Höhen” von Felix Mendelssohn-Bartholdy sowie die Spirituals „Come, praise the Lord” oder „Freedom is coming”.

Als besonders treffliche Kostproben erwiesen sich das Sopransolo von Angelika Großimlinghaus in dem neuzeitlichen Lied „Die Zeit färben” und die vom Stolberger Jo Schulte arrangierte Melodie „Blue Moon”, die der Kleine Chor mit viel Swing-Feeling servierte. Abgerundet wurde das Gesangsmenü mit „I Am His Child” und „A Claire Benediction”, die als Segenssprüche den lukullischen Hauptgang einleiteten.

Auf die süße Nachspeise und den gemütlichen Ausklang des musikalisch-kulinarischen Abends wurden die Gäste mit „heiterer Orgelmusik vor dem Dessert” eingestimmt: mit einer höfischen Gavotte von Samuel Sebastian Wesley, einem festlichen Marsch von Alexandre Guilmant, einem delikaten Scherzo von Samuel Rousseau sowie mit der „Menagerie Musicale”, in dem Komponist Robert Jones verschiedene Stilrichtungen imitiert. Franz Körfer zog dafür alle Register der in neuem Glanz erstrahlenden historischen Korfmacher-Orgel.

Vor allem zum Finale verfeinerte und bereicherte der Organist mit den Euphon- und Posaunenregistern die tänzerisch munteren Klänge des Rondo-Polonese” von Antonio Diana. Und dazu Daquins originelles Kabinettstückchen „Le Coucou”, das zum Sahnehäubchen für das abschließende Schokoladendessert im „Goldenen Stern” und somit für den gesamten „Dritten musikalisch-kulinarischen Abend” wurde.
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