Stolberg-Breinig - Gastspiel in St. Barbara-Kirche: Imposante Klänge auf der Orgel

Gastspiel in St. Barbara-Kirche: Imposante Klänge auf der Orgel

Von: dim
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Markus Goecke bot eine überzeugende Vorstellung an der Korfmacher-Orgel in der Breiniger Pfarrkirche St. Barbara. Foto: D. Müller

Stolberg-Breinig. Erstmalig veranstaltet der noch junge Verein „Orgelkultur Aachen“ die Konzertreihe „Orgel Region“ und präsentiert in Zusammenarbeit mit örtlichen Kirchengemeinden sechs Konzerte in diesem Jahr. Schauplatz der zweiten Veranstaltung war jetzt die Pfarrkirche St. Barbara in Breinig, und viele Musikfreunde wohnten dem Konzert von Markus Goecke bei.

Der Kirchenmusiker an St. Martin in Euskirchen errang durch seine CD „minimal music for organ“ mit Kompositionen von Jan Welmer internationale Anerkennung und hat sich durch Quellstudien und intensive Auseinandersetzung mit Möglichkeiten der praktischen Umsetzung alter Musik sowie wissenschaftlichen Veröffentlichungen einen Namen gemacht.

Mit Johann Sebastian Bachs „Sei gegrüßet, Jesu gütig“ (BWV 768) und dem Concerto in d-Moll nach dem Oboen-Konzert von Alessandro Marcello (BWV 974) stimmte Goecke atmosphärisch in das Konzert ein, bevor er sich virtuos dem Höhepunkt widmete: Franz Liszts Fantasie und Fuge über den Choral „Ad nos, ad salutarem undam“ aus der Oper „Die Propheten“ von Giacomo Meyerbeer verlangte dem Musiker wie dem altehrwürdigen Instrument einiges ab. Teils elegant und beinah zerbrechlich zart, dann wieder opulent, majestätisch, ja, brachial stellt das Werk einen Superlativ der Orgelliteratur dar.

765 Takte und fast 30 Minuten

Die 765 Takte verleihen der Komposition eine Spieldauer von knapp 30 Minuten. Sowohl Komplexität als auch die enorme Dynamik des Werks stellen hohe Anforderungen an Organisten und Orgel, was bei dem Konzert in Breinig zur Freude der zahlreichen Zuhörer kein Problem war. Markus Goecke glänzte mit seinem musikalischen Können an dem historischen Instrument in St. Barbara. Und auch die 1858 erbaute, größte noch erhaltene Korfmacher-Orgel bewies, dass ihre Mechanik und die Windversorgung zuverlässig und präzise auch Werke höchsten Schwierigkeitsgrades standhalten können.

Goecke entlockte der 1982 restaurierten und 2009 erneut renovierten Orgel imposante Klänge und verstand es, das Publikum zu bewegen. Den omnipräsenten Choral von Meyerbeer machte Markus Goecke vor dem Konzertfinale brillant zum Thema der vierstimmigen Exposition, um sie daraufhin durch rhapsodisch-improvisatorische Elemente abzulösen. Nachdem der zehnstimmige Schlussakkord von Liszts großem Werk verklungen war, wurde der Organist zu Recht mit lautstarkem und lang anhaltendem Beifall des begeisterten Publikums in der Breiniger Pfarrkirche bedacht.

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