Ganztagsschulen planen drei lange Tage

Von: Kolja Linden
Letzte Aktualisierung:
schulleiter-bu
Noch ein Pilotprojekt, aber auch nach Beginn des gebundenen Ganztags ein Provisorium: Die Essensausgabe am Goethe-Gymnasium. Foto: Linden

Stolberg. Drei Doppelstunden am Vormittag, eine Stunde Mittagspause, danach Schule bis 15.45 Uhr. So oder so ähnlich wird der Alltag für künftige Fünftklässler an den drei Stolberger Schulen aussehen, die ab dem kommenden Schuljahr zur gebundenen Ganztagsschule werden.

Zumindest dreimal in der Woche, denn sowohl die Realschule Mausbach als auch die beiden Gymnasien haben sich für den Langtag-Rhythmus Montag/Dienstag/Donnerstag entschieden. Das erklärten die Schulleiter, als sie im Schulausschuss ihre Planungen für den künftigen Schulbetrieb vorstellten.

Doch was auf den ersten Blick als erhebliche Zusatzbelastung erscheint, soll den Kindern gerade am Nachmittag Entlastung bringen. Alle drei Schulen setzen nämlich die Vorgabe der Landesregierung um, dass es an den Langtagen keine zusätzlichen Hausaufgaben mehr geben wird: die werden bereits in der Schule erledigt. „Dadurch entlasten wir den Familienalltag”, erklärte Charlotte Eßer, Leiterin der Realschule Mausbach. „Denn trotz längerer Schulzeit gewinnen die Schüler so ein Mehr an Freizeit.”

Auf bis zu 36 Unterrichtsstunden erhöht sich die Wochenstundenzahl für die Kinder im gebundenen Ganztag, „aber die zusätzlichen Stunden hängen wir nicht einfach hinten dran”, erklärte Charlotte Eßer. Am Nachmittag findet nicht nur regulärer Unterricht statt, sondern eben auch die Hausaufgabenbetreuung, Förderstunden und je Schüler zwei Stunden in Arbeitsgemeinschaften (AGs). Klassenarbeiten kommen nach der Mittagspause nicht mehr in Frage.

Am Goethe-Gymnasium legt man Wert auf einen strukturierten Schulalltag. Deshalb stellt die Schule auf reine Doppelstunden am Vormittag um, damit die Schüler nicht alle 45 Minuten Raum und Lernthema wechseln müssen. „Sie bringen mehr Struktur, mehr Ruhe und weniger Raumwechsel”, erklärte Ganztagskoordinator Christian Wand die Vorteile des neuen Systems.

Nach der einstündigen Mittagspause, in der es neben einem Essen auch Raum für Bewegung oder Ruhe gibt, geht es um 14.15 Uhr mit Lernzeit, Förderunterricht und AGs weiter. „Der Förderunterricht konzentriert sich auf die Hauptfächer”, so Wand. Wer diesen nicht braucht, kann sich - allerdings verpflichtend - eine AG aussuchen.

Ein warmes Mittagessen kommt von einem externen Caterer. „Wir haben keine Möglichkeit, bei uns im Gebäude Essen zuzubereiten, warmzuhalten oder zu spülen”, so Wand, der damit auch die vergleichsweise hohen Kosten von 3,20 Euro pro Essen erklärte.

„Gebundener Ganztag heißt Ganztagsbetrieb ohne Kostenbeteiligung der Eltern.” Das betonte Schuleiter Burghart Klein vom Ritzefeld-Gymnasium. Dort will man verstärkt mit externen Partnern arbeiten, wenn es ebenfalls dreimal in der Woche in den Langtag geht. Mittagessen gibt es jetzt schon in der provisorischen Mensa, für deren Errichtung Klein der Stadtverwaltung dankte. Die Mahlzeiten kommen vom Bethlehem-Krankenhaus.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert