Stolberg - Ganztagsgrundschulen und Sportvereine zusammenbringen

Ganztagsgrundschulen und Sportvereine zusammenbringen

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
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Ein Musterbeispiel für die Zusammenarbeit von Schule und Verein liefern in Breinig die Grundschule und der SV. 2008 hat der Deutsche Fußball-Bund den beiden Kooperationspartnern den Bau eines Kunstrasenspielfeldes auf dem Schulhof finanziert. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Aus Sicht der meisten Kinder dürfte der Beginn des neuen Schuljahres noch ganz weit weg sein. Dabei sind es nur noch gut drei Wochen, bis der Unterricht auch an den zehn Grundschulen im Stadtgebiet wieder aufgenommen wird. Und dann dürfte sich aus der täglichen Praxis heraus oftmals wieder eine Frage aufdrängen: Wie kann man Schulbetrieb und Trainingsangebote von Sportvereinen besser aufeinander abstimmen?

Für Gerd Schnitzler hat das Thema hohe Priorität. Als mittlerweile pensionierter (Sport-)Lehrer kennt der Vorsitzende des Stolberger Stadtsportverbandes die Probleme ganz genau, die mit der Ausdehnung des Schulbetriebes im Rahmen des offenen Ganztags für die Vereine verbunden sind. Und er weiß auch, wie schwer es auf der anderen Seite Schulen und Träger haben, qualifizierte sportliche Angebote für ihr nachmittägliches Programm zu finden.

„Wir haben uns deshalb vor den Ferien mit den Grundschulleiterinnen und Vertretern der Träger der Ganztagesangebote zusammengesetzt“, berichtet Schnitzler. Das Ergebnis dieses ersten Treffens, an dem auch Bürgermeister Tim Grüttemeier und der Erste Beigeordnete Robert Voigtsberger teilgenommen haben, ist für den Vorsitzenden ermutigend: „Es gibt auf Seiten der Schulen ein großes Interesse daran, die Zusammenarbeit mit den Vereinen zu intensivieren und zu optimieren“, berichtet Schnitzler von sehr positiven Gesprächen.

An diese soll voraussichtlich im September angeknüpft werden, wenn der Stadtsportverband eine große Runde mit den Vorsitzenden der Stolberger Sportvereine einberufen will. Mit dabei sein wird, wie schon bei den ersten Gesprächen, der Regiosportbund und bei dieser Gelegenheit das „Sport-Karussell“ vorstellen. Geschäftsführerin Judith Blau und ihre Kollegen haben mit dem „Karussell“ eine Idee des Landessportbundes aufgegriffen. Ihr liegt eine Erkenntnis zu Grunde, die Gerd Schnitzler uneingeschränkt bestätigen kann: „Unsere Übungsleiter stehen in der Regel erst ab 18 Uhr zur Verfügung.“ Dann aber ist der offene Ganztagsbetrieb in den Grundschulen beendet.

„Wir haben eine unglaubliche sportliche Vielfalt in unserer Stadt, doch kaum ein Verein ist in der Lage, diese in den Nachmittagsbetrieb von Schulen einzubringen“, weiß der Vorsitzende des Stadtsportverbandes. Das „Sport-Karussell“ berücksichtigt diesen Umstand und setzt darauf, die erwähnte Vielfalt durch zeitlich begrenzte Angebote in den Schulen einzubringen. „Für sechs bis acht Wochen kann es ein Verein in der Regel leisten, ein solches Angebot zu organisieren. Wenn danach ein Wechsel sichergestellt ist, können wir hoffentlich viele Vereine ins Boot holen und den Schülern damit ein sehr abwechslungsreiches Programm mit Einblicken in viele Sportarten bieten“, zeigt sich Judith Blau optimistisch.

Den Klubs wiederum bietet sich auf diesem Weg die Gelegenheit, für seine Aktivitäten und Trainingsstunden zu werben – eine klassische Win-Win-Situation also, von der auch der Regiosportbund profitiert. Schließlich liegt ein Schwerpunkt seiner Arbeit auf der Stärkung von Kindern und Jugendlichen im und durch den Sport sowie der Verbesserung des Gesundheitszustandes und der motorischen Fähigkeiten von jungen Leuten. „NRW bewegt seine Kinder“, lautet der offizielle Titel des vom Landessportbund initiierten Programms. Und ein Bestandteil ist der Ausbau von Kooperationen zwischen Vereinen und Schulen.

„Voraussetzung und eine unserer Hauptaufgaben ist, beide Seiten an einen Tisch zu bringen“, sagt Judith Blau. In Stolberg wird dies in einem dritten Schritt geschehen. Nach dem geplanten Treffen mit den Klubvorsitzenden soll es noch vor dem Jahresende konkret werden. Dann könnte das „Sport-Karussell“ in Stolberg Fahrt aufnehmen.

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