Fusion von Frisch-Froh und SV ist vorbereitet

Von: Kolja Linden
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Wenn es nach den Vorständen von SSV und Frisch-Froh geht, rollt hier bald der Ball. Das freie Grundstück an der Münsterbachstraße gehört Saint-Gobain, steht aber angeblich zum Verkauf. Foto: Eisenmenger

Stolberg. Das vielleicht spannendste Geheimnis um die anstehende Fusion von Stolberger SV und DJK Frisch-Froh Stolberg ist gelüftet: der Name des neuen Vereins. Für Fußballer ist er ebenso schön wie schlicht: FC Stolberg 10 - vorausgesetzt, die Mitglieder der beiden zu verschmelzenden Klubs stimmen zu, denn was noch eine Idee der beiden Vorstände ist, wird den Versammlungen zur Abstimmung vorgelegt.

„Wir haben sehr lange überlegt, weil wir mit dem Namen natürlich allen gerecht werden wollten”, erklärt Herbert Voss, der Vorsitzende von Frisch-Froh, das zunächst nur Varianten im Umlauf waren, die Elemente aus beiden „alten” Vereinsnamen vereinen sollten. Diese hätten aber das Problem gehabt, dass sie von der Länge her wahrscheinlich auf kein Trikot gepasst hätten. „Dann sind wir auf diesen einfachen Namen gekommen, der es hoffentlich jedem Recht macht”, sagt Voss.

Die Vereinsfarben sollen Rot und Grün sein. Doch Name und Farben sind längst nicht die einzigen gemeinsamen Nenner, auf die sich die beiden Vorstände geeinigt haben, seit sie im vergangenen Jahr von ihren Mitgliedern beauftragt wurden, in die Fusionsvorbereitungen einzusteigen. Es sind die gemeinsamen Ziele, die beide Seiten zusammen geführt haben, und die fokussieren sich nicht nur auf eine Hoffnung namens Kunstrasenplatz.

„Wir wollen die Fusion ja aus vielen Gründen”, erklärt Herbert Voss und nennt die Bündelung von Arbeitskraft und Kompetenzen, den besseren Einsatz von Übungsleitern und die optimale Ausnutzung und Bewirtschaftung der Sportstätte(n). „Eine Erweiterung und Aktualisierung unserer Angebotspalette steht auch ganz oben”, sagt Voss. „Uns schwebt vor, eine Jugendabteilung aufzubauen, die diesen Namen auch verdient.” Ebenfalls aufgebaut werden soll eine Frauen- und Mädchenabteilung.

Ohne moderne Sportanlage sei die Erfüllung dieser Ziele aber kaum möglich, sagt Hans-Josef Siebertz. „Aus unserem Einzugsgebiet suchen Jugendliche längst andere Sportstätten auf”, so der Vorsitzende des Stolberger SV, weil Walheim, Hahn, Wenau oder Eilendorf eben über einen wichtigen Wettbewerbsvorteil verfügten: Sie haben Kunstrasenplätze. „Wenn ein neuer Verein zukunftsfähig sein und Kinder und Jugendliche des Umfelds binden soll, dann muss er eine vernünftige Anlage haben.”

Und für genau diese hoffen die Verantwortlichen der beiden Vereine nun das passende Grundstück gefunden zu haben. Die etwa 35.000 m2 große Fläche liegt an der Münsterbachstraße in der Atsch, das Grundstück gehört dem Glashersteller St. Gobain, der nach Aussage von Hans-Josef Siebertz gewillt ist, die Fläche zu verkaufen. Sie liegt an der Eschweiler zugewandten Seite der Münsterbachstraße und wäre groß genug für zwei Fußballplätze und ein Sportheim mit Umkleidekabinen.

„Das ist von der Infrastruktur her nicht schlecht”, sagt Siebertz mit Blick auf die Nähe zur Velau und die gute Erreichbarkeit vom Donnerberg und von Oberstolberg aus. Weiterer Vorteil aus Sicht der ehrenamtlichen Vorständler: Die Lage ist von einer Wohnbebauung weit genug entfernt, um nicht mit Nachbarn in Konflikt zu geraten.

Nach Meinung der Vereinsvertreter ist nun die Stadt am Zug, nachdem die beiden Klubs mit ihren Planungen in Vorleistung getreten sind. Die Stadt müsste das fragliche Grundstück kaufen, im Gegenzug könnte sie die beiden Flächen der alten Sportplätze auf der Rotsch (Stolberger SV) und an der Stadtrandsiedlung (Frisch-Froh) vermarkten. Die Erwartung daran sei - auch nach bereits erfolgter Rücksprache mit einem regionalen Geldinstitut - positiv.

Denn mittlerweile sei klar, dass es auf der Rotsch keine Altlasten gebe, und so eigneten sich beide abzugebenden Flächen hervorragend zur Entwicklung als Wohnbaugebiet. „Da kommen schon ein paar Milliönchen zusammen”, glaubt Siebertz an einen guten Deal für die Stadt, auch wenn noch nicht klar ist, was das Grundstück in der Atsch kosten soll.

Ein letztes Ass im Ärmel ziehen die Vorstandsmitglieder auch noch: Die wichtige Integrationsarbeit, die der neue Verein leisten könne, sei ein weiterer Grund, den Klub zu unterstützen. „Integration ist von beiden Vereinen immer gelebt worden”, sagt Hans-Josef Siebertz, und Herbert Voss argumentiert: „Eine moderne Sportanlage am Rande der Velau könnte mehr Leben, Attraktivität und Wertigkeit in den Stadtteil bringen.” Sport sei gelebte Integration und schaffe ein Angebot für Jugendliche, auch und gerade für ausländische. „Davor haben sich beide Vereine nie gescheut.”
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